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Neu in der Sammlung

Heidelbergs Neue Brücke (Ludwig Meidner, 1912)

Zeichnung von Ludwig Meidner "Neue Brücke" (Foto: Gattner)

Im Gegensatz zur beliebten Alten Brücke taucht die 1877 erbaute Neue Brücke (Theodor-Heuss-Brücke) selten als Kunstmotiv auf.

Der Freundeskreis des Kurpfälzischen Museums Heidelberg ermöglichte die Ersteigerung einer Zeichnung der Neuen Brücke von Ludwig Meidner (1884–1966).

Dieser zählt zu den bedeutendsten deutschen Expressionisten. Mit der geradezu apokalyptischen Darstellung der Neuen Brücke erweist er sich als Visionär einer neuen Zeit am Vorabend des Ersten Weltkriegs.

Fünf Ansichten des Schwetzinger Schlossgartens von Carl Kuntz

Carl Kuntz, Der Apollotempel, Aquatintaradierung, koloriert, Inv.-Nr. S 10855 (Foto: Gattner)
Kolorierte Aquatintaradierung von Carl Kuntz "Der Apollotempel" (Foto: Gattner)
Carl Kuntz, Die Moschee im „türkischen Garten“, Aquatintaradierung, koloriert, S 10857 (Foto: Gattner)
Kolorierte Aquatintaradierung von Carl Kuntz "Die Moschee im türkischen Garten“ (Foto: Gattner)


Im Heidelberger Kunsthandel konnte 2017 eine Folge von fünf großformatigen kolorierten Aquatintaradierungen aus dem Jahr 1795 erworben werden, die Ansichten des Schwetzinger Schlossparks zeigen. Sie stammen von dem in Mannheim geborenen Maler und Radierer Carl Kuntz (1770–1830). Ihr Erwerb gelang durch die freundliche Unterstützung des Freundeskreises des Museums von der Kurt und Eva Waibel-Stiftung. Eva Waibel war lange Jahre engagiertes Mitglied im Freundeskreis und fühlte sich der Heidelberger Kunstsammlung stets eng verbunden.

Die Blätter zeigen den Apollotempel, den Minervatempel, den Tempel der Waldbotanik, die Moschee und die Ruine einer römischen Wasserleitung im Schwetzinger Schlossgarten. Gewidmet war die Folge dem Kurfürsten Carl Theodor (1724–1799), der Schwetzingen zu seiner Sommerresidenz gemacht hatte. Die Radierungen erfuhren zu ihrer Zeit eine enorme Verbreitung. In der inschriftlichen Bezeichnung der Blätter wird der Architekt Nicolas de Pigage (1723–1796) genannt, der die dargestellten Bauwerke entworfen hatte. Pigage war kurpfälzischer Oberbaudirektor am Hof in Mannheim, Intendant der Gärten und Wasserkünste sowie der bestimmende Architekt unter Carl Theodor.

Die fünf Ansichten des Schwetzinger Schlossparks geben unterschiedliche atmosphärische und jahreszeitliche Stimmungen wieder. An ihrer farbigen Gestaltung waren sicher mehrere Künstler beteiligt. Durch die Kolorierung werden die im druckgraphischen Verfahren vervielfältigten Werke zu Unikaten.

Jäger auf einer Lichtung im Heidelberger Stadtwald

Das neu erworbene Gemälde von Bernhard Fries (Foto: Gattner)
Das neu erworbene Gemälde von Bernhard Fries (Foto: Gattner)

In dem bemerkenswert naturnah geschilderten Gemälde einer Lichtung im Heidelberger Stadtwald fängt Bernhard Fries eine frühmorgendliche Stimmung mit über dem Neckartal aufsteigenden Nebelschwaden ein. Möglicherweise ist der Auerhahnenkopf südlich von Heidelberg-Schlierbach wiedergegeben. Das helle, silbrige Licht und das Bemühen um eine realistische Naturdarstellung erinnern an die Werke der Vertreter der Schule von Barbizon. Belebt wird die Szenerie durch die Staffagefiguren zweier junger Frauen und eines Jägers, der mit seiner geschulterten Beute und seinen beiden Jagdhunden heimkehrt.

Das Œuvre von Bernhard Fries, dem 19 Jahre jüngeren Bruder des bekannten Heidelberger Romantikers Ernst Fries (1801–1833), zeichnet sich durch besondere Vielgestaltigkeit aus. Der Maler eignete sich im Laufe seiner künstlerischen Tätigkeit verschiedene Stilrichtungen an, was die Zuschreibung von Werken an ihn bisweilen erschwert. Umso wichtiger für die Beurteilung seines Werkes sind signierte Gemälde wie die Landschaft mit Jäger auf einer Lichtung. Sie stammt aus einer badischen Privatsammlung und konnte bei Winterberg Kunst in Heidelberg durch die freundliche Unterstützung des Freundeskreises des Kurpfälzischen Museums erworben werden.