"Straße ins Jenseits"

Die römischen Gräberfelder von Heidelberg

Neupräsentation der Sektion Römischer Totenkult
Eröffnung: Sonntag, 17. Mai 2015, 15 Uhr
(Im Rahmen des Internationalen Museumstages 2015)

 
Das bekannteste römische Gräberfeld Heidelbergs erstreckte sich auf einer Länge von 450 m beiderseits der römischen Fernstraße von Mainz nach Augsburg. Mit 1400 Gräbern aus dem 1. und 2.Jh. n. Chr. ist es eines der größten im römischen Deutschland.
 
Nach mehr als 10 Jahren intensiver wissenschaftlicher Forschung und Bearbeitung dieses „archäologischen Schatzes“ wird nun der Bereich „Römischer Totenkult“ im KMH völlig neu präsentiert. Neben den steinernen Grabstelen und teilweise prächtigen Grabbeigaben ist es besonders die Bestattung einer jungen Frau, die als „Medica von Heidelberg“ in der Fachliteratur Furore machte. Dank ihrer Grabbeigaben,  zwei Schröpfköpfen war es möglich, den Beruf der Römerin zu rekonstruieren – sie wirkte als Ärztin im römischen Heidelberg.
 
Im Mittelpunkt der Neupräsentation steht die Illustration der antiken Gräberstraße von Heidelberg, auf die der Besucher über die Illusion einer Straßentrasse zugeht. Rechts und links dieser Trasse sind Steinkisten und Vitrinen mit den Ausgrabungsfunden aufgereiht. Dazu gehören prächtige und kostbare Glasgefäße und Kinderspielzeug, aber auch meterhohe Grabsteine. Eine eigene Sektion widmet sich der antiken Medizingeschichte. Hier sind auch die Grabbeigaben der Heidelberger „Medica“ zu sehen. Die Ausstellung zeigt darüber hinaus die antike Gräberstraße innerhalb der Siedlungstopographie des römischen Heidelberg. Mit einer raumhohen Illustration wird das Aussehen dieser bedeutenden Epoche vor 2000 Jahren wieder lebendig.

Kopf einer Trauernden, Pfeilergrab aus HD-Rohrbach, gefunden 1896
Foto: KMH / Robert Ajtai