Archäologische Untersuchungen auf dem Montpellier-Platz

Baufeld der Stadthalle bleibt unter Beobachtung

Sondageschnitt auf dem Montpellier-Platz.(Foto: KMH/Schöneweis)
Sondageschnitt auf dem Montpellier-Platz. Die Auffüllungen und Planierungen des ehemaligen Zimmerplatzes sind als unterschiedlich gefärbte Erdschichten zu erkennen. (Foto: KMH/Schöneweis)

Im Zuge der Stadthallensanierung hat die Abteilung Archäologie und Denkmalschutz am Kurpfälzischen Museums das Baufeld der geplanten Technikzentrale unter dem Montpellier-Platz vorab archäologisch untersucht. Hier befand sich seit dem 16. Jahrhundert der sogenannte Zimmerplatz. Auf diesem städtischen Bauhof wurde das über den Neckar in Flößen angelieferte Holz gelagert und von Zimmermännern und Schiffsbauern weiterverarbeitet. Neben dem stets benötigten Baumaterial für Häuser oder Boote wurde hier auch das Holz aufbewahrt, das Händler während Messen oder Kirchweihfesten zum Aufstellen ihrer Verkaufsstände benutzen mussten. Daher ahnten unsere Wissenschaftler Dr. Renate Ludwig und Tobias Schöneweis M.A. bereits, dass sich in den Suchschnitten, die mithilfe eines Baggers bis zu vier Meter tief ausgehoben wurden, vermutlich keine archäologischen Sensationen verstecken würden.

Der an das Neckarufer grenzende Platz wurde immer wieder von Hochwasser überflutet und musste daher stets aufs Neue befestigt werden. Davon zeugen Planierschichten, in denen neben Bauschutt auch Haushaltsabfälle aus der Zeit um 1600 verschwanden. Als Bauhof und Zimmerplatz 1845 eingeebnet wurde, nivellierte man auch die steil zum Fluss abfallende Uferkante. Die städtebauliche Maßnahme, die den Straßenbau der Neckarstaden vorbereitete, ist im Schnittprofil an einer mächtigen Schuttschicht erkennbar.

Obwohl die Voruntersuchung keine denkmalschutzwürdigen Bodenbefunde ergab, muss die Baumaßnahme an der Stadthalle von den Archäologen des Museums weiter begleitet werden. Denn es kann nicht ausgeschlossen, dass unter den recht jungen Auffüllungen noch ältere, vielleicht vorgeschichtliche Zeugnisse schlummern.