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Podcast "Museum lauschen": Transkription

Porträts - Menschen im Bild
Sprecher: Museum lauschen, Kunst einfach verstehen und genießen. Ein inklusiver Podcast des Kurpfälzischen Museums Heidelberg, gefördert durch das Programm Offen für der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg. Mitten in der Heidelberger Altstadt lädt das Kurpfälzische Museum dazu ein, Kunst und Geschichte zu entdecken. 
Zu sehen sind kostbare und seltene Dinge, Gemälde und Skulpturen aus vielen Jahrhunderten, stilvolle Räume mit Möbeln Leuchtern und Porzellan und archäologische Funde von der Steinzeit bis zur Römerzeit. In diesem Podcast spricht die Museumspädagogin Eva Wick mit kunstbegeisterten Gästen aus der Kunstgruppe der Lebenshilfe Heidelberg. 
Gemeinsam entdecken sie die Sammlung des Museums. Ihre Lieblingswerke eröffnen persönliche und überraschende Perspektiven. Und immer wieder ist Musik zu hören. Die Geigerin Antonina Preuss bringt die Kunst zum Klingen. 
Eva: Hallo, ich bin Eva Wick, Museumspädagogin hier im Kurpfälzischen Museum Heidelberg und ich freue mich heute, Aleyna und Melanie zu begrüßen. Herzlich willkommen, schön, dass ihr da seid.
Melanie: Wir freuen uns auch, dass wir da sind.
Eva: Ihr seid ja richtige Kunstfans, kann man das so sagen? Weil ihr trefft euch einmal in der Woche und macht auch selber Kunst. Und heute gucken wir uns aber mal an, was andere Künstlerinnen und Künstler so gemacht haben und was für Bilder hier bei uns im Museum hängen. Und unsere heutige Folge heißt Porträts – Menschen im Bild. Guckt euch mal unsere tollen Porträts hier in unserer schönen Gemäldegalerie an. Was seht ihr denn hier für Bilder? 
Die haben alle was gemeinsam, oder?
Aleyna: Frau, Mann, ein Kind.
Melanie: Ja, wollte ich gerade auch sagen, das Kind.
Aleyna: Ein kleines Mädchen.
Eva: Das guckt einen so ganz nett an, das kleine Mädchen.
Aleyna: Es guckt irgendwie wie traurig, ein bisschen…
Eva: … ja, stimmt. Ich habe eben dieses Wort Porträt gesagt. Das ist ein Wort, das klingt irgendwie nicht so richtig deutsch oder? 
Weil es kommt eigentlich aus der französischen Sprache. Und es zeigt oder es heißt eigentlich so viel wie ein Bild von einem Menschen. Habt ihr schon mal Bilder von Menschen gemalt?
Aleyna: Ja, ist schon viel. Was für Menschen malst du dann, Aleyna?
Aleyna: Kinder, Frauen…
Eva: Sind das Menschen, die du kennst?
Aleyna: Nee, fremde Menschen. 
Eva: Okay. Und wie holst du dir die Ideen dazu?
Aleyna: So manchmal habe ich schon viel Fantasie, aber manchmal denke ich halt selber nach, also ich zeichne mir selber Bilder.
Eva: Und bei dir, Melanie, malst du auch selber Menschen?
Melanie: Ja, mit Menschen sozusagen, da hapert es noch bei mir. Was ich gerne so kann, sind Tiere zu machen. 
Eva: Kennt das Wort Porträt eigentlich? 
Aleyna und Melanie: mh…
Eva: Das ist ein schwieriges Wort, ne? Also bei uns ist das das Wort für diese ganzen Menschenbilder, so wie sie bei uns jetzt hier auch zu sehen sind. Wir können uns ja einfach mal eins angucken. Die Frau auf dem Bild, man sieht fast so aus, als würde die neben uns sitzen. Von ihr sieht man relativ viel. 
Also man sieht ihren Kopf, ihr Gesicht und auch ihren Körper. Eigentlich fast von Kopf bis Fuß. Ihre Füße sind jetzt nicht gemalt, aber man kann sich vorstellen, dass sie da sind. Was sagt ihr zu der? Sieht ihr jetzt besonders fröhlich aus? Melanie: So fröhlich guckt sie jetzt nicht so.
