Ausstellungsvorschau 2018

Sonderausstellungen

"Unwirklichkeiten"

Das Imaginäre in der Kunst von Caspar David Friedrich bis Picasso
14. Oktober 2018 bis 17. Februar 2019

In einer spektakulären Schau mit international bedeutenden Leihgaben aus Museums- und Privatbesitz beleuchtet das Kurpfälzische Museum Heidelberg das Imaginäre in der modernen Kunst und seine Wurzeln in der Romantik.
Ein Neues habe ich gefunden: Die wahre Kunst ist Unwirklichkeit üben. Das Höchste! So notierte Lovis Corinth (1858–1925) am Ende seines Lebens in sein Tagebuch. Damit stellt der Maler ein jahrhundertelang gültiges Prinzip der bildenden Künste in Frage: das Primat der Naturnachahmung, also das Ziel einer möglichst lebensnahen Wiedergabe der sichtbaren Wirklichkeit. Um 1900 vollzogen die Künstler der Avantgarde einen radikalen Bruch und schufen „Unwirklichkeiten“: Farbe und Form verselbständigten sich und gewannen zugleich Symbolcharakter. Nicht mehr die äußere Wirklichkeit, sondern das Innenleben, das Empfinden des Künstlers steht nun im Mittelpunkt. Die Wurzeln dieser neuen imaginativen Kunst liegen bereits in der Romantik.
Diese Zusammenhänge vermittelt das Kurpfälzische Museum vom 14. Oktober 2018 bis zum 17. Februar 2019 in einer Sonderausstellung mit hochkarätigen Leihgaben von namhaften Künstlern wie Francisco de Goya, Caspar David Friedrich, Lovis Corinth, Edvard Munch, Giorgio de Chirico, Emil Nolde, Ernst Ludwig Kirchner, Max Pechstein und anderen. Zu den Leihgebern gehören namhafte Museen wie die Hamburger Kunsthalle, das Städel Museum, das Kunstmuseum Basel und die Fondazione Carima im italienischen Macerata. Darüber hinaus werden außergewöhnliche Werke aus exklusiven Privatsammlungen gezeigt, die bislang nur selten oder nie öffentlich zu sehen waren und damit ein besonderes Kunsterlebnis garantieren.
Die Ausstellung spannt den Bogen von der Zeit um 1800 bis zur klassischen Moderne im frühen 20. Jahrhundert und darüber hinaus. Gerade in der Gegenüberstellung romantischer und moderner Werke wird das Konzept der Unwirklichkeit und sein Voranschreiten besonders anschaulich. Dabei beschäftigen sich die fünf Schwerpunkte der Schau mit Themen wie der Symbolisierung der Landschaft, mit Bildern des Inneren und Unbewussten oder der „Wirklichkeitszertrümmerung“ in der Moderne. Die thematische Ausrichtung ist in der deutschen Museums- und Ausstellungslandschaft einzigartig, ebenso die überraschende und augenöffnende Auswahl und Zusammenstellung der bedeutenden Werke.

Constantin von Kügelgen, Die Blaue Grotte, 1833


Textilsammlung Max Berk Ziegelhausen


7. Europäische Quilt-Triennale

16. September 2018 bis 6. Januar 2019


Einen Beitrag zu einem starken Europa können vielleicht in bescheidenem Maße Wettbewerbe wie die Europäische Quilt-Triennale leisten. Nachdem die European Art Quilt Foundation nach ihrem Grande Finale im Sommer 2017 ihre Tätigkeit eingestellt hat, ist die Europäische Quilt-Triennale auf dem europäischen Sektor zeitgenössischer künstlerischer Quilts umso bedeutender geworden. Nun steht die Auswahl für die am 16. September 2018 startende Ausstellungstournee fest: Die Jurorinnen Elisabeth Brenner-Remberg aus Schweden, Gabi Mett aus Deutschland, Leslie Morgan aus England, Cosabeth Parriaud aus Frankreich und die Museumskuratorin Dr. Kristine Scherer haben dafür 41 Exponate aus 11 europäischen Ländern aus einer Gesamteinreichung von 161 Arbeiten ausgesucht. Die interessante Schau bietet ein breites Spektrum an Techniken, Konzepten und Themen und stellt einen spannenden Schnappschuss der aktuellen europäischen Quiltszene dar.

Mehr lesen zur Sonderausstellung 7. Europäische Quilt-Triennale