Ausstellungsvorschau 2019

Sonderausstellungen

Mobile Kinderwelten - Was Kinder schon immer bewegt hat

24. März bis 30. Juni 2019 

Kindermobilität in vergangenen Zeiten ist ein generationenübergreifendes Thema, mit dem auch immer Erinnerungen an die eigene Kindheit verbunden sind. Viele Exponate in der Ausstellung „Mobile Kinderwelten“ stammen aus der Nachkriegszeit und den 1970er Jahren, doch auch Raritäten aus der Anfangszeit der Fahrradgeschichte sind vertreten. Eine frühe Kinder-Laufmaschine gilt als seltenes Zeugnis ihrer Art. Ebenso wie das Tretkurbelrad um 1870 war sie nicht für jedermann erschwinglich und der Oberschicht vorbehalten. Anhand der frühen Fahrradtypen gibt die Ausstellung einen Überblick über die Fahrradgeschichte „im Kleinen“: von der Laufmaschine bis zum Bonanza-Rad der 1970er Jahre.
Seit den 1950er und 1960er Jahren waren die Kinder und Jugendlichen mit Fahrzeugen aller Art ausgestattet. Roller, Holländer, Tretautos und Dreiräder zeigen die Vielfalt der robusten und oft farbenfrohen Gefährte der Nachkriegszeit. Auch Kinderwägen und Transporthilfen für Kinder machten mobil. Dazu gehört ein kutschenähnlicher Wagen zum Ziehen aus der Zeit um 1830. Ein wichtiger Aspekt sind die extremen gesellschaftlichen Veränderungen von ca. 1820 bis in die Nachkriegszeit und ihre Auswirkungen auf die Welt der Kinder. In den letzten 200 Jahren haben sich die Lebens- und Arbeitsumstände der Menschen rasant verändert. Mit ihnen veränderte sich auch die Kindheit und die Anforderungen, die man an Kinder stellte.
Anhand von Kinderfahrzeugen lässt sich der große Unterschied zwischen arm und reich ebenso aufzeigen wie die Spielmöglichkeiten der Kinder. Für die Reichen waren Fahrräder vor 1900 Prestigeobjekte, für den Rest der Bevölkerung war dieser Luxus kaum erschwinglich.
Ergänzt werden die Leihgaben aus dem Fahrradmuseum Bad Brückenau durch Exponate aus dem Spielzeugmuseum Freinsheim und dem Kurpfälzischen Museum mit seiner Dépendance, der Textilsammlung Max Berk in Ziegelhausen. Zu der Ausstellung „Mobile Kinderwelten“ gehört auch ein interaktiver Teil mit Spaß- und Geschicklichkeitsrädern zum Ausprobieren.
Eine Kooperation mit dem Deutschen Fahrradmuseum Bad Brückenau

Königskinder.

Das Schicksal des "Winterkönigs" und seiner Familie
6. Oktober 2019 bis 19. Januar 2020

Im August 1619 wählten die böhmischen Stände den Heidelberger Kurfürsten Friedrich V. zu ihrem König. Damit nahm der durch den Prager Fenstersturz am 23. Mai 1618 ausgelöste böhmisch-habsburgische Konflikt europäische Dimensionen an und wurde zu einer der größten Katastrophen für die Menschen in Deutschland. „Winterkönig! König einen Winter lang“ – verspotteten Gegner den Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalz, der als König von Böhmen fulminant aufstieg und nach der Schlacht am Weißen Berg tief stürzte.
 
Untrennbar war mit seinem Aufstieg und Fall auch das Schicksal Heidelbergs verbunden, nicht zuletzt aber auch das Los seiner vielköpfigen Familie. Seine englische Gattin Elisabeth Stuart, die frühverwitwete „Winterkönigin“, versuchte als Staatsfrau wider Willen von ihrem Exil in Den Haag aus, die Kurpfalz für ihren Sohn Karl Ludwig zurückzugewinnen. Prinz Ruprecht, der drittälteste Sohn, machte als „the last Cavalier“ und Admiral in englischen Diensten Karriere. Die älteste Tochter Elisabeth, genannt die „Griechin“, korrespondierte mit René Descartes, so dass dieser ihr sein Hauptwerk widmete, und Sophie, die jüngste Tochter, heiratete den Kurfürsten von Hannover und wurde so die Mutter des ersten englischen Königs aus dem Hause Hannover.
 
Das Kurpfälzische Museum besitzt eine umfangreiche Flugblatt- und Flugschriftensammlung sowie Gemälde und Graphiken, Münzen und Medaillen, Möbel und Kunsthandwerk aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Sie bilden den Grundstock der Sonderausstellung, die zusammen mit internationalen Leihgaben aus Anlass der 400jährigen Wiederkehr der böhmischen Königswahl gezeigt wird.


Textilsammlung Max Berk Ziegelhausen


7. Europäische Quilt-Triennale

16. September 2018 bis 6. Januar 2019


Einen Beitrag zu einem starken Europa können vielleicht in bescheidenem Maße Wettbewerbe wie die Europäische Quilt-Triennale leisten. Nachdem die European Art Quilt Foundation nach ihrem Grande Finale im Sommer 2017 ihre Tätigkeit eingestellt hat, ist die Europäische Quilt-Triennale auf dem europäischen Sektor zeitgenössischer künstlerischer Quilts umso bedeutender geworden. Nun steht die Auswahl für die am 16. September 2018 startende Ausstellungstournee fest: Die Jurorinnen Elisabeth Brenner-Remberg aus Schweden, Gabi Mett aus Deutschland, Leslie Morgan aus England, Cosabeth Parriaud aus Frankreich und die Museumskuratorin Dr. Kristine Scherer haben dafür 41 Exponate aus 11 europäischen Ländern aus einer Gesamteinreichung von 161 Arbeiten ausgesucht. Die interessante Schau bietet ein breites Spektrum an Techniken, Konzepten und Themen und stellt einen spannenden Schnappschuss der aktuellen europäischen Quiltszene dar.

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