Katagami Iris
Japan, 19. Jh.
Slg. KreisMuseum Zons
Foto: KreisMuseum Zons

Bärbel Maxisch/Büro 211
Fahne Iris
Foto: Büro 211

Detail aus einer Musterrolle für Seidenstoffvertreter
Japan, um 1930
Slg. KreisMuseum Zons
Foto: KreisMuseum Zons

Textilsammlung Max Berk/Kurpfälzisches Museum

Heidelberg-Ziegelhausen, Brahmsstraße 8

Öffnungszeiten: Mittwoch, Samstag, Sonntag 13 bis 18 Uhr

Anfahrtsskizze (308,7 KB)

Tradition trifft Moderne.

Das alte japanische Handwerk Katagami im zeitgenössischen europäischen Design

15. April bis 8. Juli 2018


Katagami sind Färbeschablonen aus hochwertigem Papier, in das Ornamente von Hand geschnitten oder gestanzt werden. Die Vielfalt an Beispielen aus der Flora und Fauna, aber auch an geometrischen Formen und deren Kombinationen ist atemberaubend.

Die Katagami dien(t)en zur Bemusterung von Stoffen im Reserve- oder Druckverfahren. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts nahmen große Museen in der Schweiz, in Österreich und Deutschland zehntausende Katagami als Sammlungen in ihre Häuser auf. Nach einem langen Dornröschenschlaf ist seit einigen Jahren das Interesse an diesen Färbeschablonen wiedererwacht, wie zahlreiche Präsentationen belegen. Heute begeistern sich – wie im Jugendstil – Designer und Künstler für die Ornamente der Schablonen und entdecken aufs Neue ihr Raffinement oder nehmen in ihren Entwürfen die spezielle japanische Kunstauffassung auf.

Die vom Kreismuseum in Zons konzipierte und 2016 dort gezeigte Ausstellung präsentiert neben vielen Katagami aus eigener Sammlung deren aufregend verwirrende grafische Umsetzungen: In aktuellen Entwürfen finden sich faszinierende Anlehnungen an die Ornamentwelt dieser Schablonen. Einen weiteren Aspekt zeigen Arbeiten von Künstlern und Hochschuldozenten: So ließen Prof. Hansjürg Buchmeier und Prof. Dieter Geissbühler von der Hochschule Luzern (Fachbereich Technik und Architektur) Katagamimuster per Lasertechnik auf große Platten aus Acryl oder Holz umsetzen, die ein Spiel zwischen Licht und Schatten zulassen. Prof. Angelika Rösner von der Hochschule Niederrhein (Fachbereich Textildesign) setzt sich ebf. mit Lasertechniken auseinander und schuf eigens für die Ausstellung große, textil anmutende Vorhänge, die eine besondere Beziehung zu Japan herstellen. Erstmals präsentierte Tapetenentwürfe aus der Museumssammlung Prof. Helmut Hahn sowie aus der Sammlung Anneliese Borgs von 1954 laden dazu ein, die Modernität der 50er Jahre zu entdecken.
   
Die Ausstellung findet in Zusammenarbeit mit dem Kreismuseum Zons statt.

Begleitpublikation: Vom Ursprung der Muster. Eine Sammlung von seltenen Protoschablonen aus Japan. Zons 2018. € 12,50

ÖFFENTLICHE FÜHRUNGEN
Mittwoch, 25.04.2018, 17 Uhr Sonntag, 13.05.2018, 15 Uhr
Mittwoch, 06.06.2018, 17 Uhr Sonntag, 10.06.2018, 15 Uhr
Samstag, 23.06.2018, 16 Uhr Mittwoch, 04.07.2018, 17 Uhr
 
RAHMENPROGRAMM

·Samstag, 09.06.2018, 10 bis 18 Uhr / Sonntag, 10.06.2018, 9.30 bis 16.30 Uhr
Let’s go Japan – Textile Inspirationen durch die Kunst der Katagami.Workshop mit Gabi Mett.
Teilnahmegebühr € 150,–.
Teilnehmerzahl: mind. 10, max. 15 Pers. Anmeldungen bis spätestens 25.05.2018 erforderlich unter kmh-textilsammlung-max-berk@heidelberg.de oder telefonisch unter 06221 5834010
mehr lesen zum Workshop Katagami (und Anmeldeformular) (236,5 KB)

Samstag, 23.06.18, 18 Uhr
Vortrag von Walter Bruno Brix (Fachmann für japanische Textilien, Künstler und freiberuflicher Kurator mit dem Schwerpunkt Japan) über die japanischen Färbeschablonen „Katagami“, Eintritt € 3,–