Avantgarde und Tradition

Die philippinischen Naturfasern Abaca und Piña

26. Juni bis 2. Oktober 2005

Im Vordergrund der Ausstellung stehen zeitgenössische Kunstobjekte, die sechs französische Künstler (Marie-Helene Guelton, Ysabel de Maisonneuve, Marianne Raffestin, Tomaso Satta, Pietro Seminelli, Christiane Viornery) im Auftrag der in Lyon ansässigen Firma PARSI aus den Fasern Abaca und Piña angefertigt haben. Darüber hinaus widmet sich die Schau aber auch der traditionellen Verwendung dieser beiden außergewöhnlichen philippinischen Fasern in Form von Kleidung und Heimtextilien.

Die Faser Abaca (auch Manilahanf genannt) wird aus einer Unterart der Bananenpflanze ausschließlich auf den Philippinen gewonnen und dort zu Meisterwerken ‚primitiver’ Webkunst verarbeitet. Aufgrund ihrer Sprödigkeit bedarf es einer großen Fingerfertigkeit bei der Verarbeitung. Außer für Stoffe findet Abaca vor allem für industrielle Produkte wie Seile und Kordeln, Teebeutel, Papier u.v.m. Verwendung und gehört damit zu den bedeutendsten Wirtschaftsfaktoren der Philippinen.

Die Faser Piña wird aus Ananaspflanzen hergestellt und steht in ihrer Feinheit und Delikatesse der Seide in nichts nach, ihre Verarbeitung ist jedoch sehr viel schwieriger und zeitaufwändiger. Vor allem im Bereich der Kleidung spielt Piña eine große Rolle und ist wichtigster und kostspieliger Bestandteil traditioneller Gewänder wie dem Barong Tagalog (Nationaltracht der Filipinos) oder dem klassischen Hochzeitskleid. Aber auch bei zeitgenössischen philippinischen Designern wie Jean Goulbourn, Patis Tesoro oder P.J. Arañador ist dieses edle Material sehr beliebt.

Abgerundet wird die Ausstellung durch Heimtextilien von Juliane Baier-Nickel, die Stoffe aus beiden Fasern auf den Philippinen produzieren lässt und dieses Projekt fördert.

Ausstellungsort:

Textilsammlung Max Berk
Brahmsstraße 8
69118 Heidelberg-Ziegelhausen

Ausstellungsdauer:

26. Juni bis 2. Oktober 2005

Öffnungszeiten:

Mittwoch, Samstag, Sonntag 13-18 Uhr
Sondertermine für Gruppen nach Vereinbarung

Eintritt: 

2 €, ermäßigt 1 €, Schüler 0,50 €

Weitere Informationen:

Textilsammlung Max Berk • Kurpfälzisches Museum
Telefon: 06221 800317, Fax: 06221 809657
E-Mail: kmh-textilsammlung-max-berk@heidelberg.de


 

"Venusfalle" von Marianne Raffestin

 

Textilobjekt "Robe" von Christiane Viornery

 

bestickte Mantilla, frühes 20. Jahrhundert