HomeMuseumSammlungKunstwerk des MonatsKunstwerke des Monats 2014

2014

Kunstwerke des Monats

Johann Nepomuk Strixner nach Rogier van der Weyden (Foto: KMH)

Januar 2014

Verkündigung*

Die gebürtigen Kölner Melchior und Sulpiz Boisserée begannen sich 1804 für Werke religiöser Kunst des Mittelalters in ihrer Heimatstadt zu interessieren, die in der Umbruchszeit der Napoleonischen Ära oftmals Verfall und Zerstörung preisgegeben waren. Durch die Säkularisation gelangten bedeutende Kunstwerke aus kirchlichem und klösterlichem Besitz in die Hände von Händlern, Trödlern und Privatpersonen.

Fürst Carl Christian von Nassau-Weilburg, letztes Drittel 18. Jahrhundert Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, H. 38 cm, KMH, Inv. Nr. Po 47 (Foto: KMH)

Februar 2014

Wer ist dieser Mann?

Die Portraitbüste gilt als vornehmste Aufgabe der Bildhauerkunst. Vollplastisch und oftmals lebensgroß stellt sie dem Betrachter den Porträtierten vor Augen. Gerade in der Epoche der Aufklärung spiegelt die Büste die Entdeckung der Individualität und die Auseinandersetzung um die künstlerische Wiedergabe des Individuums wider.

Kerstiaen de Keuninck (Kortrijk um 1560 – um 1633 Antwerpen) Öl auf Holz, Inv. Nr. G 2611 (Foto: KMH)

März 2014

Die Bekehrung des Saulus

Der Flame Kerstiaen de Keuninck, erstmals 1577 in Antwerpen erwähnt, wurde 1580/81 als Meister in die dortige St. Lukasgilde aufgenommen. Er hat seine Heimat nicht wie andere niederländische Künstler aus religiösen Gründen verlassen; auch eine damals übliche Italienreise ist für ihn bisher nicht nachgewiesen. Stilistische Nähe besteht zu Gillis van Coninxloo, der sich 1587–1595 in Frankenthal aufhielt.

George Vertue: William Shakespeare, 1719 Kupferstich, 36 cm x 24,4 cm, Inv. Nr. S 7488 (Foto: KMH)

April 2014

William Shakespeare: eine Komödie der Irrungen?

„Ein junger Mann aus einer kleinen Provinzstadt, ..., siedelt gegen Ende der 1580er Jahre nach London über und wird in bemerkenswert kurzer Zeit zum größten Dramatiker nicht nur seiner Zeit, sondern aller Zeiten. Wie lässt sich eine Leistung dieser Größenordnung erklären? Wie ist Shakespeare zu Shakespeare geworden?“

„Recht auf Arbeit, Recht auf Kultur“ Plakat für die Maikundgebung 1. Mai 1978, verkleinerte Offsetreproduktion des Originalholzschnittes für die Industriegewerkschaft Druck und Papier (Foto: KMH)

Mai 2014

HAP (Helmut Andreas Paul) Grieshaber (Rot a.d. Rot 1909 – 1981 Achalm)

DRUCKEN. Unter dem Motto „Ich sag´s mit Drucken“ arbeitete HAP Grieshaber bis zu seinem Tod am 12.5.1981. Er folgte nicht nur dem „Glück der Hand“, bewegte sein Messer durch das Holz, wählte Papiere und stand an der Druckerpresse, sondern er, der sich selbst gern als „homme engagé“ charakterisierte, machte mit seiner Arbeit Politik.

Ovales Medaillon mit dem Brustbild des Joseph Anton von Geiger (gest. 1793), Johann Peter Melchior, Ritzmarke Adam Clair um 1785, KMH Po 93 (Foto: KMH)

Juni 2014

Das Ehepaar Geiger – Porträtreliefs aus der Porzellanmanufaktur Frankenthal

War die vollplastische Büste zunächst den Regenten vorbehalten, so ließen sich im 18. Jahrhundert Adelige und wohlhabende Bürger im Reliefmedaillon porträtieren. Oftmals wurden Ehepaare oder ganze Familien dargestellt. Die gegenüber vollplastischen Werken preisgünstigeren
Reliefbildnisse wurden im ausgehenden 18. Jahrhundert in großer Zahl produziert. Sie waren Ehrenbezeugungen und als persönliche Geschenke für Freunde und Verwandte beliebt.

