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Sammlungsgebiet Textilsammlung Max Berk

Zwei Damenkostüme, ca. 1875 und 1915 sowie Kinderkleid von 1760 (Foto: Renate Deckers-Matzko)
Zwei Damenkostüme, ca. 1875 und 1915 sowie Kinderkleid von 1760

Das Sammlungsgebiet der Textilsammlung Max Berk umfasst schwerpunktmäßig europäische und außereuropäische Textilien aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert.

In manchen Bereichen wie außereuropäischen Grabfunden reichen die Museumsobjekte jedoch auch bis in das 1. Jahrtausend nach Christus zurück und bilden einen Gegenpol zu textilen Kunstwerken der Gegenwart. Systematische Ankäufe in den Gründungsjahren (1970er Jahre) legten den Grundstein für die heutige Sammlung, die stetig ergänzt wird.

Damen- und Kindermode aus drei Jahrhunderten

Ein wichtiger Sammlungsbereich widmet sich der Damen- und Kindermode von der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts.

Manche Kleidungsstücke lassen sich mit bestimmten Personen im Umfeld der Kaiserin Charlotte von Mexiko oder Kaiserin Sissi von Österreich in Verbindung bringen. Die meisten Kostüme jedoch sind unbekannter Herkunft und häufig im Laufe der Jahre umgearbeitet worden. Aber auch diese Veränderungen dokumentieren den Wandel der Mode sowie die Kostbarkeit und Materialknappheit von Stoffen in Zeiten vor unserer heutigen Wegwerfgesellschaft.

Amish-Quilt Blumenkorb, Illinois oder Indiana/U.S.A., ca. 1910 (Foto: Gattner)
Amish-Quilt Blumenkorb, Illinois oder Indiana/U.S.A., ca. 1910

Antike Patchworkquilts

Von der Wertschätzung textiler Materialien zeugt auch die Sammlung englischer und amerikanischer Patchworkquilts, deren Grundstock in den 1970er und 1980er Jahren Doris Winter, Tochter des Museumsgründers, gelegt hatte. In liebevoller und zeitaufwändiger Handarbeit wurden diese Tagesdecken von Frauen aus Resten abgetragener Kleidungsstücke angefertigt.

Bei den als Sammlerstücken begehrten Quilts der Amish People schlägt sich diese Resteverwertung vor allem in der typischen Farbpalette und der Beschränkung auf unifarbene Stoffe nieder.

Textile Wandobjekte

Gobelin „Le Cirque“, im Auftrag von Marc Chagall von der belgischen Weberin Yvette Cauquil-Prince ausgeführt, 1960er Jahre (Foto: KMH)
Gobelin „Le Cirque“, im Auftrag von Marc Chagall von der belgischen Weberin Yvette Cauquil-Prince ausgeführt, 1960er Jahre

Wandbehänge haben sich im 20. Jahrhundert zu eigenständigen Kunstwerken emanzipiert. Dem trägt die Sammlungsstrategie des Museums Rechnung, indem Highlights wie der Gobelin „Le Cirque“ von Marc Chagall und Yvette Cauquil-Prince, aber auch zeitgenössische Artquilts wie die Videoinstallation „Timeless in Time“ von Mirjam Pet-Jacobs angekauft wurden.

Die Ausstellungsreihe der Europäischen Quilt-Triennale ergänzt die Bemühungen, den textilen Künsten zu einer adäquaten Anerkennung zu verhelfen.

Detail aus einer Borte aus Alt-Peru/Nacza Kultur, 2. bis 8. Jh. n.Chr. (Foto: KMH)
Detail aus einer Borte aus Alt-Peru/Nacza Kultur, 2. bis 8. Jh. n.Chr.

Außereuropäische Textilien

Dieser Sammlungsbereich zeugt vom Einfallsreichtum und der ungeheuren Vielfalt gestickter, genähter, gewebter, gefärbter oder bemalter Objekte aus Asien, Afrika und Südamerika.

Gesammelt werden vorrangig Objekte, die in einem rituellen oder zeremoniellen Kontext stehen, so beispielsweise textile Grabfunde aus Alt-Peru, indonesische Ikats oder japanische Hochzeitskimonos, die sogenannten Uchikake. Die Motivik spielte dabei eine wichtige Rolle, um Geister abzuwehren oder dem Träger gute Wünsche mit auf den Weg zu geben.