Cholud Kassem – Im Schutz des Rituals
Ausstellung des Kulturamts im Kurpfälzisches Museum
1.August bis 13. September 2026
Eröffnung: Freitag, 31. Juli, 19 Uhr, mit Dr. Andrea Edel und Dr. Kristina Hoge
Im Rahmen der vom Kulturamt Heidelberg organisierten Ausstellungsreihe „Retrospektiven Heidelberger Künstlerpersönlichkeiten“ würdigt die Stadt Heidelberg jährlich das Schaffen von Künstlerinnen und Künstlern aus Heidelberg und der Region. Dieses Jahr ist der Künstlerin Cholud Kassem (*1956) eine Gesamtschau gewidmet.
Die Ausstellung zeigt Malerei, Keramikobjekte und Videoarbeiten aus den frühen 1990er Jahren bis in die Gegenwart und gibt einen umfassenden Einblick in das über Jahrzehnte geschaffene Werk der Heidelbergerin.
Cholud Kassem setzt kulturelle Impulse
Kassems Arbeiten zeichnen sich durch eine prägnante und konsequente Formensprache aus. In seriellen Werkgruppen entwickelt sie aus einem meditativen Malprozess Bildzeichen, die zwischen Abstraktion und Figuration oszillieren. Wiederkehrende Motive wie Masken, Schutzschilde, Pfeile oder Gewänder erscheinen als archaisch wirkende Elemente und Figuren und zugleich zeitlose Formen und Objekte.
Im Zentrum ihres Werkes stehen Fragen von Identität, Herkunft und kultureller Prägung. Geboren im Irak und in Deutschland aufgewachsen, bewegt sich Cholud Kassem zwischen zwei kulturellen und nationalen Erfahrungsräumen. Christlich und kulturell in Deutschland sozialisiert, wurde die spätere Begegnung mit ihrer irakischen Familie zu einem prägenden Moment, der neue Perspektiven auf Herkunft, Erinnerung und Zugehörigkeit eröffnete. Diese Erfahrungen spiegeln sich in ihren Arbeiten wider.Die Ausstellung thematisiert darüber hinaus Angst, Schutz und die symbolischen Strategien des Menschen im Umgang mit existenziellen Fragen. Durch Schichtung, Überarbeitung und Verdichtung entstehen in ihren Arbeiten vieldeutige Bildräume, die unterschiedliche Lesarten zulassen.
Über die Künstlerin
Cholud Kassem, 1956 in Bagdad geboren, kam in frühester Kindheit nach Deutschland. Nach einer Lehre und einem Kunststudium in Heidelberg arbeitet sie seit 1997 als freischaffende Künstlerin. Sie stellt ihre Arbeiten national und international aus, übernahm von 2002 bis 2005 Lehraufträge an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und ist Mitglied im Deutschen Künstlerbund, Künstlerbund Baden-Württemberg und im BBK Heidelberg. Kassem erhielt zahlreiche Förderungen, u. a. vom Bundespräsidialamt, dem Land Baden-Württemberg und der Stiftung Kunstfonds / Neustart Kultur. Ihre Arbeiten sind in öffentlichen Sammlungen vertreten, darunter das Verteidigungsministerium Berlin und das Land Baden-Württemberg.