Aleyna: Ja, so traurig, genervt…
Eva: Ein bisschen genervt, finde ich auch, ja… So ein bisschen streng auch? Wisst ihr, wer das Bild gemalt hat? Vielleicht liegt es daran, dass ihr so guckt. Es war ihr Mann.
Aleyna: Ah!
Eva: Ihr Mann war der Künstler, der das Bild gemalt hat. Und seine Idee beim Malen war, dass er die Menschen, die er malt und die er auch alle gut kennt, dass er die wirklich so malt, wie sie sind. 
Dass er sie nicht irgendwie schöner malt oder irgendwie... Das Gesicht verändert, sondern, dass er sie wirklich so malt, wie er sie sieht. Weil wenn man malt, dann kommt irgendwie auch immer so ein bisschen was von einem selber mit rein.
Aleyna: Mh, ja…
Eva: Ja? Der Künstler, der heißt oder hieß Wilhelm Trübner und er war ein Künstler in einer Zeit, wo es schon Fotografie gab. Das ist vielleicht das, was wir heute am meisten machen, wenn wir Menschenbilder machen. Dann nehmen einfach das Handy und machen ein Foto.
Aleyna: Ja…
Eva: Aber damals gab es das eben noch nicht so. Er hat hier seine Frau gemalt und das Spannende ist, der Künstler, der saß wahrscheinlich ungefähr so, wie wir sitzen, ihr gegenüber. 
Also er war wirklich auch dort, wo sie gesessen hat, weil er draußen war zu malen. Das war das Neue in der Zeit, dass die Künstlerinnen und Künstler wirklich draußen waren und draußen gemalt haben. Fällt euch sonst noch was auf, auf dem Bild, wie er gemalt hat?
Aleyna: Das Gesicht ist ein bisschen grün.
Melanie: Das Gesicht ist ein bisschen, ist nicht so, sieht ein bisschen… als wäre er ein bisschen grün mit reingemacht. 
Eva: Ja, das hat er auch. Er hat ihm wirklich grüne Farben, grüne Flecken auf das Gesicht gemalt. Wo könnten die herkommen? Also sie sitzt draußen im Park und denkt mal, es ist ein sonniger Tag und irgendwie scheint die Sonne vielleicht durch die Bäume. Und dann kommt das Licht von den Blättern der Bäume vielleicht mit auf ihr Gesicht, dass es so spiegelt. 
Also er hat irgendwie versucht, das Sonnenlicht mit einzufangen. Die Künstler aus der Zeit nennt man zum Beispiel auch Lichtmaler, weil sie versuchen, das Licht auf das Bild zu holen.
Aleyna: Ja, ein grünes Oberteil mit grünem Rock, also wenn es grün ist. Also ich glaube, das ist so 1800/1902...
Eva: Also geboren wurde sie 1875.
Aleyna: Ah…
Eva: Schon ein bisschen her…
Aleyna: Schon knapp…
Eva: Ja, sie heißt Alice Trübner. 
Aleyna: Also wirklich gelebt?
Eva: Also es ist ein Mensch, den es wirklich gegeben hat. Das Tolle ist jetzt, dass wir, obwohl sie schon lange auch gestorben ist, trotzdem noch ihr Bild haben, dass wir wissen, wie sie aussieht, weil ihr Mann sie eben hier gemalt hat. Und gestorben ist sie 1916.
Wie sitzt sie denn da? Sitzt sie jetzt so wie wir auf dem Stuhl? 
Aleyna: Hm, wie ein Strauß sieht sie aus.
Melanie: Also ich glaube, wenn sie sitzt, hat sie, glaube ich, eine andere Position.
Eva: Sag mal, was das ist, weil die Leute sehen ja das Bild nicht. Beschreib es mal, Melanie.
Aleyna: Ich weiß nicht wie das heißt…
Melanie: Also mit dem Knie, glaube ich, mit dem einen Bein, glaube ich so…
Eva: … die Beine so überschlagen. Das sieht man gar nicht so genau, weil sie den Rock hat, so einen langen Rock. 
