NATUR ALS KUNST
Landschaftsmalerei um Courbet und Feuerbach
Aus einer Heidelberger Privatsammlung

22. April bis 8. Juli 2007

Kostbare Werke aus einer Heidelberger Privatsammlung, die mittlerweile den Sammlungsschwerpunkt auf Landschaftsmalerei legt, werden erstmals im Kurpfälzischen Museum gezeigt. Vor dem Hintergrund der erneut aktuellen Diskussion um den Erhalt der bedrohten Natur thematisieren die ausgestellten Gemälde die Schönheit von Wald, Wasser und Gebirge und spiegeln das historische Interesse der Künstler an dem unmittelbaren Naturerleben.

Spuren dieser Faszination lassen sich in der französischen Malerei um die Mitte des 19. Jahrhunderts aufzeigen, als die Maler von Barbizon die Schönheit des uralten Waldes von Fontainebleau wiederentdeckten, der damals gerade der Holzindustrie zum Opfer fallen sollte. Fern der Metropole Paris genoss man hier den noch unverfälschten Zugang zur Natur. Die in die Wälder von Fontainebleau ziehenden Maler erkannten im Phänomen des natürlichen Lichts, unter rasch wechselnden atmosphärischen Bedingungen, faszinierende Motive für ihre Landschaftsschilderungen. Gleichzeitig wurde das harte Leben der Landbevölkerung nun nicht mehr wie früher idealisiert, sondern realitätsnah, den jeweiligen Verhältnissen entsprechend dargestellt. Gemälde von Théodore Rousseau, Narcisso Diaz de la Pena, Charles-Francois Daubigny, Camille Corot, Gustave Courbet und Jules Dupré, den wichtigsten Vertretern dieser Richtung, zusammen mit einigen ihrer Vorläufer aus der Zeit um 1800 repräsentieren diesen Aspekt europäischer Malerei. Hinzu kommen ausgewählte Bronzeskulpturen aus dem Kreis der Barbizoner.

Die andere Gruppe der in der Ausstellung „Natur als Kunst“ gezeigten Landschaftsbilder stammt von deutschen Malern gleicher Generation aus dem frühen bis mittleren 19. Jahrhundert. Das Besondere daran ist, dass die meisten von ihnen miteinander in Verbindung waren und sich beeinflussten. Das schlägt sich besonders in der sich damals kraftvoll entwickelnden Münchner Landschaftsmalerei nieder, die von den Heidelberger Romantikern – vor allem Rottmann – wichtige Impulse vermittelt bekam. Sie bildet in dieser Sonderausstellung einen Schwerpunkt.
Zu der früheren Generation gehören unter anderem Johann Georg Dillis und Johann Jakob Dorner d.J., Heinrich Bürkel, Adolf Heinrich Lier und Eduard Schleich sowie die sogenannten „Nordlichter“ wie Johan Christian Dahl, Georg Heinrich Crola, Louis Gurlitt, Christian Morgenstern, Johann Wilhelm Schirmer und Carl Friedrich Lessing.

Der für seine „historischen Landschaften“ aus Italien und Griechenland berühmte Carl Rottmann aus Heidelberg führt die Gruppe von Malern an, die wesentliche Impulse für ihre Kunst aus dem Mittelmeerraum erhalten haben. Schon weiter in die Mitte des 19. Jahrhunderts reicht dann das Schaffen von Malern wie Franz von Lenbach und Anselm Feuerbach, die beide zwar als Figuren- bzw. Bildnismaler berühmt, hier aber mit frühen Landschaften vertreten sind.

Die Ausstellung lädt ein zum genauen Hinschauen!

Eintritt: € 6,-; erm. € 4,50

Katalog: € 28,-


 

Öffentliche Führungen durch die Sonderausstellung jeweils sonntags:

APRIL: 29.4., 11 Uhr
MAI: 6.5., 11 Uhr  / 13.5., 11 Uhr / 27.5., 15 Uhr
JUNI: 3.6., 11 Uhr / 10.6., 15 Uhr / 17.6., 11 Uhr / 24.6., 15 Uhr
JULI: 1.7., 15 Uhr / 8.7., 11 Uhr



Angebote der Museumspädagogik:

„Horchen, was die Bäume sagen, was das Gras erzählt...“
Begleitend zur Sonderausstellung „Natur als Kunst“ bietet die Museumspädagogik altersgerechte Führungen für Schulklassen und andere Gruppen an.
Info und Anmeldung: Tel.-Nr. 06221/ 58 34 000 (Sekretariat) , 58 34 130 und 58 34 140 (Museumspädagogik)

Do  31.5., 10 – 12 Uhr
„Farbe pur!“ – Ein farbenfroher Nachmittag mitten im Museum für Vorschulkinder
Mit Ilka Brändle

Di 5.6 und Mi 6.6., jeweils 10 – 12.30 Uhr
„Wildwuchs – Wachsenlassen!“
Die Farben der Natur – ein Workshop für Kinder ab 8 Jahren
Mit Angelika Dirscherl

Sa 16.6, 14 – 17 Uhr
KUNSTWERKKUNDE FÜR KINDER (UND ERWACHSENE) NR. 20
„Gebt Bäumen Zungen, findet Schrift im Bach, in Steinen Lehre, Gutes überall“
Ein naturnaher Nachmittag mitten in der Kunst
Mit Angelika Dirscherl
Kostenbeitrag: € 2,-

Anmeldung für alle 3 Veranstaltungen bitte unter Tel.-Nr.: 06221 / 58 34 000

Jeweils dienstags, 10 – 12 Uhr
Museumswerkstatt für Erwachsene:
„Land Schaf(f)t Kunst“
Mit Angelika Dirscherl



Gustave Courbet

Die Schwarzen Felsen (Trouville), 1865/66
Öl auf Leinwand

 

Johan Christian Dahl
Strand mit Ankern bei Mondlicht, 1828
Öl auf Leinwand

 

Théodore Gudin

Boote am Strand bei Ebbe, etwa 1840
Öl auf Leinwand