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Kimono mit dem Zeichensystem Genjikō aus dem Genji-Monogatari (Foto: Tamás Unger)
Kimono mit dem Zeichensystem Genjikō aus dem Genji-Monogatari

Gute Wünsche in Seide

Kinderkimonos der Sammlung Nakano

27. Oktober 2019 bis 12. Januar 2020

Kazuko Nakano (geb. 1935) aus Yamagata in Nordjapan hat eine unerschöpfliche Fülle von nahezu tausend Objekten zusammengetragen, die Einblicke in die farben- und symbolträchtige Kunst der Kimonogestaltung aus der Edo-Zeit (1603-1868) bis in die Gegenwart gewähren.

Nach Ausstellungen im europäischen Ausland kann nun eine Auswahl von etwa 80 Kinderkimonos erstmals in Deutschland präsentiert werden. Ein besonderes Augenmerk wird hierbei auf glücksbringende Motive und unterschiedliche Textilien gelegt.

Kranich in der Suehirogari-Form (Detail eines Kimonos) (Foto: Tamás Unger)
Kranich in der Suehirogari-Form (Detail eines Kimonos)

In der japanischen Kinderbekleidung des Kimonos spielen Motive eine außergewöhnliche Rolle, da in ihnen Zukunftserwartungen der Eltern für ihre Kinder eingeschrieben sind. Durch Bemalen, Aufdrucken, Einweben und Einfärben erscheinen die elterlichen Wünsche und Glückserwartungen in besonders dekorativen Gestaltungselementen und sind über bezaubernde Kunstwerke hinaus als nonverbale Botschaften zu verstehen, die den Kindern zum Beispiel ein langes Leben oder eine glückliche Ehe verheißen sollen.

So stehen Pflanzen- und Tiermotive nicht allein für eine Naturverbundenheit des japanischen Volkes, sondern stellen oft in Kombination mit Gegenständen für uns als Nichteingeweihte geheime Botschaften dar, die es zu entschlüsseln gilt.

Semamori auf der Rückseite eines Kimonos (Foto: Tamás Unger)
Semamori auf der Rückseite eines Kimonos

Auch gibt es Unheil abwehrende Stickereien (Semamori), die man aus Aberglaube noch bis heute auf der Rückseite von Kinderkimonos findet.

Diese Ausstellung zeigt neben Kimonos aus verschiedenen Seidenarten auch solche aus Baumwolle, Wolle sowie verschiedenen pflanzlichen Fasern, die auf unterschiedliche Weise gewebt und geschmückt wurden.

Leichte Sommerkimonos, gefütterte Winterkimonos sowie mehrschichtige Kleidung legen Zeugnis eines sehr variationsreichen Kleidungsstückes ab.

Der die Ausstellung begleitende Katalog „Gute Wünsche in Seide” von Csilla Schmitt bietet dem Interessierten tiefere Einblicke in die wunderbare Welt der Kinderkimonos.

Rahmenprogramm

Dreischichtiger gefütterter Kasane-Kimono (Foto: Tamás Unger)
Dreischichtiger gefütterter Kasane-Kimono
9. November 2019
16 Uhr
Irmela Kopp entführt mit dem Volksmärchen „Dank des Kranichs“ Kinder (und Erwachsene) in das Land der aufgehenden Sonne; es singt Utaemon Toyoto (Bass). Im Anschluss können unter Anleitung von Ikuko Sona Kraniche in Origamitechnik gefaltet werden. Gebühr: 3 bzw. 1 Euro zzgl. Eintritt. 
24. November 2019
15 bis 17 Uhr
Kitsuke, die Kunst des Kimono-Anziehens. Ein Vortrag mit Präsentation von Toshiko Toribuchi unter Einbeziehung des Publikums. Teilnahmegebühr:  3,50 Euro zzgl. Eintritt
8. Dezember 2019
15 Uhr
Öffentliche Führung mit der Kuratorin Csilla Schmitt durch die Sonderausstellung, Führung 3 Euro zzgl. Eintritt
5. Januar 2020
17 Uhr
Irmela Kopp, Bernadette Pack (Sopran) und Ute Schleich (Flöte) bieten das älteste überlieferte japanische Märchen „Kaguya hime, die Mondprinzessin“ dar, Gebühr: 3 bzw. 1 Euro zzgl. Eintrit
12. Januar 2020
15 Uhr
Öffentliche Führung mit der Kuratorin Csilla Schmitt durch die Sonderausstellung, Führung 3 Euro zzgl. Eintritt

Anmeldungen zu allen Veranstaltungen erwünscht unter kmh-textilsammlung-max-berk@heidelberg.de oder telefonisch unter 06221 58 34010.