Homo erectus heidelbergensis - Das Original

4. Dezember 2005 bis 19. Februar 2006

Sonderpräsentation:

„Homo erectus heidelbergensis“ – Das Original des weltberühmten Frühmenschenfundes

(in Kooperation mit dem Geologisch-Paläontologischen Institut der Universität Heidelberg)

4. Dezember 2005 bis 19. Februar 2006

 

2007 jährt sich die Auffindung des weltweit bekannten Unterkiefers des Frühmenschen von Mauer zum 100-sten mal. Anthropologen gaben ihm den Namen „Homo erectus heidelbergensis“, eine Bezeichnung, die heute auf große Teile der gesamten Lebensspanne des Homo erectus angewandt wird. Dabei führt nicht nur die ganze europäische Variante diesen Namen, sondern sogar die späten Vertreter der Spezies in Afrika – von denen einige dann nach Europa kamen. Dieser Homo habilis, der "befähigte Mensch", durchstreifte als Jäger und Sammler seinen Lebensraum, sah sich den starken Klimaschwankungen des Eiszeitalters ausgesetzt, lernte mit ihnen zu leben und verbesserte in steter Auseinandersetzung mit der Natur seine handwerklichen und sozialen Fähigkeiten. So lernte er die Beherrschung des Feuers, erfand immer bessere Jagdwaffen und Werkzeuge und entwickelte eine differenzierte Sprache.

 

Der Unterkiefer von Mauer besitzt mehrere eindeutige Merkmale des Homo erectus. Neben der extremen Größe mit den im Vergleich zum heutigen Menschen um ein Drittel größeren Zähnen sind dies vor allem die Dicke des Unterkieferknochens, das fliehende Kinn sowie der steile Anstieg des Unterkieferastes. Im Alter von 18 - 25 Jahren war er gestorben. An den Gelenken des jungen Mannes wurde Arthrose, an den Zähnen Parodontose diagnostiziert. Abnutzung und andere Spuren an den Kauwerkzeugen weisen ihn als Gemischtköstler aus, der überwiegend Beeren, Nüsse und andere Pflanzen zermalmte.

 

Nun kann das auch heute noch älteste deutsche Menschenfossil im Museum jener Stadt gezeigt werden, die ihm den Namen gab. In enger Kooperation zwischen dem Eigentümer, dem Geologisch-Paläontologischen Institut der Universität, und dem Kurpfälzischen Museum der Stadt wird die anthropologische Sensation, die lange Zeit als ältester Fund europäischer Menschenahnen galt, in den Räumen des Museums ausgestellt. Heute noch handelt es sich bei dem Unterkiefer um ein Objekt von höchstem wissenschaftlichen Wert und ungebrochener Faszination. Darauf nimmt die auf das kostbare Original reduzierte Präsentation sehr eindrücklich Rücksicht. Allein einige Sandprofile aus der Fundstelle in Mauer, die stratigraphisch seiner Fundschicht entsprechen, umrahmen den Frühmenschenfund.

 

 

 

 



Original-Unterkiefer des "Homo heidelbergensis", ca. 600.000 v.Chr.