Und nicht nur ihr Rock ist ganz lang, auch ihr Oberteil die Bluse und das ist alles zu. Man sieht eigentlich ganz wenig von ihrer Haut. Auch der Kragen geht weit nach oben. So ein bisschen die Mode in der Zeit auch. Würdet ihr sowas anziehen, was sie anhat?
Melanie: Nein!
Eva: Nicht euer Stil?
Melanie: Nicht unser Stil. Überhaupt nicht. 
Eva: Schaut mal, da drüben, da hängt das Bild von ihrem Mann. Und er hat sich hier auf diesem Bild selbst gemalt.
Aleyna, du hast dich auch schon selbst gemalt.
Aleyna: Mh mh…
Eva: Wie hast du das gemacht? 
Aleyna: Also ich habe einfach Handy mit dem Bild von mir gemacht und dann habe ich das gezeichnet.
Eva: Also ein Foto zur Hilfe?
Aleyna: Ja, ein Foto von mir. 
Eva: Was denkst du, wie er das gemacht hat? Weil Fotos gab es damals noch nicht und Handys auch nicht.
Aleyna: Ja...
Eva: Es gibt da einen kleinen Trick, den die Künstler und Künstlerinnen ganz gern gemacht haben, wenn sie sich selber gemalt haben. Sie haben in einen Spiegel geguckt. Und guckt mal, was hat er an?
Aleyna: Er hat einen Hut an. Einen Anzug.
Eva: Und dann hat er noch was um den Hals auch.
Melanie: Krawatte oder sowas…
Eva: Krawatte, genau. Das ist eigentlich die einzige Farbe, oder, auf dem Bild, die Krawatte?
Aleyna:  Ja, so grau, schwarz, es kommt dunkel.
Eva: Es sieht ziemlich dunkel aus, das Bild. Auch der Hintergrund ist ganz dunkel. Also ein ganz anderes Licht als auf dem Bild von seiner Frau. 
Also wahrscheinlich war er da eben nicht draußen im Freien. Könnt ihr euch vorstellen, also hier hängen jetzt ja ihre beiden Bilder so ein bisschen nebeneinander, könnt ihr euch vorstellen, dass die beiden Bilder sprechen? Was könnten die zueinander sagen, die Zwei? Was könnte sie denn gesagt haben zu ihrem Mann? 
Aleyna: Mh…
Melanie: Dass es nicht gut gewesen wäre, wenn, dass er sie gemalt hat.
Eva: Okay. Oder sowas wie, mach mal schneller, ich will weiter.
Melanie: Auch. Ja...
Eva: Gefällt euch sonst noch eins der Bilder hier an der Wand?
Aleyna: Das kleine Mädchen gefällt mir.
Eva: Das kleine Mädchen? Was gefällt dir daran, Aleyna?
Aleyna: Ja, sie sieht süß aus. Hat ein pinkes Kleid an, aber guckt auch sehr traurig. 
Melanie: Ich meine, es ist ja auch nicht nur pink dabei zu sehen bei dem Kleid, es ist auch ein bisschen weiß drin zu sehen.
Aleyna: Ja, aber guckt sehr traurig.
Eva: So richtig fröhlich guckt sie nicht, ne?
Aleyna: Nein…
Eva: Und was sieht man eigentlich von dem Mädchen jetzt?
Eigentlich nur schwarz.
Eva: Es ist wieder viel schwarz auf dem Bild. 
Aleyna: Es kann sein, dass das Kind bestimmt missbraucht worden ist.
Eva: Meinst du?
Aleyna: Ja…
Eva: Aber dadurch, dass der Hintergrund so schwarz ist, sieht man das Gesicht ganz gut von dem Mädchen.
Aleyna: Okay.
Eva: Also das leuchtet.
Aleyna: Lebt sie noch?
Eva: Nee. Also der Künstler ist schon lange verstorben und sie bestimmt auch. Es ist schon eine Weile her, dass es gemalt wurde. 
