StartseiteMuseumSammlungKunstwerk des MonatsKunstwerke des Monats 2015

2015

Kunstwerke des Monats

Kupferflachbeil von St. Ilgen, aufgefunden im Jahre 1955 Länge 9,9 cm, Breite 3,43 cm, Dicke 1,26 cm. Gewicht 197,7 g (Foto: KMH)

Januar 2015

Das Kupferflachbeil von St. Ilgen – das älteste Metallartefakt des Neckarmündungsgebiets

Der hier als Kunstwerk des Monats ausgestellte Gegenstand kam im Jahre 1955 zu Tage, als in St. Ilgen Ausschachtungsarbeiten für einen Elektromast der Bahnlinie durchgeführt wurden. Es handelt sich um ein so genanntes Kupferflachbeil, eine Form, die während des Neolithikums aufkam, über weite Teile Europas verbreitet war und über einen längeren Zeitraum hin hergestellt wurde.

Sitzende, 1955, Bronze nach Gips, H 21 cm, B 8 cm, T 9 cm (Foto: KMH)

Februar 2015

Edzard Hobbing (Berlin 14.05.1909 – 25.05.1974 Heidelberg)

Ihren Kopf mit dem dichten, welligen Haar leicht in den Nacken gelegt, das Gesicht mit geschlossenen Augen der Sonne zugekehrt, sitzt die junge Frau mit geraden Schultern aufrecht auf einem Sockel. Der Oberkörper wird von den enganliegenden Armen in der Senkrechte gehalten, so dass die sanft gewölbten Brüste der Unbekleideten die Blicke des Betrachters auf sich ziehen. Ihre glatte Haut umspannt den rundlichen Leib. Die Form der angewinkelten Beine und eine charakterisierende Oberflächenbehandlung verstärken den geometrischen Gesamteindruck des Körpers. Dagegen erwecken die tänzerisch angehobenen Füße, deren Zehen nur leicht den Boden berühren, trotz der vordergründig zur Schau gestellten inneren Ruhe eher den Eindruck unruhiger Erwartung.

Ansichtentasse, Porzellan, bemalt, vergoldet, um 1850 Tasse: KPM Berlin, 1847–1849, Untertasse: KPM 1849–1870 (Foto: KMH)

März 2015

Erinnerung an Heidelberg. Eine Neuerwerbung für die Porzellansammlung.

Im Jahre 2014 gelang aus Mitteln des Freundeskreises eine Neuerwerbung aus dem Kunsthandel für die Porzellansammlung des Kurpfälzischen Museums: Eine mit einer Heidelbergansicht bemalte Tasse aus der Manufaktur KPM Berlin (Abb. 1). Sie entstand um 1850, die feine Malerei wurde wenig später ausgeführt.

Hausmustersammlung der J.S. Gläser jr. Strumpfwirkerei Schönau-Chemnitz um 1890/1920 (Foto: KMH)

April 2015

Zur Firmengeschichte der Strumpfwirkerei J.S. Glaeser jr.

Die Gläser-Strumpfwirkerei gilt neben der Strumpffabrik von Moritz Samuel Esche als die älteste Marken-Strumpffabrik Deutschlands. 1813 wurde sie von Johann Samuel Gläser in Schönau bei Chemnitz gegründet. Gläser entstammte wohl einer alten Strumpfwirker-Familie und begann sein Unternehmen in seinem Wohnhaus Nr. 98 mit einem Hand-Kulierstuhl.

Einzug der Russen in Heidelberg im Juni 1815 Bleistift, Feder/Tusche u. Tinte, Aquarell und Deckweiß, 54,7 x 70,2 cm (Foto: KMH)

Juni 2015

Friedrich Rottmann (1768 – 1816)

Friedrich Rottmanns Vater war Adjunkt und später Waisenhausschaffner in Handschuhsheim. Als solcher war er wohlsituiert und der 1768 geborene Friedrich wuchs in gebildetem, vermögendem Umfeld auf, erhielt eine gute Schulbildung und sollte ursprünglich die Nachfolge seines Vaters als Vorsteher des Landeswaisenhauses und Verwalter der Liegenschaften antreten.