Vivatbänder 1914, Entwurf Lovis Corinth, Mischgewebe Maße ca. Länge 40 cm x Breite 6,4 cm, Konvolute im KMH, (Foto: KMH)

Juli 2014

VIVATBÄNDER: Kriegsspende und Sammlerstücke im Ersten Weltkrieg

Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen, denn fürchten wir uns nit zu sehr … Es sollt uns doch gelingen …“ Mit diesem Lutherzitat aus dem Lied „Ein feste Burg“ kommentiert der Berliner Künstler Lovis Corinth (1858–1925) das von ihm gestaltete Vivatband „Der Krieg 1914“.

Landschaft mit zwei Akten und Kuh, 1914 Öl / Leinwand, 81,7 x 70,7 cm (Foto: KMH)

August 2014

Heinrich Campendonk (Krefeld 1889 – 1957 Amsterdam)

Das vom Künstler signierte und datierte Gemälde ist formal und farblich in spannungsreichen Kontrasten angelegt. Unter Aufhebung jeder Lokalfarbigkeit erscheinen im Bildzentrum in starken Komplementärkontrasten zwei Protagonisten wie Sinnbilder des paradiesisch natürlichen
Urzustandes des Menschen. Handlungslos und ohne individuelle Physiognomie sind sie anonyme Verkörperungen warmer und kalter Farben: ein weiblicher Akt in Rot-Gelb und ein männlicher in Blau-Grün.

Rekonstruktion eines renaissancezeitlichen Kachelofens um 1500 (Foto: KMH)

September 2014

Archäologische Untersuchungen beim kurfürstlichen Wolfsbrunnen in der Wolfsbrunnensteige 15

Seit Jahrhunderten ranken sich Sagen und Geschichten um den Wolfsbrunnen. Die Funde von zwei Steinbeilen beweisen eine Besiedlung der Gegend um den Wolfsbrunnen schon während der Jungsteinzeit. Erstmalig historisch belegt ist der Ort durch eine Nennung des „Hauses des Wolfskreisers (Wolfsjägers) der Pfalzgrafen bei Rhein zu Heidelberg“ in einer Urkunde aus dem Jahre 1465. 1550 wird die Quelle in ein Brunnenhaus gefasst.

Bildnis eines Unbekannten mit integriertem Rahmen (Foto: KMH)

Oktober 2014

Bildnis eines Unbekannten mit integriertem Rahmen

Das aus der Sammlung Graimberg stammende Bildnis gibt bis heute sowohl hinsichtlich des Porträtierten als auch seines Malers Rätsel auf. In der Vergangenheit wurde dieser als niederrheinisch oder norditalienisch bezeichnet, man sah in ihm wechselweise Jacopo de Barbari, einen
unbekannten Ravensburger Künstler, einen süddeutschen Meister oder den „Meister der Kemptener Christusfolge“ aus dem Bodenseegebiet.

Gehöft auf Guernsey, um 1798/1805, Bleistift, Kohle, 23,8 x 37,6 cm (Foto: KMH)

November 2014

Charles de Graimberg (Paars 1774 – 1864 Heidelberg)

Am 10.11. 2014 jährt sich der Todestag Charles de Graimbergs zum 150. Male. Die Sammlung des begeisterten Zeichners bildet den Grundstock der Bestände des Kurpfälzischen Museums der Stadt Heidelberg. Graimbergs künstlerische Affinität manifestierte sich bereits in seiner Schulzeit. Die folgenden drei Beispiele seiner frühen Zeichnungen stehen gleichermaßen für drei Lebensphasen Graimbergs – die Kindheit und Jugendzeit in der Champagne, die Zeit des Exils auf der Kanalinsel Guernsey und die Rückkehr in die alte Heimat Frankreich.

Vom Winde verweht“ Tuschezeichnung, Aquarell, 1985, 65 x 52,2 cm Geschenk der Künstlerin an das Kurpfälzische Museum der Stadt Heidelberg (Foto: KMH)

Dezember 2014

Franziska Becker (*1949 in Mannheim)

„Freedom is just another word for nothing left to lose…” (Janis Joplin) Eine einsame Gestalt geht mit entschiedenem Schritt quer über den nächtlichen Heidelberger Marktplatz, heftig „vom Winde verweht“, (frei nach dem gleichnamigen Roman von Margret Mitchell von 1936, verfilmt 1939), die Hände in den Jackentaschen, in punkiges Schwarz gekleidet, mit zipfeligem Rock.