Derek Ogbourne
Der letzte Blick - Museum of Optography

Das   „Museum of Optography“ - ein Projekt des englischen Künstlers Derek Ogbourne - kommt nach Heidelberg. Videos, Fotografien, historisches Archivmaterial und 140 Zeichnungen bilden das „Museum of Optography“.

Die Ausstellung ‚Der letzte Blick. Museum of Optography’ behandelt das faszinierende Thema des schmalen Grades zwischen Leben und Tod und ermöglicht auf spielerische Weise Einblicke in die komplexen Funktionsmechanismen des menschlichen Auges.

Die Optographie ist die Wissenschaft um die Fixierung des letzten Bildes, das ein Lebewesen vor dem Tod sieht. Gibt es eine Möglichkeit, dieses letzte Bild auf der Netzhaut im menschlichen Auge zu erfassen und welche Erkenntnisse kann man daraus gewinnen?


Nicht nur die Idee, Optographie zur Aufklärung von Mordfällen einzusetzen, sondern grundsätzlich dem Mythos des Übergangs vom Leben in den Tod nahe zu kommen, faszinierte Wissenschaftler ebenso wie Philosophen und Künstler. Derek Ogbournes „Museum of Optography“ ist teils Archiv, teils Erfindung. Die Optographie gibt gleichermaßen Einblick in die Funktionsweisen des menschlichen Sehens und suggeriert als poetische Metapher eine Reihe von Assoziationen: das Auge als Kamera, der Augenblick des Rückzugs ins Innerste der Seele und die Frage nach dem letzten Moment.

Mitte des 17. Jahrhunderts entdeckte ein Jesuit ein Bild, das auf der Netzhaut eines toten Frosches lag: eine schwache und flüchtige Aufzeichnung dessen, was das Auge im Moment des Todes festhält. Die Fixierung des letzten Bildes, das man vor dem Tod sieht, wurde bekannt als Optogramm.

In Heidelberg machte der Physiologe Wilhelm Kühne in den 1870er Jahren die ersten identifizierbaren Optogramme, die als Zeichnungen überliefert wurden. Er erstellte zudem das einzig bekannte menschliche Optogramm.

Von 1970 - 1997 forschte der Ärztliche Direktor der Heidelberger Universitäts-Augenklinik, Professor Evangelos Alexandridis, und konnte mehrere Optogramme generieren.

Zusammen mit Professor Alexandridis hat der Künstler Derek Ogbourne vor Ort in Heidelberg die Recherchen zu dem spannenden Thema um „das letzte Bild auf der Netzhaut eines Lebewesens“ sowohl von der wissenschaftlichen als auch von der künstlerischen Seite her beleuchtet.

Sowohl bei der Entwicklungsgeschichte der Optographie, als auch für die künstlerische Bearbeitung des Projektes spielt Heidelberg eine entscheidende Rolle. Die Ausstellung ‚Der letzte Blick. Museum of Optography’ ist eine faszinierende Synthese aus Historie, Kunst und Wissenschaft, eine Präsentation, die die Wahrnehmung der Stadt Heidelberg als Stadt der Wissenschaft und Kunst verstärkt.

Die Ausstellung wird kuratiert von Dr. Kristina Hoge, Galerie p13, und Stefanie Boos, Galerie Kunst2, beide Heidelberg, in Zusammenarbeit mit dem Kurpfälzischen Museum.


Öffnungszeiten:

Di –So 10 – 18 Uhr


Eintritt
in die Sonderausstellung: € 6,-, erm. € 4,50
Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre: freier Eintritt

Schulklassen: für Schüler ab 17 Jahre € 1,- pro Person

Kurpfälzisches Museum der Stadt Heidelberg, Hauptstr. 97, 69117 Heidelberg

Tel.: 06221 / 58 34 020, Fax 06221 / 58 34 900

kurpfaelzischesmuseum@heidelberg.de

www.museum-heidelberg.de

Alle Angaben zum Rahmenprogramm (öffentliche Führungen, Lesung und 2 Filmabende) finden Sie hier (99,9 KB).

Untitled

Gouache auf Papier
Derek Ogbourne, 2005
(c) Derek Ogbourne

 

Retinal Drawings

145 Einzelzeichnungen
Installationsansicht
Derek Ogbourne,2007
(c) Derek Ogbourne

 

Installation

Verschiedene Materialien, 2007
(c) Derek Ogbourne

 

Hommage to Edward Muybridge

Zeichnung, 2007
(c) Derek Ogbourne