Joachim Lutz, Place de la Concorde, 1941
© KMH
Joachim Lutz, Bildnis eines älteren Mannes aus Simbabwe, 1929 © KMH
Christian Rohlfs, Verblühte Sonnenblume, 1937 © KMH

Joachim Lutz

Zeichner der Stille

15. Oktober 2017 bis 28. Januar 2018

Joachim Lutz ist eine Entdeckung. Geboren 1906 - im Todesjahr Paul Cézannes - erlebte Lutz in seinen Künstlerjahren die Einflüsse des Expressionismus, Kubismus und Futurismus, ohne sich aber einer Richtung anzuschließen. Die Graphische Sammlung des KMH enthält den Großteil seines künstlerischen Werks. Er zeichnete, malte und aquarellierte, während er Studienreisen durch Holland, Dalmatien, Frankreich und Polen unternahm und von 1928 bis 1930 Leo Frobenius auf seiner großen Afrika-Expedition begleitete. Als Soldat in Russland, Frankreich und Italien arbeitete er als Kriegsberichterstatter für verschiedene Zeitungen. Die Ausstellung begleitet ihn auf seinen Lebensstationen und berücksichtigt die breite Palette seines Werks - Landschaften, Naturdarstellungen und ausdrucksvolle Porträts - , im Dialog mit großen Künstlern der Graphischen Sammlung wie Nolde, Léger, Schmidt-Rottluff und Severini.
 
De Sonderausstellung „Joachim Lutz. Zeichner der Stille“ stellt das Werk des 1954 in Heidelberg-Ziegelhausen verstorbenen Künstler Joachim Lutz in den Fokus der Betrachtung und zugleich in Dialog mit der Sammlung.
Geboren 1906 - im Todesjahr Paul Cézannes, von dem Picasso sagte, er sei der „Vater der Moderne“ – erlebte Joachim Lutz diese besondere Zeit künstlerischen Aufbruchs. Expressionismus, Kubismus und Futurismus setzten neue Akzente und Maßstäbe für die junge Künstlergeneration.
Joachim Lutz, der seine Liebe zur Kunst bereits in jungen Jahren entdeckte, erhielt seinen ersten Zeichenunterricht in Mannheim von dem Maler und Zeichenlehrer am Karl-Friedrich-Gymnasium Theodor Schindler. Vermutlich über Schindler, der 1913 / 14 vertretungsweise eine Professur an der Großherzoglich-Sächsischen Kunstschule Weimar bekleidet hatte, knüpfte Lutz Kontakte in die thüringische Landeshauptstadt. An der Akademie in Weimar war er Schüler des Malers, Graphikers und Illustrators Walter Klemm, der seit 1913 die Professur für Graphik innehatte. Abschließend besuchte er 1925 / 26 die Kunstgewerbeschule in Stuttgart.
Es folgten Studienreisen durch Holland, Dalmatien, Frankreich und Polen. In dieser Zeit und nach der Afrika-Expedition (1928 – 1930) von Leo Frobenius, die er als Zeichner begleitete, arbeitete Lutz als Illustrator und Pressezeichner. 1936 / 37 leitete er die Freie Akademie in Mannheim. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, als Soldat in Russland, Frankreich und Italien, arbeitete er für verschiedene Zeitungen als Kriegsberichterstatter. Parallel entstanden zahlreiche Arbeiten – Zeichnungen, Aquarelle und Druckgraphiken – in denen er seine Eindrücke dieser Zeitspanne festhielt. Lutz bewegte sich mit seinen Bildfindungen konsequent im Spannungsfeld einer minutiös gegenständlichen Auffassung bis hin zu einer im Hinblick auf Form und Räumlichkeit stark reduzierten Darstellungsweise, die Atmosphäre und Farbbewegung fokussierte.
 
