Molakana – Textilkunst der Kuna-Indianerinnen in Panama

17.10. 2004 – 23.1.2005



Über 100 Molakana aus der Sammlung Elisabeth Hans zeigt die Textilsammlung Max Berk • Kurpfälzisches Museum vom 17. Oktober 2004 bis 23. Januar 2005.
Molakana (Singular: Mola) werden von Kuna-Indianerinnen seit ca.150 Jahren hergestellt. Unter dem Begriff Mola  versteht man vor allem eine spezielle Form von Blusen, deren Vorder- und Rückenteile aus rechteckigen, circa. 35 x 50 cm großen, in Applikationstechnik verzierten Textilarbeiten bestehen.
Molakana sind farbenfroh, wobei die Farbe Rot dominiert, und erzählen phantasievoll von Begebenheiten des täglichen Lebens, von Göttern und mythischen Figuren, zeigen aber auch politische Themen sowie Motive aus Zeitschriften und Werbung.
Die älteren Molakana weisen geometrische Muster auf und werden Grossmutter-Molakana genannt. Häufig handelt es sich um Darstellungen von Pflanzen, Tieren und Fabelwesen.
Charakteristisch an der Art der Applikation ist, dass die Motive in die oberen Stofflagen eingeschnitten werden. Das Umschlagen der Schnittkanten gibt den Blick auf die darunter liegenden andersfarbigen Stoffschichten frei. Dabei wiederholt sich die Linienführung des Motivs in allen Ebenen.
Andere Varianten der Verzierung sind Zackenlinien, senkrechte Einschnitte und kleine aufgesetzte Dreiecke sowie Stickereien. Bei der Mehrzahl der Molakana gruppieren sich kleinere Darstellungen um ein zentrales Motiv. Alle Elemente der Textilbilder befinden sich auf gleicher Ebene, so dass kein Vorder-  oder Hintergrund entsteht.
Für die Kunas verfügen Molakana auch über eine Schutzfunktion: Zacken, die nach außen gerichtet sind, halten beispielsweise böse Geister fern.
Durch das Zusammenspiel der ausdrucksstarken Darstellungen, der intensiven Farben, der verschiedenen Techniken und nicht zuletzt der sorgfältigen Ausführung entstehen einzigartige Kunstwerke. Mit den Molakana lassen uns die Kuna-Indianerinnen ihren Reichtum an Kreativität und Lebendigkeit miterleben. Bei vielen Darstellungen bleibt uns jedoch die Bedeutung verschlossen.
Die 1924 in Deutschland geborene Elisabeth Hans lebte mit ihrem amerikanischen Mann Theodor Hans 15 Jahre in Panama, von wo aus sie die San Blas Inseln besuchte und dort auf die Kuna-Indianer traf. 1977 kehrte Elisabeth Hans nach Deutschland zurück, wo sie 1993 starb, ihre letzte Ruhe fand sie bei den Kuna. Sie hinterließ eine der größten und bedeutendsten Sammlungen von Molas weltweit, die in zahlreichen Ausstellungen wie z.B. im Textile Museum in Washington D.C., im Museum für Völkerkunde in München und im Übersee-Museum in Bremen Beachtung fand.

Ausstellungsort:

Textilsammlung Max Berk
Brahmsstraße 8 • 69118 Heidelberg-Ziegelhausen
Ausstellungsdauer: 17. Oktober 2004 bis 23. Januar 2005
Öffnungszeiten: Mittwoch, Samstag, Sonntag 13 - 18 Uhr
Sondertermine für Gruppen nach Vereinbarung

Weitere Informationen und Bildmaterial:

Textilsammlung Max Berk • Kurpfälzisches Museum
Tel.: 06221 80 03 17, Fax: 06221 80 96 57
E-Mail: kmh-textilsammlung-max-berk@heidelberg.de