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Krieg und Frieden

Konfliktarchäologie an Rhein und Neckar

Nächste Führungen: Mittwoch, 07. Dezember, 12.15 Uhr, "Tillyfund - Bewahren und Präsentieren" mit Restauratorin Monika Hintemann; Sonntag, 11. Dezember, 11 Uhr, Ausstellungsführung mit Christian Lutz
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Keltische Reiterfigur von Unlingen, im Hintergrund die Zerstörung Heidelbergs durch französische Truppen, 1689
Titelmotiv der Ausstellung: Keltische Reiterfigur von Unlingen, im Hintergrund die Zerstörung Heidelbergs durch französische Truppen, 1689 (Gemälde von 1868, Museum Stadt Weinheim)

Kriegerische Konflikte und Gewalt hinterlassen in der Menschheitsgeschichte stets tiefe Spuren. Mit einer Vielzahl archäologischer und kulturhistorisch bedeutender Exponate führt die Ausstellung vor Augen, wie sich das Leben an Rhein und Neckar in unruhigen Zeiten gestaltete.
 
Mit modernen Methoden beleuchtet die Konfliktarchäologie weit zurückliegende Gewaltereignisse. Vom mörderischen Überfall in der Jungsteinzeit spannt sich der inhaltliche Bogen bis hin zum hochgerüsteten Krieg der Moderne. Gezeigt werden archäologische Funde aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz, darunter eine der ältesten Reiterfiguren nördlich der Alpen, ein bedeutender keltischer Helm aus dem Altrhein, eine Auswahl des Heidelberger Tillyfundes, und herausragend zu nennen, mehrere Prunkstücke aus dem Silberschatz von Kaiseraugst. Im Zusammenspiel mit Gemälden und graphischen Werken, auch aus der Universitätsbibliothek Heidelberg, entsteht ein vielschichtiges Bild der Kriegs- und Friedensgeschichte an Rhein und Neckar.

1622 - Der Sturm auf Heidelberg
Anlass zur Ausstellung ist die Eroberung Heidelbergs zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges. Im September vor 400 Jahren überwanden kaiserliche Truppen unter dem Feldherren Tilly die Befestigungsanlagen der kurpfälzischen Residenzstadt. Viele Jahrzehnte des Friedens und Wohlstands waren damit vorbei. Stattdessen prägten nun Plünderungen, Flucht und Armut das Leben in der kurpfälzischen Residenzstadt, dramatisch auch der Verlust der Bibliotheca Palatina (darüber der Blog-Beitrag der Universität).

Blick auf ein Heidelberger Kriegsbuch von 1496, im Hintergrund das Bildnis Friedrich des Siegreichen, Foto KMH
Blick auf ein Heidelberger Kriegsbuch von 1496, im Hintergrund das Bildnis Friedrich des Siegreichen, Foto KMH

In der Ausstellung dokumentieren archäologische Funde den Alltag jener schwierigen Zeit. Darüber hinaus wird erstmals eine virtuelle 3D-Rekonstruktion des Stadtbildes um 1620 präsentiert: Auf dem großen Panoramabildschirm der HD Discovery Station kann das damalige Heidelberg, das Schloss und der Heiligenberg im Flug erkundet werden.
 
Die Ausstellung wird ausschließlich im Kurpfälzischen Museum gezeigt und ist Teil des Programms Netzwerk Museen „Rhein 2022/2023“

Eine Kooperation des Kurpfälzischen Museums mit dem Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, gefördert von der Manfred Lautenschläger-Stiftung und dem Freundeskreis Kurpfälzisches Museum

Besondere Anlässe

Freitag, 09. Dezember, 19 Uhr, "Das Schwein von Gaza", moderierter Filmabend im neuen Karlstorkino, weitere Information auf der Programmvorschau des Kinos
Entfällt: Mittwoch, 14. Dezember, 19 Uhr, Vortrag "Werkzeug, Waffen, Würdezeichen" mit Prof. Dr. Clemens Eibner, Universität Heidelberg
Dienstag, 10. Januar, 17 Uhr, Webinar "Krieg und Frieden" exklusiv für Museumspass-Inhaber, online-Vorstellung der Ausstellung, zusammen mit "Ave Caesar!" im Antikenmuseums Basel, mehr Information über die Website Museumspass 
Donnerstag, 19. Januar, 19 Uhr, "Die schrecklichen Jahre 1688 bis 1697", Dr. Richard Hüttel über den Orléansschen Krieg, eine vergessene deutsche Tragödie, Buchvorstellung

Öffnungszeiten Dienstag bis Sonntag jeweils 10 bis 18 Uhr
Eintritt 8 Euro, ermäßigt 4,50 Euro (im Eintritt ist ein Audioguide und der Besuch der ständigen Ausstellung enthalten)
freier Eintritt Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre
Inhaber des Museumspasses, Mitglieder der ICOM
Mitglieder des Freundeskreises des Kurpfälzischen Museums
Rahmenprogramm Führungen, Podiumsgespräch, Konzert und Vortrag stehen auf dem Programm. Hier geht es zum digitalen Veranstaltungskalender. Eine Programmübersicht "Krieg und Frieden" gibt es im PDF des Ausstellungsflyers (1,7 MB)
Begleitbuch Renate Ludwig / Jonathan Scheschkewitz (Hrsg.): Krieg und Frieden. Konfl ikt archäologie an Rhein und Neckar, Archäologische Informationen aus Baden-Württemberg (Band 87), Preis: 9,00 €, erhältlich im Buchhandel und Museumsshop
Kontakt Telefon 06221 58-34010 von Montag bis Donnerstag: 09.00–15.00 Uhr, Freitag: 09.00–13.00 Uhr
E-Mail: kurpfaelzischesmuseum@heidelberg.de
Barrierefreiheit Der Sonderausstellungsbereich ist stufenfrei zugänglich. Großräumige Toiletten sind vorhanden. Weitere Hinweise zur Zugänglichkeit des Museums für Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen gibt es hier www.heidelberg.huerdenlos.de.