Nach dem Krieg lebte und arbeite Joachim Lutz als freier Maler und Graphiker in Heidelberg und arbeitete zusätzlich für verschiedene Zeitungen, u.a. auch für die FAZ und den Kölner Stadtanzeiger. Gemeinsam mit Will Sohl gründete er1947 die „Freie Gruppe“, die es sich zur Aufgabe machte, in der Nachkriegszeit das kulturelle Leben in Heidelberg wiederzubeleben und zu fördern.
Joachim Lutz wurde nur 48 Jahre alt. Im Februar 1954 erlag er einem Krebsleiden und wurde auf dem Ziegelhäuser Friedhof bestattet.
Nur wenige Tage vor seinem Tod hatte er verfügt, dass weite Teile seines künstlerischen Nachlasses als Schenkung an das Kurpfälzische Museum gehen sollten. Die aktuelle Sonderausstellung bietet die Gelegenheit, sich mit dem vielfältigen Werk eines eher unbekannten Künstlers zu beschäftigen. Lutz‘ Landschafts- und Naturansichten sowie eindrucksvolle Porträts seiner Aufenthalte in Frankreich, Russland und Afrika werden Arbeiten von u.a. Rohlfs, Schmidt-Rottluff, Nolde und Heckel gegenübergestellt.

RAHMENPROGRAMM

Öffentliche Führungen, jeweils sonntags 11 Uhr:
29.10. / 19.11. / 10.12. / 17.12.2017 /21.1. / 28.1.2018
Es führt Eileen Wiesmann.
Führung € 3,- zzgl. Eintritt

Kuratorenführungen mit Dr. Anja-Maria Roth, jeweils dienstags 12.15 – 12.45 Uhr
KUNST AM MITTAG
21.11. / 28.11. / 5.12. / 12.12.
keine Führungsgebühr, nur Eintritt
 
Mittagspausenführungen mit Angelika Dirscherl, jeweils donnerstags 12.15 – 12.45 Uhr
EINZELSTÜCK
19.10.: „Esel  & Co.“
Stille Begleiter der Künstler: Tiere tummeln sich in der aktuellen Ausstellung auf Papierwiesen

26.10.: „Sonnenblume“
Ein genauer Blick auf eine kunstvolle Pflanze

2.11.: „MIGOF – Die Kunstwesen des Bernhard Schulze“
Wilde, abstrakte Gestalten erobern die Welt

16.11.: „Wasser, Farbe, Licht“
Joachim Lutz als Aquarellist

 
Donnerstag, 26.10., 19 Uhr
KÜNSTLERGESPRÄCH
„Über das Zeichnen“ – Der Künstler Albrecht Rissler spricht über die Kunst des Zeichnens
Der Professor für Visuelle Kommunikation und Illustration gibt Einblick in seine Arbeitsweise und in die vielgestaltigen Welten der Zeichnerei
Eintritt € 3,-
Großer Salon



WOCHENENDE DER GRAPHIK
Sonntag, 12.11., 11 Uhr und 13 Uhr
Kuratorenführung mit Dr. Anja-Maria Roth in der Sonderausstellung „Joachim Lutz. Zeichner der Stille“

 
14.30 – 17 Uhr
WORKSHOP für junge Leute
„Einfach loszeichnen! Zeichnen muss sein!“
Die Welt der Papiere und Stifte ist groß und bietet viele Möglichkeiten, sich auszudrücken: mit Julia Schmutz, Zeichnerin und Illustratorin, und Angelika DirscherlOhne Anmeldung, Eintritt frei
MALSTUBE
Gefördert vom Freundeskreis des KMH

 




Mit der Bitte um Beachtung:
In der Sonderausstellung darf aus rechtlichen Gründen nicht fotografiert werden.
Pressevertreter melden sich bitte bei:
Ulrike Pecht M.A.
Tel. 06221 / 58 34 560
ulrike.pecht@heidelberg.de

oder im Sekretariat des KMH
Tel. 06221 / 58 34 000
kurpfaelzischesmuseum@heidelberg.de