Ausstellungsvorschau 2019

Sonderausstellungen

Königskinder

Das Schicksal des "Winterkönigs" und seiner Familie
6. Oktober 2019 bis 16. Februar 2020

Im August 1619 wählten die böhmischen Stände den Heidelberger Kurfürsten Friedrich V. zu ihrem König. Damit nahm der durch den Prager Fenstersturz am 23. Mai 1618 ausgelöste böhmisch-habsburgische Konflikt europäische Dimensionen an und wurde zu einer der größten Katastrophen für die Menschen in Deutschland. „Winterkönig! König einen Winter lang“ – verspotteten Gegner den Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalz, der als König von Böhmen fulminant aufstieg und nach der Schlacht am Weißen Berg tief stürzte.
 
Untrennbar war mit seinem Aufstieg und Fall auch das Schicksal Heidelbergs verbunden, nicht zuletzt aber auch das Los seiner vielköpfigen Familie. Seine englische Gattin Elisabeth Stuart, die frühverwitwete „Winterkönigin“, versuchte als Staatsfrau wider Willen von ihrem Exil in Den Haag aus, die Kurpfalz für ihren Sohn Karl Ludwig zurückzugewinnen. Prinz Ruprecht, der drittälteste Sohn, machte als „the last Cavalier“ und Admiral in englischen Diensten Karriere. Die älteste Tochter Elisabeth, genannt die „Griechin“, korrespondierte mit René Descartes, so dass dieser ihr sein Hauptwerk widmete, und Sophie, die jüngste Tochter, heiratete den Kurfürsten von Hannover und wurde so die Mutter des ersten englischen Königs aus dem Hause Hannover.
 
Das Kurpfälzische Museum besitzt eine umfangreiche Flugblatt- und Flugschriftensammlung sowie Gemälde und Graphiken, Münzen und Medaillen, Möbel und Kunsthandwerk aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Sie bilden den Grundstock der Sonderausstellung, die zusammen mit internationalen Leihgaben aus Anlass der 400jährigen Wiederkehr der böhmischen Königswahl gezeigt wird.

Textilsammlung Max Berk Ziegelhausen

Gute Wünsche in Seide.

Kinderkimonos der Sammlung Nakano

27. Oktober 2019 bis 12. Januar 2020

Mädchenkimono mit Motiven aus dem Genji Monogatari
Foto: Unger Tamás

Die in Nordjapan lebende Sammlerin Kazuko Nakano (geb. 1935) hat eine Fülle von ca. 1000 Kimonos zusammengetragen, die Einblicke in die farben- und symbolträchtige Kunst der Kimonogestaltung von der Edo-Zeit (1603-1868) bis in die Gegenwart gewähren. Nach Ausstellungen im europäischen Ausland können die Kinderkimonos nun vom 27.10.2019 bis 12.1.2020 erstmals in Deutschland in der Heidelberger Textilsammlung Max Berk präsentiert werden. Motive spielen in den Kinderkimonos eine außergewöhnliche Rolle, da in ihnen Zukunftserwartungen der Eltern für ihre Kinder eingeschrieben sind. So erscheinen die elterlichen Wünsche in besonders dekorativen Gestaltungselementen als geheime Botschaften, die es zu entschlüsseln gilt. Ein Katalog „Gute Wünsche in Seide” begleitet die von Czilla Schmitt kuratierte Ausstellung.

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