Ikonen der Mode
Modefotografien von Regina Relang
Mode ist mehr als Kleidung – sie ist Ausdruck von Stil, Zeitgeist und Vision. Die 1909 in Stuttgart geborene Regina Relang besaß einen unverwechselbaren Blick für die elegante Welt und stieg in der Nachkriegszeit zur erfolgreichsten Modefotografin Deutschlands auf. Als Autodidaktin richtete sie ihre Kamera auf die Haute Couture in Paris, Florenz und Rom. Legendäre Designer wie Christian Dior, Pierre Cardin und Yves Saint Laurent vertrauten auf ihre kunstvollen Inszenierungen.
Die Ausstellung in Kooperation mit dem Münchner Stadtmuseum präsentiert rund 80 Originalabzüge aus dem Archiv Regina Relang sowie großformatige Reproduktionen. Mit edlen Accessoires und beispielhaften Kleidungsstücken wird der modische Streifzug durch die Jahrzehnte stilvoll abgerundet.
Partner der Ausstellung
Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Münchner Stadtmuseum. Alle Fotografien stammen aus dem Münchner Stadtmuseum, Sammlung Fotografie, Archiv Regina Relang. Ergänzt wird die Schau durch Kleidung und Accessoires der Textilsammlung Max Berk sowie mit Hutmodellen aus der Sammlung Wolfgang Knapp.
Regina Relang – eine Erfolgsgeschichte
(1909 in Stuttgart als Regina Lang geboren, 1989 in München verstorben)
Relangs Anfänge waren eng mit ihrem künstlerisch geprägten Umfeld verbunden – der Vater Professor an der Kunstgewerbeschule Stuttgart, die Schwester war ausgebildete Fotografin. Nach einem Malereistudium in Krefeld, Stuttgart und Berlin sowie weiteren Studien bei Amédée Ozenfant finanzierte Regina Relang ihre Europareisen ab 1932 mit Fotografien, die sie als Autodidaktin mit der Leica aufnahm. Relangs Bilder fanden Gefallen - sie wurden über eine Pariser Agentur international vertrieben. Ihre Modefotografien erschienen u. a. in den Zeitschriften Vogue und Harper’s Bazaar.
Foto von Kurt Julius, Münchner Stadtmuseum, Sammlung Fotografie
Nach Stationen in Paris und Berlin ließ sich Relang nach dem Zweiten Weltkrieg in München nieder. Mit eleganten Modeinszenierungen, die sich an der internationalen Bildsprache orientierten, prägte sie den Aufbruch der Nachkriegszeit. Sie arbeitete für führende Magazine und fotografierte die Haute Couture erfolgreicher Designer wie Christian Dior, Pierre Cardin und Yves Saint Laurent. Bis in die 1970er-Jahre war Regina Relang Deutschlands renommierteste Modefotografin. Zahlreiche Auszeichnungen, darunter das Bundesverdienstkreuz (1972), würdigten ihr Werk.
Die Trends im Blick
In den Luxusträumen der 1950er Jahre inszenierte Regina Relang Mode als Ausdruck des wirtschaftlichen Aufschwungs und einer neuen, eleganten Lebenshaltung. Ihre Fotografien spiegeln die Sehnsucht nach Stil und Exklusivität – geprägt vom „New Look“ des Designers Christian Dior, und international verbreitet durch renommierte Modemagazine.
Der modische Aufbruch in den 1960er Jahren zeigt internationale Models wie Jean Shrimpton selbstbewusst und dynamisch im urbanen Raum. In Relangs Aufnahmen spiegeln sich gesellschaftlicher Wandel, neue Freiheiten sowie tragbare Mode für eine wachsende Mittelschicht.
Mit den populären Trends in den 1970er Jahren dokumentiert Relang schließlich die Vielfalt von Mini bis Maxi, den Siegeszug des Prêt-à-porter sowie Einflüsse von Pop- und Hippiekultur. Sie experimentiert verstärkt mit Blitz- und Farbfotografie.
Bilderschatz im Regina Relang Archiv
Regina Relang übergab dem Münchner Stadtmuseum noch zu Lebzeiten ihren umfangreichen Nachlass. Das Archiv Relang der dortigen Sammlung Fotografie umfasst über 20.000 Abzüge, rund 80.000 Negative, mehrere tausend Farbdiapositive sowie zahlreiche Kontaktbücher aus allen Schaffensphasen – ein einzigartiges Konvolut von Mode- und Reportagefotografien aus den Jahren 1933 bis 1976.


