Friedrich Hölderlin - Ein Genie der Sprache

Leidenschaftlicher Ausklang des Hölderlinjubiläums

Vor dem Kurpfälzischen Museum vereint: Akteure des Heidelberger Hölderlinjahres. Foto: KMH
Vor dem Kurpfälzischen Museum versammelt: Akteure des Heidelberger Hölderlinjahres. Foto: KMH

Das Hölderlin Gymnasium zu Gast im Kurpfälzischen Museum

Am Abend des 17. Juni folgten zahlreiche Beteiligte und Gäste der Einladung ins Kurpfälzische Museum. Gemeinsam würdigte man das Engagement vieler Akteure, die sich in Heidelberg mit ambitionierten Projekten am Hölderlinjahr beteiligten. Den ersten Teil des Abends widmete man dem Hölderlin Gymnasium und der Ausstellung "Ins Freie" im Kurpfälzischen Museum. Was für ein Glück, dass sie stattfinden konnte, freuten sich Schulleiterin Andrea Merger, Museumsleiter Frieder Hepp, Museumspädagogin Angelika Dirscherl und die beteiligten Lehrerinnen Frau Dürr und Frau Hirscher. Das stimmige Miteinander von junger und alter Kunst in den Räumen des Palais Morass war pandemiebedingt eines der wenigen Projekte, die annähernd wie geplant umgesetzt werden konnten. Stolz sein dürfen aber vor allem die Schülerinnen und Schüler, die ihre Arbeiten im Museum präsentieren konnten. Zara, Theresa und Aila der 7. Klasse berichteten von ihrer ersten Begegnung mit Hölderlins Gedichten und ihrem Beitrag zum Film "Ins Offene. Wir und Hölderlin". Der Film ergänzt das im Wunderhorn erschienene Buch "Ins Offene - Eine Anthologie zu Friedrich Hölderlin" und bringt Sprache und Bilder in ein bewegtes Zusammenspiel. Mit Buch und Film hinterlässt das Hölderlin Gymnasium nachhaltige Spuren des Jubiläumsjahres "Hölderlin 2020/2021" und blickt in eine Zukunft, die allen Schülern mindestens eine intensive Auseinandersetzung mit dem Namensgeber verspricht. Wir danken Marit Müller für die tolle Gesprächsleitung.

Link zum Film "Ins Offene. Wir und Hölderlin" auf der Website des Heidelberger Kulturamtes.
Link zur Ausstellungsseite Ins Freie.

Prof. Roland Reuß ist ein leidenschaftlicher Verfechter für die Wahrnehmung und Wertschätzung Friedrich Hölderlins.
Prof. Roland Reuß ist ein leidenschaftlicher Verfechter für die Wahrnehmung und Wertschätzung der Literatur von Friedrich Hölderlin. Foto: KMH

Hölderlin-Experte Roland Reuß: "Dran bleiben, auch wenn es schwierig ist"

Warum erhält das Beethoven-Jubiläum mehr Unterstützung als das Hölderlin-Jubiläum? Warum scheut man die Auseinandersetzung mit komplexen Texten in Schule und Gesellschaft? Wer weiß, wo in Heidelberg der Hölderlinweg hinführt und warum befindet sich die Hölderlin-Anlage da, wo der Philosophenweg aufhört? Prof. Roland Reuß vom Germanistischen Seminar der Universität Heidelberg stellte im zweiten Teil des Abends mutige Fragen und lieferte leidenschaftliche Antworten. Seine Bilanz zu "Friedrich Hölderlin 1770 - 2020" wurde zum Appell an die Gesellschaft, in Sprache und Bildung zu investieren und die Auseinandersetzung mit schwierigen Inhalten und Texten zu suchen. "Die Konfrontation mit dem Besten muss man wagen", so Roland Reuß. Wie gut, dass das Kurpfälzische Museum einen Teil vom Besten für die künftigen Generationen bewahrt: den Autographen der Hölderlin Ode. Das Gedicht ist ein unschätzbares Geschenk, das Friedrich Hölderlin der Stadt Heidelberg vermachte. 

Das Programm wurde gefördert im Rahmen des Literatursommers 2020, eine Veranstaltungsreihe der Baden-Württemberg Stiftung.