Lebensfäden – Die Nadelkunst der Clementine von Münchhausen (1849-1913)

14. Dezember 2008  – 12. April 2009

verlängert bis 19. April 2009

Clementine von Münchhausen (1849-1913) war eine außergewöhnliche Frau, die ihrer Nachwelt eine beachtenswerte Sammlung von Textilarbeiten vermacht hat. Diese Sammlung, die schon zu Clementines Lebzeiten für Aufsehen gesorgt hatte, wird nun erstmals im süddeutschen Raum zu sehen sein: Anlässlich ihres 30jährigen Bestehens zeigt die Textilsammlung Max Berk unter dem Titel „Lebensfäden“ eine Sonderpräsentation der schönsten Objekte Clementine von Münchhausens.
1978 gründete der Industrielle Max Berk in Eigeninitiative das Textilmuseum in Heidelberg-Ziegelhausen, um seine Sammlung textiler Objekte einem breiten Publikum zugänglich zu machen. In den vergangenen 30 Jahren ist der Fundus des Museums um unzählige Ankäufe und Schenkungen bereichert worden, und mehr als 130 Sonderausstellungen von nationalem und internationalem Rang wurden seit der Gründung veranstaltet.
Es ist das unstillbare Interesse an Textilien aller Art, welches Max Berk mit Clementine von Münchhausen verbindet, die 1849 als jüngste Tochter des Sprachforschers Hans Conon v.d. Gabelentz geboren wurde. Clementine heiratete mit 24 Jahren den Sächsisch-Thüringischen Kammerherrn Dr. jur. Börries, Freiherrn von Münchhausen, der zur Familie des als „Lügenbaron" bekannten Karl Friedrich Hieronymus Freiherr von Münchhausen gehörte. Aus dieser Ehe ging der bekannte Balladendichter Börries Freiherr von Münchhausen hervor.
Um ihr Wasserschloss Windischleuba in Thüringen im Stil verschiedener Epochen einzurichten, studierte Clementine von Münchhausen originale Textilien vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert aus ganz Deutschland, hielt sie in Zeichnungen fest und stickte sie nach. Manches inzwischen zerstörte Original hat sie uns somit überliefert. Aber auch eigene Entwürfe setzte Clementine in ihren Textilarbeiten um, die ganz den Zeitgeist des Jugendstil widerspiegeln. Erhalten sind heute noch etwa 190 textile Schätze, die im Stielstich, Kettenstich, Flechtstich, Klosterstich, in Schweizer Stickerei, Faltenstickerei, Applikation, Patchwork oder aber auch der Technik der Lederritzarbeit oder Brandmalerei auf Samt und Holz entstanden sind.

Ausstellungsort:

Textilsammlung Max Berk
Brahmsstraße 8
69118 Heidelberg-Ziegelhausen

Anfahrtsskizze (308,7 KB) (pdf-Datei, 309 KB)

Ausstellungsdauer:

14. Dezember 2008 bis 12. April 2009

verlängert bis 19. April 2009

Öffnungszeiten:

Mittwoch, Samstag, Sonntag 13-18 Uhr
Sondertermine für Gruppen nach Vereinbarung

Eintritt: 

2,50 €, ermäßigt 1,50 €, Schüler 0,50 €

Öffentliche Führungen:

Mittwoch, 4. Februar 2009, 17 Uhr
Sonntag, 8. Februar 2009, 14.00 Uhr
Mittwoch, 25. März, 17 Uhr
Sonntag, 28. März, 16.00 Uhr
Mittwoch, 1. April, 17 Uhr
Sonntag, 5. April 2008, 15.00 Uhr


Rahmenprogramm:

 

· Sonntag, 8.2.2009, 11 Uhr, Matinee:
Das Ossian-Quartett spielt das (teilweise) in Ziegelhausen komponierte Streichquartett Nr. 3 B-Dur op. 67 von Johannes Brahms sowie Werke anderer deutschsprachiger Komponisten. Einführung zum Thema "Johannes Brahms und Ziegelhausen" durch Thilde Hoppe.
Eintritt: € 10,- / ermäßigt € 6,-


· Samstag, 28.2.2009, 18 Uhr:
Lichtbilder-Vortrag von Annemete Jacques, Urenkelin von Clementine von Münchhausen, über deren Leben und künstlerischen Werdegang
Eintritt: € 5,- / ermäßigt € 2,50


· Samstag, 14.3.2009, 14 – 17.30 Uhr:
KUNSTWERKKUNDE FÜR KINDER (UND ERWACHSENE) Nr. 23: „Fadenstark & farbenfroh. Textiles Gestalten auf den Spuren von Clementine“ Ein Nachmittag mit Angelika Dirscherl und Claudia Fadani
Gebühr: € 2,50 / € 0,50 zzgl. Materialkosten (€ 2,-)


· Samstag, 28.3.2009, 18 Uhr:
"Von Lügenbolden, Glückspilzen, Scherzkeksen und anderen Geschöpfen". Der Märchenerzähler Dirk Nowakowski erzählt Lügengeschichten nicht nur für Kinder
Eintritt: Erwachsene € 5,- / Kinder € 2,50

Weitere Informationen:

Textilsammlung Max Berk • Kurpfälzisches Museum
Telefon: 06221 800317, Fax: 06221 58 4699050
E-Mail: kmh-textilsammlung-max-berk@heidelberg.de



 

Clementine von Münchhausen (1849-1913)

 

Bordüre Ranken mit Vase nach einem Original aus dem 16. Jh.

 

Bordüre mit Ranken, Vögeln und der hl. Katharina

 

Buffetdecke Löwenzahn
eigener Entwurf

 

Decke mit 16 farbigen Tieren (Detail)
nach einem Original im Textilmuseum St. Gallen