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Scylla und Charybdis, 1829
Carl Rottmann (1797 - 1850)
Aquarell, Inv. Nr. Z 1398
Die fast transparent anmutende Studie ist ein schönes Beispiel für Rottmanns zarten Aquarellstil dieser Zeit. In ihrer Leichtigkeit und der Fixierung eines Licht-Wetter-Phänomens erinnert sie flüchtig an Turners atmosphärische Studien und Aquarelle. Rottmann fertigte während seiner zweiten Italienreise 1828/29 zahlreiche Skizzen und Studien für die von König Ludwig I. von Bayern in Auftrag gegebene Freskierung der Münchner Hofgartenarkaden mit einem Zyklus italienischer Ansichten. Das überwiegend in Blaugrau gehaltene Aquarell bereitet in der Wahl des Bildausschnitts und der Platzierung des Segelschiffs im aufgewühlten Meer das Fresko direkt vor. In der homogenen Tonigkeit der Ansicht bilden das Segelschiff und der kräftig akzentuierte Charybdisfelsen einen aufeinander bezogenen farblichen und kompositorischen "Gegenakzent". Das Motiv lässt an Homers 'Odyssee', die Seeungeheuer Scylla und Charybdis denken, die für die Bedrohlichkeit des Ortes stehen. So thematisiert auch Rottmann (ganz allgemein) die Gefährdung des Menschen. Faktisch ist das Befahren der Gewässer bis heute für Schiffer gefährlich, denn zwischen den gefährlichen Strudeln und Strömungen der Scylla- und Charybdisfelsen driften zwei Kontinentalplatten auseinander, die die Meerenge von Messina zudem zu einer besonders erdbebengefährdeten Zone machen.
Foto: Museum (K. Gattner)
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