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Kunstwerke des Monats

2026

Anna-Maria Selter, Modeentwurf um 1939/40 (KMH, K. Scherer)
Anna-Maria Selter, Modeentwurf um 1939/40 (KMH, K. Scherer)

Juli 2026

Mit sicherem Strich. Modezeichnungen von Anna-Maria Selter

Modeillustrationen waren bis weit in die 1950er-Jahre hinein ein bedeutendes Medium, um die neuesten Modetrends einem breiten Publikum zu vermitteln. Renommierte Illustratoren wie Erté, Lepape und Gruau sowie zahlreiche heute kaum bekannte Modezeichnerinnen verfügten über eine fundierte künstlerische Ausbildung. Doch nur wenige erreichten Ruhm und öffentliche Anerkennung; die Mehrheit der Illustratorinnen und Illustratoren blieb im Schatten von Modedesignern und Modefotografen.

Auch Anna-Maria Selter gehörte zu diesen unbekannt gebliebenen Talenten – trotz ihrer kunstfertigen, strichsicheren Entwürfe. Fünf ihrer Modeskizzen sind derzeit in der Ausstellung „Ikonen der Mode. Fotografien von Regina Relang“ zu sehen. Mehr über die Künstlerin erfahren Sie im aktuellen „Kunstwerk des Monats“ Juli.

Wilhelm Lehmbruck: Porträtkopf VIII (KMH: K. Gattner)
Wilhelm Lehmbruck: Porträtkopf VIII (KMH: K. Gattner)

Juni 2026

Von gotischer Anmut.
Wilhelm Lehmbrucks Porträt der Clara Burger-von Duhn

Clara Burger-von Duhn (1886-1973) war die Tochter des berühmten Heidelberger Archäologen Friedrich von Duhn. Sie heiratete bereits als junges Mädchen den Kunsthistoriker Fritz Burger, der 1916 bei Verdun fiel; Clara blieb mit den vier gemeinsamen Kindern zurück. Sie erkrankte schwer und ging in die Schweiz zur Kur. Dort lernte sie den Bildhauer Wilhelm Lehmbruck (1881-1919) kennen, der sie aufgrund ihrer grazilen Erscheinung bat, ihm Modell zu sitzen. So entstand die Kaltnadelradierung Porträtkopf VIII (Frau B.), die im aktuellen Kunstwerk des Monats Juni unter die Lupe genommen wird.

Becherpokal der Fa. Bossard, 1886 (KMH, K. Gattner)
Becherpokal der Fa. Bossard, 1886 (KMH, K. Gattner)

Mai 2026

Geschenk zum Jubiläum: Ein Becherpokal der Firma Bossard

Dieser Deckelpokal wurde der Stadt Heidelberg im Jahre 1886 zum 500-jährigen Jubiläum der Universität von ehemaligen Heidelberger Studenten aus der Schweiz geschenkt, hergestellt von der Luzerner Firma Bossard. Johann Karl Bossard (1846–1914) leitete ein international anerkanntes Atelier, das bis 1997 bestand und für stilreine Arbeiten sowie Renaissance- und Historismus-Einflüsse bekannt war. Das Kurpfälzische Museum präsentiert dieses Geschenk in seiner Dauerausstellung.

Emil Rudolf Weiss: Selbstbildnis im Harlekinkostüm und Karl Hofer als Pierrot, 1926 (KMH: K. Gattner)
Emil Rudolf Weiss: Selbstbildnis im Harlekinkostüm und Karl Hofer als Pierrot, 1926 (KMH: K. Gattner)

April 2026

Ein Raum voller Musik. Emil Rudolf Weiss‘ Symphonie für Nicola Moufang

Eine auf Nessel gemalte Symphonie schmückte einst das Musikzimmer der Berliner Villa von Nicola Moufang, dem künstlerischen Leiter der Königlichen Porzellanmanufaktur. Moufang, in Heidelberg geboren, hatte den aus Karlsruhe stammenden Maler Emil Rudolf Weiss 1926 mit der vornehm zurückhaltenden Ausschmückung beauftragt. Diese Innendekoration wurde 1978 von den Erben Moufangs dem Kurpfälzischen Museum geschenkt.
Mehr zu dem Bildprogramm erfahren Sie im Kunstwerk des Monats April.

Charles Meryon: Ansicht von Akaroa (KMH, K. Gattner)
Charles Meryon: Ansicht von Akaroa (KMH, K. Gattner)

März 2026

Vom Seemann zum Künstler: Charles Meryon zeichnet Neuseeland.

Charles Meryon reist 1843 als Fähnrich der französischen Marine nach Neuseeland, auf der vierjährigen Reise zeichnet er die fremden Landschaften und Menschen des Pazifikraums. 20 Jahre später überträgt er diese Zeichnungen in Radierungen, die seinen Sehnsuchtsort Südsee darstellen. Die Ansicht von Akaroa gilt als Meisterstück dieser Druckserie.

Flämischer Künstler: Der Organist und Komponist Henricus Liberti (KMH: K. Gattner)
Flämischer Künstler: Der Organist und Komponist Henricus Liberti (KMH: K. Gattner)

Februar 2026

Von einem vermeintlichen Kastraten und künstlerischer Inspiration

Ein vermeintlicher Kastrat, ein gefeierter Virtuose und ein Porträt voller Rätsel: Das Gemälde des Kurpfälzischen Museums zeigt den Organisten und Komponisten Henricus Liberti in der Pose eines schöpferischen Künstlers. Inspiriert von Anthonis van Dyck, greift das Porträt ein berühmtes Vorbild auf – und verändert doch entscheidend dessen Ausdruck. 

 

Das großformatige Gemälde wird aktuell als Kunstwerk des Monats im Kurpfälzischen Museum gezeigt. 

2 Figurengruppen eines musizierenden Paares (KMH, K. Gattner)
2 Figurengruppen eines musizierenden Paares (KMH, K. Gattner)

Januar 2026

Original und Kopie: 
Ein Frankenthaler Figurenpaar mit Potpourri

Duftgefäße dienten zur Aufnahme duftender Kräuter, Blüten und Harze, um die Raumluft zu verbessern. Dass die bewährte Gefäßform der Potpourrivase auch im 20. Jahrhundert noch gefragt und daher noch immer produziert wurde, beweist die Gruppe eines musizierenden Paares aus dem Jahre 1921.Sie wurde mit alten Formen der Frankenthaler Porzellanmanufaktur in der Mannheimer Porzellanfabrik hergestellt und auch für das Mannheimer Schloss als Ersatz für die verlorenen Originale produziert.