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Aktuelle Forschungsprojekte

„Archäologischer Stadtplan des römischen Vicus von Heidelberg“

Alte Mauern unter Straßen. Der Stadtplan des römischen Heidelbergs entsteht am Computer (Foto: KMH)
Alte Mauern unter Straßen. Der Stadtplan des römischen Heidelbergs entsteht am Computer

Schon seit der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts finden im römischen Heidelberg Ausgrabungen statt. Mit den jüngsten Grabungen 2018 sind 307 gesicherte römische (inklusive neckarsuebische) Fundstellen bekannt. Darunter einige größere Flächengrabungen.

Mehrheitlich handelt es sich um kleinere Rettungsgrabungen und Baugrubenbeobachtungen, die besonders in den 50-er bis 70-er Jahren des letzten Jahrhunderts durch B. Heukemes gemacht wurden.

Die komplette Dokumentation dieser Grabungen (inklusive der Tagebuchaufzeichnungen) liegt heute im Kurpfälzischen Museum. Im Rahmen der „Denkmaltopographie Heidelberg“ wurden alle Fundstellen in einer Befundliste erfasst, an Hand derer 2013 die ersten Denkmallisten zur Vor- und Frühgeschichte der Stadt erstellt wurden.

Im Rahmen des Forschungsvorhabens werden an Hand der KMH-Ortsakten und der Dokumentation alle Holz- und Steinbefunde gesichtet und (wenn noch nicht geschehen) verortet, das heißt in das städtische Vermessungssystem auf Katasterpläne (1:2.000) eingehängt werden.

Im Anschluss erfolgt dann die eigentliche Zuordnung der Einzelbefunde zu Gebäudestrukturen, deren Kategorisierung in militärisch, zivil, öffentlich und so weiter und schließlich die endgültige kartographische Umsetzung im vorgegebenen Maßstab 1:2.500.

Das Forschungsvorhaben findet in Kooperation und mit finanzieller Förderung durch das Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart und dem Vermessungsamt der Stadt Heidelberg statt. 

Auswahl von Fundobjekten aus dem sogenannten Tilly-Fund (Foto: KMH/Kemmet)
Auswahl von Fundobjekten aus dem sogenannten Tilly-Fund

Der Tillyfund: Einblicke in das Soldatenleben während des Dreißigjährigen Krieges

Wie lebten 15.000 Männer, die während einer fast drei Monate dauernden Belagerung auf den Höhen über Heidelberg campierten?

Unsere Vorstellung über den Tagesablauf eines einfachen Söldners im Dreißigjährigen Krieg wird im Wesentlichen durch zeitgenössische Literatur und Darstellungen, wie beispielsweis die berühmte Graphikserie „Les grandes misères de la guerre“ von J. Callot, geprägt.

Eine unerwartete Vervollständigung erfuhren die lange bekannten Schrift- und Bildquellen durch mehr als 3.000 archäologische Einzelfunde aus den Stellungen der Belagerungsarmee, die zwischen 1962 und 1984 vom Kurpfälzischen Museum Heidelberg ausgegraben wurden. Der als „Tilly-Fund“ in die Literatur eingegangene Heidelberger Fundkomplex bietet mittels archäologischer Realien eine Sachquelle, die bis dahin nie gekannte Einblicke in die Lebensgewohnheiten einer Lagergesellschaft zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges gewährt.

Die Restaurierung und wissenschaftliche Bearbeitung dieses wichtigen Fundkomplexe ist vorrangiger Forschungsauftrag der Archäologie der Frühen Neuzeit.

Abgeschlossene Projekte:

  • Dr. Berndmark Heukemes: Nachlass
    In Kooperation mit dem 'Cluster of Excellence "Asia and Europe in a Global Context"' wurden die Tagebücher Dr. Berndmark Heukemes' im HRA-System transkribiert. Ein weiterer Schritt war die Annotation der Grabungspläne und Dias.
  • Aufarbeitung der "Vorgeschichtlichen Siedlung Heidelberg-Handschuhsheim".
    Näheres hierzu auch unter dem folgenden Link zur "Förderstiftung Archäologie in Baden-Württemberg": Förderstiftung Archäologie in Baden-Württemberg
  • DFG-Forschungsprojekt „Römisches Brand- und Körpergräberfeld von Heidelberg-Neuenheim“