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Madame Palatine

Liselotte von der Pfalz am Hof des Sonnenkönigs

06. November 2022 bis 22. Januar 2023

Blick auf das Schloss von St. Cloud, wo sich Elisabeth Charlotte bevorzugt aufhielt. Radierung von Jacques Rigaud, 1730
Blick auf das Schloss von St. Cloud, wo sich Elisabeth Charlotte bevorzugt aufhielt. Radierung von Jacques Rigaud, 1730 (Foto: Kurpfälzisches Museum)

"Madame" am französischen Hof
Die als „Liselotte“ bekannte Pfalzgräfin Elisabeth Charlotte war eine Enkelin des Kurfürsten Friedrich V., dem „Winterkönig“, und dessen englischer Gemahlin Elizabeth Stuart. Am 26. Mai 1652 geboren verbrachte sie viele Jahre ihrer Kindheit auf dem Heidelberger Schloss. Als Neuzehnjährige wurde sie aus diplomatischen Gründen mit dem Bruder des Sonnenkönigs Louis XIV. verheiratet und wurde am französischen Hof als Duchesse d’Orléans oder auch als „Madame“ angesprochen. Die Ehe war nicht glücklich, auch litt das ursprünglich gute Verhältnis zum französischen König unter der Feindschaft zu dessen Mätressen. Dies und Liselottes Renitenz gegenüber der Hofgesellschaft beherrschten ihren regen Briefwechsel, mit den teilweise unverblümten Schilderungen des barocken Hoflebens in Frankreich.

Gemälde aus Versailles: Elisabeth Charlotte mit ihren Kindern, Kopie von Jean-Gilbert Murat (1837) nach einem Original von Pierre Mignard 1678–1679  bpk / RMN - Grand Palais / Gérard Blot
Gemälde aus Versailles: Elisabeth Charlotte mit ihren Kindern, Kopie von Jean-Gilbert Murat (1837) nach einem Original von Pierre Mignard 1678–1679
bpk / RMN - Grand Palais / Gérard Blot

Obwohl Liselotte nur zwei überlebende Kinder hatte, wurde sie zur Stammmutter des Hauses Orléans und zur Ahnfrau zahlreicher europäischer Königshäuser.

Ausstellung zum Gedenken an die europäische Fürstin
Vor 300 Jahren, am 8. Dezember 1722, starb Elisabeth Charlotte in St-Cloud bei Paris. Aus diesem Anlass zeigt das Kurpfälzische Museum in Kooperation mit dem Historischen Seminar der Universität Heidelberg die Ausstellung „Madame Palatine“. In den Museumsräumen der kurpfälzischen Geschichte und im Palais Morass werden ausgewählte Gemälde präsentiert, darunter bedeutende Leihgaben aus Versailles, Speyer und der Sammlung Heinstein, sowie graphische Werke, seltene Preziosen und jüngste Erwerbungen aus der eigenen Sammlung. Die Ausstellung zeichnet nicht nur das facettenreiches Bild einer bedeutsamen europäischen Fürstin, sondern nimmt auch Bezug zu Madames gesellschaftlichem und familiärem Umfeld.

Tagung
Vom 07. bis 10. November 2022 veranstaltet das Historische Seminar der Universität Heidelberg eine öffentliche Tagung über Elisabeth Charlotte im Heidelberger Schloss.