HomeMuseumSammlungKunstwerk des MonatsKunstwerke des Monats 2018

Kunstwerke des Monats

2018

Preispokal Badenia, Werkstatt Nikolaus Trübner (1849 – 1910) Heidelberg, datiert 1911, Silber vergoldet, gemarkt (Foto: KMH)

Januar 2018

Badenia: ein Preispokal von Nikolaus Trübner

In der Heidelberger Universitätsbibliothek wird derzeit die Ausstellung „Reine Malerei“ mit Werken des Heidelberger Künstlers Wilhelm Trübner anlässlich seines 100. Todestages gezeigt. Dessen Bruder, der Badische
Hofgoldschmied Nikolaus Trübner, ist weniger bekannt. Dabei verbindet sich sein Name ebenfalls eng mit der Geschichte seiner Heimatstadt. Das Kurpfälzische Museum besitzt einige Werke und Dokumente des Goldschmieds.

„Tele“, Holzschnitt, 1965 61 x 43 cm, 4/55 (Auflage) (Foto: KMH)

Februar 2018

Klaus Staeck (*1938 Pulsnitz)

Vielen ist er bekannt, ohne seinen Namen zu kennen. Durch Plakate, Postkarten, Pins und Aufkleber ist er seit Beginn der 70er Jahre in unserer Republik allgegenwärtig. Seinen künstlerischen Weg hat Klaus Staeck mit abstrakter Malerei und klassischer Drucktechnik, der Monotypie und dem Holzschnitt begonnen. Der Autodidakt, wie er sich selbst bezeichnet, damals noch Jurastudent, hatte in seinem kleinen Heidelberger
Wohnheimzimmer keinen Platz für raumgreifende Leinwände. Er übte sich in der Drucktechnik und sah früh die Möglichkeit, die entstandenen Arbeiten auszustellen und in Auflagen zu verkaufen.

Tiefdruck (Tiefdruckplatte hergestellt aus einer Daguerreotypie) 8,1 cm x 10,6 cm (Platte), 19,7 cm x 28,3 cm (Blatt) (Foto: KMH)

März 2018

Aus den Anfangszeiten der Fotografie

Das Kurpfälzische Museum bewahrt einen außergewöhnlichen Druck, der eine Ansicht der Kirche Saint-Sulpice in Paris zeigt. Die beiden ungleichen Türme und die obere Hälfte der Westfassade sind hinter rückseitigen Hausfassaden und Hinterhöfen zu sehen. Einzelne Ziegelsteine treten durch feinste Linien hervor. Im Vordergrund begrenzen Bäume und Büsche den Bildausschnitt. Der Himmel ist klar und durch keinerlei Kontur gekennzeichnet.

Erinnerungen an den 04. Januar 1925, 1925, Lithographie 30,8 x 23,1 cm (Darstellung) 32,5 x 24,9 cm (Blatt) (Foto: KMH)

April 2018

Karl Hubbuch

„Der Welt den Spiegel vorhalten“, mit diesem Zitat aus Shakespeares Hamlet umschrieb Karl Hubbuch die Intention seiner Kunst (Brief an Franz Roh vom 12. Februar 1953). Wie bei vielen Arbeiten der 1920er Jahre hat Hubbuch auf dem Blatt mit den „Erinnerungen an den 04. Januar 1925“ einen autobiographischen Inhalt in einen größeren gesellschaftlichen Rahmen eingebettet. Dies ist ihm durch einen collageartigen Aufbau mit  ehreren Erzählebenen gelungen.

Matthäus Merian (1593–1650) 1618, Kupferstich und Typendruck,10,8 x 14,8 cm (Plattenrand) in Theatrum Europaeum, 1. Ausgabe 1635 (Foto: KMH)

Mai 2018

Der Komet über Heidelberg

Am 23. Mai 1618 warfen Vertreter der böhmischen Stände die königlichen Statthalter Jaroslav Borsita Graf von Martinitz und Wilhelm Slavata sowie deren Kanzleisekretär Philipp Fabricius in einer spektakulären Protestaktion aus einem Fenster des Prager Hradschin in den Burggraben. Alle drei überlebten diesen Sturz aus etwa 17 Meter in die Tiefe, nur einer von ihnen verletzte sich leicht am Kopf. Dieser sogenannte zweite Prager Fenstersturz markierte den Beginn des Aufstands der böhmischen Protestanten gegen die katholischen Habsburger und wird heute gemeinhin als Auslöser des Dreißigjährigen Krieges (1618 – 1648) gedeutet.

