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Graphische Sammlung

Matthäus Merian d. Ä., Heidelberga – Heidelberg, Stadt und Schloss von Norden, 1621 (Foto: KMH)
Matthäus Merian d. Ä., Heidelberga – Heidelberg, Stadt und Schloss von Norden, 1621 (Foto: KMH)

In der Graphischen Sammlung werden insgesamt rund 20.000 Kunstwerke auf Papier vom 15. bis zum 21. Jahrhundert betreut. Die Sammlung zeichnet sich durch ihren hohen Anteil an Zeichnungen aus: insgesamt 7.000 Unikate.

Einen besonders wertvollen Bestand bilden die zahlreichen Zeichnungen der Romantiker Carl Philipp Fohr, Ernst Fries und Carl Rottmann. Zu diesem Sammlungsschwerpunkt hinzu kommen gedruckte Porträts bedeutender Persönlichkeiten, vor allem der kurpfälzischen Geschichte, und Ansichten der Kurpfalz, besonders der Stadt Heidelberg.

Der Grundstein für die kontinuierliche Erweiterung der Sammlung mit Werken der Klassischen Moderne bis zur Gegenwart wurde mit Blättern von Künstlern wie Marc Chagall, Max Ernst, Marie Marcks, Ludwig Meidner, Joan Miró, Hanna Nagel und Emil Nolde gelegt.

Marc Chagall, L'ours et les deux compagnons, um 1926/27, Geschenk von Roberta Grunebaum, Boston 1993 (Foto: KMH)
Marc Chagall, L'ours et les deux compagnons, um 1926/27, Geschenk von Roberta Grunebaum, Boston 1993 (Foto: KMH)

Heidelberger Romantik

In Heidelberg, seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts ein Zentrum der deutschen Romantik, versammelten sich nicht nur Dichter und Denker wie Achim von Arnim, Clemens Brentano und Joseph von Eichendorff.

Auch erhielten begnadete Zeichner wie Carl Rottmann, Carl Philipp Fohr und Ernst Fries ihren ersten Zeichenunterricht in der Neckarstadt bei Friedrich Rottmann, dem Vater Carl Rottmanns.

Die wunderbar ausgearbeiteten Landschaftszeichnungen von Carl Philipp Fohr, die virtuos hingeworfenen Aquarelle vom späteren großherzoglich-badischen Hofmaler Ernst Fries und die stimmungsvollen Gemäldevorstudien vom späteren königlich-bayerischen Hofmaler Carl Rottmann zählen zu den kostbarsten Schätzen der Graphischen Sammlung.

Porträts

Bis zum Aufkommen fotomechanischer Reproduktionstechniken waren Holzschnitt, Kupferdruck und Lithographie die wichtigsten Verfahren zur massenhaften Verbreitung der Porträts von Personen des öffentlichen Lebens.

Carl Philipp Fohr, Selbstbildnis, 1816, Geschenk der Geschwister Fohr 1908 (Foto: Gattner)
Carl Philipp Fohr, Selbstbildnis, 1816, Geschenk der Geschwister Fohr 1908 (Foto: Gattner)

Die Graphische Sammlung besitzt rund 4.000 gedruckte Porträts, darunter das Bildnis Philipp Melanchtons von Albrecht Dürer. 

Ein besonders guter Bestand ist bei den Regenten- und Adelsporträts des 17. Jahrhunderts zu verzeichnen. Nicht nur der „Winterkönig“ Friedrich V. und seine Familienmitglieder, seine Berater und Feldherren sind hier stark vertreten, sondern auch die hohen Adeligen der europäischen Großmächte, seien es die römisch-deutschen Kaiser, König Louis XIV. von Frankreich, Oliver Cromwell oder Christina von Schweden.

Hinzu kommen Künstlerbildnisse wie das Porträt des Jacob Jordaens von Anthonis van Dyck. Unter den Dichtern des 17. bis 19. Jahrhunderts finden sich die Bildnisse von William Shakespeare und Johann Wolfgang von Goethe. 

Überdies sind Musiker wie Robert und Clara Schumann sowie Naturwissenschaftler und Erfinder wie James Watt, Alexander von Humboldt, Hermann von Helmholtz, Robert Wilhelm Bunsen, Ärzte wie Robert Koch und Rechtsgelehrte wie Hugo Donellus, Anton Justus Friedrich Thibaut und Carl Joseph Anton Mittermaier vertreten.

Besonders wertvoll sind über vierzig mit Bleistift fein gezeichnete Bildnisse von Künstlern, die in Rom im Café Greco zusammentrafen und die der jung im Tiber ertrunkene Carl Philipp Fohr porträtiert hat.

Heidelberg und das Schloss

Carl Rottmann, Blick auf das Heidelberger Schloss von Osten bei Sonnenuntergang, 1815 (Foto: KMH)
Carl Rottmann, Blick auf das Heidelberger Schloss von Osten bei Sonnenuntergang, 1815 (Foto: KMH)

Einen weiteren Schwerpunkt bilden rund 850 gedruckte Ansichten der Stadt Heidelberg mit seinen Sehenswürdigkeiten. Dazu zählen Detailansichten einzelner Stadtviertel oder Gebäude, aber vor allem Darstellungen des Heidelberger Schlosses.

Mit rund 300 Drucken besitzt das Kurpfälzische Museum die größte Sammlung von Ansichten des Schlosses. Hinzu kommen zahlreiche Zeichnungen.

Die Ruine auf dem Schlossberg wurde im 19. Jahrhundert zu einer Ikone der Romantik. Die Drucke und Zeichnungen der Graphischen Sammlung, insbesondere des Museumsgründers Charles de Graimberg, dokumentieren die Veränderungen der Schlossanlage mit seinen verschiedenen Gebäuden über die letzten 400 Jahre hinweg.

Museumsmitarbeiterin im Depot (Foto: Diemer)

Arbeiten auf Papier werden aufgrund ihrer Lichtempfindlichkeit grundsätzlich im Depot aufbewahrt und nur in zeitlich begrenzten Sonderausstellungen gezeigt.

Bitte vereinbaren Sie einen Termin per E-mail (josua.walbrodt@heidelberg.de) oder Telefon (06221 58 34 110), wenn Sie sich Originalwerke aus der Graphischen Sammlung im Studiensaal vorlegen lassen möchten.