Netzwerk im Fluss der Zeit (Detail)

Judith Mundwiler (D)
Doris-Winter-Gedächtnispreis
Foto:Künstlerin

Linear

Urte Hanke (D)
Preis für Innovation im großen Format
Foto: Künstlerin

Nightmare

Malou Cecille van Draanen Glismann (D)
Preis für talentierte Nachwuchsquilterinnen
Foto: Monika Kirk

Copenhagen Streetlife

Rosie James (UK)
Foto: Künstlerin

Forgotten Garden

Marita Lappalainen (FIN)
Foto: Künstlerin

Jeder Mensch braucht sein Geheimnis

Regina Birk (D)
Foto: Künstlerin

Textilsammlung Max Berk/Kurpfälzisches Museum

Heidelberg-Ziegelhausen, Brahmsstraße 8

Öffnungszeiten: Mittwoch, Samstag, Sonntag 13 bis 18 Uhr

Anfahrtsskizze (308,7 KB)

7. Europäische Quilt-Triennale

16. September 2018 bis 6. Januar 2019


Einen Beitrag zu einem starken Europa können vielleicht in bescheidenem Maße Wettbewerbe wie die Europäische Quilt-Triennale leisten. Nachdem die European Art Quilt Foundation nach ihrem Grande Finale im Sommer 2017 ihre Tätigkeit eingestellt hat, ist die Europäische Quilt-Triennale auf dem europäischen Sektor zeitgenössischer künstlerischer Quilts umso bedeutender geworden. Nun steht die Auswahl für die am 16. September 2018 startende Ausstellungstournee fest: Die Jurorinnen Elisabeth Brenner-Remberg aus Schweden, Gabi Mett aus Deutschland, Leslie Morgan aus England, Cosabeth Parriaud aus Frankreich und die Museumskuratorin Dr. Kristine Scherer haben dafür 41 Exponate aus 11 europäischen Ländern aus einer Gesamteinreichung von 161 Arbeiten ausgesucht. Wie immer fiel die Wahl nicht leicht, denn das Niveau aller Einreichungen war recht hoch. Hilfreich waren bei der Jurierung die freiwilligen Arbeitsproben, die trotz des erstmaligen Angebots, sich online zu bewerben, zahlreich auf dem Postweg nachgereicht wurden.

Erwartungsgemäß gab es wenige Einreichungen von jungen Quilter/innen, aber unter diesen ragte die Arbeit „Nightmare“ der 17Jährigen Malou Cecille van Draanen Glismann deutlich heraus. Die junge Quilterin ist bereits bei verschiedenen Wettbewerben ausgezeichnet worden und erhielt den mit € 1.000,- dotierten Preis für talentierte Nachwuchsquilterinnen einstimmig: Die Jury war beeindruckt vom kritischen Bewusstsein der jungen Künstlerin, die in ihrer Arbeit ein überzeugendes Statement zur Zukunft vorgelegt hat. Die künstlerische Intention werde unterstützt von der exzellenten Ausführung, dem Design und den selbstgefärbten Stoffen, so die Jury.

Bereits zum zweiten Mal in Folge erhielt Urte Hanke aus Coswig den ebenfalls mit € 1.000,- dotierten Preis für Innovation im großen Format für „Linear“. Die Balance zwischen kunstvoller Komplexität und Einfachheit beeindruckte die Jury ebenso wie das dynamische Format, mit dem Urte Hanke die Grenzen des Quilts erweitert.

Mit Judith Mundwiler aus der Schweiz gewinnt eine der innovativsten und experimentierfreudigsten Künstlerinnen den diesjährigen Doris Winter-Gedächtnispreis in Höhe von € 5.000,- Die Jury war beeindruckt von der konzeptionellen Stärke des Objektes, das in Form eines Leporellos und anhand von familiären Zeugnissen eine Lebenslinie nachzeichnet: nicht geradlinig verlaufend und in teils kräftigen und teils blassen Farben gehalten. Ein komplexes Netzwerk aus Stichen, Symbol für den Zusammenhalt in einer Familie, hält jedoch die sehr unterschiedlichen Bestandteile zusammen.

Insgesamt bietet die Schau ein breites Spektrum an Techniken, Konzepten und Themen und stellt einen spannenden Schnappschuss der aktuellen europäischen Quiltszene dar.

Die Ausstellung wird im Anschluss an die Präsentation in Heidelberg im Kreismuseum Zons (Mitte Januar bis Mitte April 2019), im Textilen Zentrum Haslach / Österreich (Anfang Mai bis Ende Juli 2019), beim Festival of Quilts in Birmingham / U.K. (8. bis 11. August 2019) sowie im Textilmuseum St. Gallen / Schweiz (Ende 2019) sowie zu sehen sein. Weitere Ausstellungsorte sind im Gespräch. Ein umfangreiches Rahmenprogramm wird die Ausstellung begleiten und ist zu gegebener Zeit auf www.museum-heidelberg.de abrufbar.