Hochwasser in Heidelberg – das rätselhafte Moment in der Fotografie von Stefan Kresin (Foto: KMH)

Juli 2015

Hochwasser in Heidelberg – das rätselhafte Moment in der Fotografie von Stefan Kresin

Am 10. April 1983 stieg, wie so oft, der Neckar über die Ufer. Stefan Kresin hat an diesem Tag eine kompositorische Meisterleistung vollbracht – und darüber hinaus auch Sinn für Humor bewiesen. Ein VW-Golf steht in gefährlicher Nähe zum steigenden Hochwasser, der offensichtlich geschlossene Wagen könnte großen Schaden nehmen. Doch was machen die Schuhe und die Socken am untersten Rand des Bildes?

Necessairekoffer für eine Dame mit Toilettenutensilien und Kofferaufklebern um 1920, Leder, B. 45 cm, H. 32 cm, T. 12 cm (Foto: KMH)

August 2015

Ein weit gereister Koffer

Im vergangenen Jahr gelang dem Kurpfälzischen Museum die Neuerwerbung eines Koffers mit Toilettenutensilien für eine Dame, auch Einrichtungskoffer genannt. Es handelt sich um einen braunen Lederkoffer mit Messingschließen und Griff, der an der Außenseite mit zahlreichen Kofferaufklebern beklebt ist. Die Aufkleber zeugen von der Reiselust der Besitzerin.

Der Dornauszieher – Rezeption einer antiken Statue in der germanischen Provinz (Foto: KMH)

September 2015

Der Dornauszieher – Rezeption einer antiken Statue in der germanischen Provinz

Berühmte griechische Statuen, deren Kopien in Rom standen, waren für die zeitgenössischen Kunsthandwerker auch in den entlegensten Gegenden des weltweiten Imperiums begehrte Vorlagen. Sie schufen Bronzestatuetten nach der Aphrodite des Praxiteles oder Gefäße aus Terra Sigillata mit dem Relief der Amazone des Polyklet. Auch der sogenannte Dornauszieher, im italienischen Spinario genannt, zählte zum
Musterschatz der Handwerker.

Der Rommelpotspieler, Unbekannter Künstler, Öl auf Holz, 17. Jahrhundert, 17,4 x 15,0 cm (Foto: KMH)

Oktober 2015

Der Rommelpotspieler

Zu den auf Gemälden der niederländischen Kunst des 17. Jahrhunderts geläufigsten Musikinstrumenten zählten Laute und Violine, Flöte und Sackpfeife sowie Maultrommel und Rommelpot. Neben der Maultrommel – auch Brummeisen oder Mundharfe genannt – als einem weit verbreiteten primitiven Geräuschinstrument der Volksmusik, das von der gelehrten Kunstmusik der Zeit gering geschätzt wurde, wurde auch der Rommelpot, eine Reibtrommel einfachster Bauart, zu den sogenannten „Lumpen-Instrumenta“ gerechnet.

Die Geschichte einer Parzelle – Archäologische Beobachtungen in der Kurfürstenanlage 70 (Foto: KMH)

November 2015

Die Geschichte einer Parzelle – Archäologische Beobachtungen in der Kurfürstenanlage 70

Die archäologische Untersuchung des Kurpfälzischen Museums erbrachte 2014 zahlreiche Funde aus Glas, Porzellan und Steinzeug. Sie datieren aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Neujahrsgruß für das Jahr 1940, 1939 Holzschnitt, 49,9 x 35 cm (Blatt) (Foto: KMH)

Dezember 2015

Otto Pankok (Saarn 1893 – 1966 Wesel)

„[…] die Welt treibt höllenwärts […]“ schrieb Otto Pankok 1934 an seinen Freund Friedrich Muckermann. Der kämpferische Jesuitenpater und Publizist gehörte zu den entschiedenen Gegnern des Nationalsozialismus. Seine Flucht vor Überwachung und Verfolgung führte ihn 1943 schließlich in die Schweiz. Auch politisch aktive Künstler traf die erste „Säuberungswelle“ des NS-Regimes.