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Denkmalpflege

Seit seiner Gründung 1879 nimmt das Kurpfälzische Museum als eine der ganz wenigen Institutionen im Lande eine zusätzliche Funktion als „grabendes Museum“ wahr. Seit 1971 werden die Ausgrabungen im Auftrag des Landesdenkmalamtes Baden-Württemberg durchgeführt. 

Archäologische Denkmalpflege ist heute mehr denn je auf eine gute Kooperation aller Partner angewiesen. Dem Wunsch des Bauherren nach einer möglichst zügigen und kostengünstigen Fertigstellung seines Gebäudes steht der Auftrag des Archäologen gegenüber, die einzelnen Schichten des Bodens nach Überresten der Vergangenheit zu durchforschen und zu dokumentieren. In Heidelberg sind die Archäologen vor Ort und arbeiten mit den entsprechenden städtischen Ämtern, den Bauherren und Architekten Hand in Hand. Diese enge Zusammenarbeit erzielt schnell und effizient Ergebnisse. Als Untere Denkmalschutzbehörde erhält das Museum alle Bauanfragen zur Begutachtung, bei denen mit Bodeneingriffen in archäologisch relevanten Zonen zu rechnen ist. Die Stellungnahmen erfolgen in Absprache mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe und sind dadurch verbindlicher Bestandteil der Baugenehmigung. Dennoch ist der Archäologe aber immer wieder auf die Aufmerksamkeit der Bevölkerung angewiesen. Deshalb eine dringende Bitte: Melden Sie archäologische Funde und Beobachtungen! Sie helfen damit, unersetzbare Zeugnisse der Vor- und Frühgeschichte vor ihrer undokumentierten Zerstörung zu bewahren.
Gerade bei der Bearbeitung der vielen Ausgrabungsfunde ist die tatkräftige, engagierte Mithilfe ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unentbehrlich geworden. Sie helfen beim Reinigen und Magazinieren, sie unterstützen die Restauratoren in den Werkstätten und leisten Zuarbeiten bei der Katalogisierung und Inventarisierung der zahlreichen Funde. Sie sind unverzichtbar bei den Arbeiten in Diathek und Bildarchiv und nicht zuletzt dank ihres unermüdlichen Einsatzes kann die Bearbeitung des Gräberfeldes von Heidelberg-Neuenheim zügig vorangehen.

Hier lesen Sie mehr über die Bedeutung der ehrenamtlichen Arbeit am Kurpfälzischen Museum, die im Dezember 2009 mit der Verleihung der Bürgermedaille gekrönt wurde.

Römischer Tiefbrunnen

Römischer Tiefbrunnen

Beim Bau einer Tiefgarage unter dem Altklinikum wurde 1994 ein mit Töpfereiabfall verfüllter römischer Tiefbrunnen freigelegt. Der gemauerte Brunnenschacht konnte bis auf die Sohle in 15 m Tiefe baubegleitend untersucht und der Inhalt geborgen werden.

 

Ehrenamtliche Mitarbeiterin beim Scherbepuzzle

Ehrenamtliche Mitarbeiterin

beim „Scherben-Puzzle“. Nachdem die Keramikscherben gewaschen und getrocknet sind, beginnt die mühsame Arbeit des Sortierens nach Farben und Warengattungen. Damit werden Scherben einzelnen Gefäßen zugeordnet, erst danach wird versucht, ein Gefäß  zusammenzusetzen und zu kleben.