Mädchenkimono mit Kranichmotiv

Foto: Unger Tamás

Jungen-Kimono mit Szene aus einem Kriegsepos

Foto: Unger Tamás

Mädchenkimono mit Motiv aus dem Genji Monogatari

Foto: Unger Tamás

Mädchenkimono mit Chrysanthemen (Detail)

Foto: Unger Tamás

Holzschnitt "Schattentreten - kage-fumi von Miyagawa Shuntei (1814-1873)

Foto: Unger Tamás

Textilsammlung Max Berk/Kurpfälzisches Museum

Heidelberg-Ziegelhausen, Brahmsstraße 8

Öffnungszeiten: Mittwoch, Samstag, Sonntag 13 bis 18 Uhr

Anfahrtsskizze (308,7 KB)

Gute Wünsche in Seide

Kinderkimonos der Sammlung Nakano

27. Oktober 2019 bis 12. Januar 2020



Die von Csilla Schmitt kuratierte Ausstellung von Kinderkimonos beruht auf der Sammelleidenschaft der Japanerin Kazuko Nakano (geb. 1935), die in Yamagata, Nordjapan lebt. Sie hat eine unerschöpfliche Fülle von nahezu tausend Kimonos zusammengetragen, die Einblicke in die farben- und symbolträchtige Kunst der Kimonogestaltung aus der Edo-Zeit (1603-1868) bis in die Gegenwart gewähren.

Nach Ausstellungen in Japan, Frankreich, den Niederlanden, der Schweiz und Österreich kann eine Auswahl von etwa 100 Kinderkimonos nun erstmals in Deutschland in der Heidelberger Textilsammlung Max Berk präsentiert werden. Neben einer weiteren Ausstellung in Deutschland werden die prächtigen Exponate auch in Ungarn und Polen zu sehen sein. Das Augenmerk wird hierbei auf glücksbringende Motive und unterschiedliche Textilien gelegt.

In der japanischen Kinderbekleidung des Kimonos spielen Motive eine außergewöhnliche Rolle, da in ihnen Zukunftserwartungen der Eltern für ihre Kinder eingeschrieben sind. Durch Bemalen, Aufdrucken, Einweben und Einfärben erscheinen die elterlichen Wünsche und Glückserwartungen in besonders dekorativen Gestaltungselementen und sind über bezaubernde Kunstwerke hinaus als nonverbale Botschaften zu verstehen, die den Kindern zum Beispiel ein langes Leben oder eine glückliche Ehe verheißen sollen. So stehen Pflanzen- und Tiermotive nicht allein für eine Naturverbundenheit des japanischen Volkes, sondern stellen oft in Kombination mit Gegenständen für uns als Nichteingeweihte geheime Botschaften dar, die es zu entschlüsseln gilt.

Mädchen- und Jungenkleidung ähnelten sich bis Ende der Edo-Zeit im Allgemeinen sehr, da man ähnliche Motive verwendete, die einerseits der Jahreszeit angepasst waren, andererseits auf dieselben elterlichen Wunschvorstellungen wie z.B. ein gesundes Wachstum, langes Leben und Glück zurückzuführen sind. Erst später kamen „modische” Elemente hinzu, die Mädchen- und Jungenkleidung leichter differenzierbar machten. Auch gibt es Unheil abwehrende Stickereien, die man aus Aberglaube noch bis heute auf der Rückseite von Kinderkimonos findet.

Diese Ausstellung zeigt neben Kimonos aus verschiedenen Seidenarten auch Kimonos aus Baumwolle, Wolle sowie verschiedenen pflanzlichen Fasern, die auf unterschiedliche Weise gewebt und geschmückt wurden. Leichte Sommerkimonos, gefütterte Winterkimonos sowie mehrschichtige Kleidung legen Zeugnis eines sehr variationsreichen Kleidungsstückes ab.

Der die Ausstellung begleitende Katalog „Gute Wünsche in Seide” von Csilla Schmitt bietet dem Interessierten tiefere Einblicke in die wunderbare Welt der Kinderkimonos.

Ein interessantes und umfangreiches Rahmenprogramm (hier nur die vorläufigen Daten) ergänzt die Ausstellung:

· 27. Oktober 2019, 15 Uhr: öffentliche Führung mit der Kuratorin Csilla Schmitt, Führung 3 Euro zzgl. Eintritt
· 9. November, 14 Uhr: öffentliche Führung mit Dr. Kristine Scherer, Führung 3 Euro zzgl. Eintritt
· 9. November, 16 Uhr: Irmela Kopp entführt mit dem Volksmärchen "Dank des Kranichs“ Kinder (und Erwachsene) in das Land der aufgehenden Sonne; es singt Utaemon Toyota. Im Anschluss können unter Anleitung von Ikuko Sona Kraniche in Origamitechnik gefaltet werden. Gebühr: 3/1 Euro zzgl. Eintritt, Anmeldungen erwünscht unter kmh-textilsammlung-max-berk@heidelberg.de oder telefonisch unter 06221 5834010
· 13.November 2019, 17 Uhr: öffentliche Führung mit Dr. Kristine Scherer, Führung 3 Euro zzgl. Eintritt
· 24. November 2019, 15 bis 17 Uhr: Kitsuke, die Kunst des Kimono-Anziehens. Ein Vortrag mit Präsentation von Toshiko Toribuchi unter Einbeziehung des Publikums. Teilnahmegebühr: € 3,50, Anmeldungen erwünscht unter kmh-textilsammlung-max-berk@heidelberg.de oder telefonisch unter 06221 5834010
· 8. Dezember 2019, 15 Uhr: öffentliche Führung mit der Kuratorin Csilla Schmitt, Führung 3 Euro zzgl. Eintritt
· 5. Januar 2020, 17 Uhr: Irmela Kopp, Bernadette Pack (Sopran) und Ute Schleich (Flöte) bieten das älteste überlieferte japanische Märchen „Kaguya hime, die Mondprinzessin“ dar, Gebühr: 3/1 Euro zzgl. Eintritt, Anmeldungen erwünscht unter kmh-textilsammlung-max-berk@heidelberg.de oder telefonisch unter 06221 5834010
· 12. Januar 2019, 15 Uhr: öffentliche Führung mit der Kuratorin Csilla Schmitt, Führung 3 Euro zzgl. Eintritt

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