Reichsadlerglas mit Inschrift: Das gantze Heilige Römische Reich Mitt Seinen gliedern All Zu gleich // VIVAT // G.W.M Z B // Anno 1616“ Bläuliches Glas, geblasen, mit Emailfarben bemalt; H. 13,5 cm, Dm. 10,5 cm (Foto: KMH)

Juni 2018

„Vivat“ - Trinken auf die Einheit

Für historische Emailgläser interessieren sich heute vorwiegend Kenner und Sammler. Die Thematik entspricht nicht dem Zeitgeist des 21. Jahrhunderts. Überhaupt wünscht man sich für die Sammlungsbereiche des Kunsthandwerks, zu dem auch historische Gläser gehören, mehr Aufmerksamkeit. Dabei war Glas vor 400 Jahren ein sehr teurer Werkstoff. Der Transport von abgelegenen Glashütten zum Abnehmer war riskant und mühsam. Gläser, die viele Jahrhunderte unzerstört überstanden, die Kriege und mehrere Eigentümer überdauert haben, sind kostbare Zeugnisse ihrer Zeit.

Abbildung links Guido Schmitt (Heidelberg 1834-1922 Miltenberg) 1907, Öl auf Leinwand, 141,5 x 91, 5 cm (Foto: KMH)

Juli 2018

Carl Metz zum 200. Geburtstag

„Lebt wohl und bleibt bei eurem dummen Latein! Ich weiß Besseres und werde Schlosser!“ Mit diesen Worten verabschiedete sich am letzten Schultag vor den Sommerferien der 15jährige Carl Metz von seinen Klassenkameraden in der Tertia am Mannheimer Lyceum. Er „strahlte von Zuversicht.“ Die Eltern, Vater Melchior war Gerichtsschreiber und Mutter Sophie die Tochter des angesehenen Heidelberger Professors für Arzneimittel Wilhelm Mai, werden hingegen weniger erbaut gewesen sein, hatten sie doch für ihren begabten Sohn eine akademische Karriere ins Auge gefasst.

Sitzender Jüngling mit Vögeln, 1957 (Foto: KMH)

August 2018

Karin Bruns

Ein Jugendlicher sitzt auf einem Stuhl. Ruhig streckt er beide Arme aus, auf seinen Händen sind zwei Vögel gelandet. Ihre kleinen Krallenfüßchen schließen sich um seine Finger, die Flügel flattern beim Landen. Der junge Mensch hält vielleicht den Atem an, lässt die beiden gefiederten Wesen nicht aus den Augen. Spürt er Freude aufsteigen über diese Begegnung zwischen Mensch und Tier?

Komposition in Blau, 1964 bezeichnet unten links: h T 64, Pastellkreide in schwarz und blau, 24,9 x 18,1 cm (Foto: KMH)

September 2018

Hann Trier

„Komposition in Blau“ wurde zwar nicht mit Pinsel gemalt, dennoch lässt sich auch in der Bewegung der Pastellkreiden der Rhythmus nachvollziehen. Dieser fand durch einen dreijährigen Kolumbien-Aufenthalt Einzug in Hann Triers Schaffen. Zunächst als kurze Arbeitsreise für eine Werbefirma geplant, kehrte er erst 1955 wieder nach Deutschland zurück. Seine Kunst wandelte sich in der südamerikanischen Republik in Abhängigkeit zu
den Lebensumständen, die im Kontrast zu Mitteleuropa standen.

Nikolaus Trübner (1849 – 1910) Gürtelschnalle, vor 1910, Silber, Höhe 7 cm, Breite 7,3 cm (Foto: KMH)

Oktober 2018

Ein Kranz von Rosen

Zwei Engel mit großen Flügeln, die über zwei Wolkenbänken schweben, halten einen Kranz mit 5 vergoldeten Rosen, in dessen Zentrum ein geöffneter Zirkel zu erkennen ist. Dieses Motiv zeigt eine schön gearbeitete Gürtelschnalle aus Silber. Hergestellt wurde dieses besondere Kleinod von dem in Heidelberg ansässigen Badischen Hofgoldschmied Nikolaus Trübner vor 1910.

Monogrammist P. S., gedruckt bei Hieronymus Galler in Oppenheim 1617 Radierung und Typendruck, 34,8 cm x 28,0 cm (Foto: KMH)

November 2018

Aus der Frühzeit archäologischer Forschung

Im Jahr 1990 traute ein Winzer aus Windesheim (Landkreis Bad Kreuznach) seinen Augen kaum, als beim Bau seines Eigenheimes römische Mauern zu Tage kamen. Für die rheinland-pfälzischen Landesarchäologen kam der Fund jedoch nicht überraschend, schließlich sind die antiken Überreste seit über 400 Jahren bekannt. Das verdanken wir einem illustrierten Flugblatt aus dem Jahr 1617, von dem sich ein Druck unter der Inventarnummer S 4709 in der Graphischen Sammlung des Kurpfälzischen Museums befindet.

Capri, Faraglioni bei Mondschein, 1850er / 1860er Jahre Öl auf Leinwand, 71,5 x 95 cm (Foto: KMH)

Dezember 2018

Bernhard Fries

Gezeigt ist eine Meeresbucht, die sogenannte Piccola Marina auf Capri, in der die berühmten Felsen, die Faraglioni, aus dem Meer aufragen. Diese Ansicht war bei den deutschen Künstlern, die im Verlauf der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach Rom und Neapel reisten, sehr beliebt.