Aber auch das Mädchen gab es eben mal wirklich. Also alle Menschen, die wir hier sehen, sind Menschen, die es mal gab.
Aleyna: Krass...
Eva: Und bei dem Mädchen, da sieht man eigentlich nur was von ihr?
Aleyna: Nicht so viel. Nur Kopf kann man sehen. Genau, von ihr sieht man nur den Kopf, ne? Ja, Kopf und Körper. Vom Körper sieht man gar nicht viel, ne? 
Eva: Ja. Also da ist wirklich nur das Gesicht, ne? Wie war das bei dir, Aleyna, als du dich gemalt hast? Was hast du da von dir gemalt?
Aleyna: Kopf und Brust.
Eva: Oberkörper dann?
Aleyna: Oberkörper ja.
Eva: Das ist auch ganz oft, ja? Also dass man den ganzen Körper sieht, ist meistens nicht so oft, ja, das stimmt. Was sagt ihr zu dem Porträt, was daneben hängt? 
Aleyna: Ist es ein Mann oder eine Frau?
Eva: Gute Frage. Was meinst du, Melanie?
Melanie: Ich glaube, er sieht aus nach einer Frau. Vom Mund her so?
Eva: Ja, es ist eine Frau. Und es ist eine Frau, die sich aber extra so ein bisschen dargestellt hat wie ein Mann. Weil sie hat hier so die Ärmel hochgekrempelt und man sieht ihre Oberarme, man soll so ein bisschen ihre Muskeln sehen und das ist eigentlich eher so eine Stellung wie man sie von einem Mann auch gewohnt ist. 
Und die Künstlerin, die sich hier auch selber gemalt hat, sie hieß Hanna Nagel, die hat in einer Zeit gelebt, wo die Frauen noch gar nicht viel Kunst machen durften. Also die Männer durften alle zur Kunstschule gehen und durften das auch lernen. Und sie war eine der ersten Frauen, die das dann auch durfte. 
Aleyna: Okay…
Eva: Und um das so zu zeigen, dass sie das als Frau auch kann, hat sie sich eben so ein bisschen dargestellt wie ein Mann. Und auch die Haare so kurz geschnitten wie ein Mann. Man kann sich nämlich vorstellen, dass sie in ihrer rechten Hand was in der Hand hat. Was könnte sie da in der Hand haben?
Aleyna: Haargummi? 
Eva: Vielleicht, aber wenn sie gerade am Malen ist, hat sie da vielleicht den Pinsel in der Hand. Wie malt ihr eigentlich am liebsten - mit einem Pinsel oder mit Stiften?
Aleyna: Also ich male meistens mit Buntstiften, Bleistiften. Ja, meistens mit Bleistiften. Und dann malen ich das so aus.
Eva: Okay, also erst in Vorzeichnung? 
Aleyna: Ja. Das Bild hier ist auch sehr schön, so alt. Also der erinnert mich an meinen Opa, der leider 2009 gestorben ist.
Eva: Ja, das ist auch ein Bild von dem Künstler, der hier seine Tochter gemalt hat. Und auf dem Bild hat Louis Corinth seinen Schwiegervater gemalt. Was sieht man von ihm?
Aleyna: Der sitzt jetzt so schräg. 
Aber den Hintergrund finde ich voll schön. So eine Blume und so. Hängt da ein Bild?
Eva: Ja.
Aleyna: Und ich glaub, das ist eine Tür oder? … im Hintergrund.
Eva: Ja, da ist ein bisschen mehr zu sehen mal im Hintergrund. Vielleicht ist es das Wohnzimmer, wo er saß. Da kann man ein bisschen, ja, einen Vorhang oder eine Tür, so wie du meinst eben. Also so ganz genau kann man es auch gar nicht erkennen, weil der Künstler nämlich auch gemalt hat mit einem ganz schnellen Pinselstrich Also er wollte die Sachen nicht so ganz genau malen, sondern eher schnell und dabei waren ihm die Farben auch wichtig.
Wie malt ihr? Malt ihr eher so genau oder lieber auch mal ein bisschen schneller? 
Aleyna: Also bei mir ist es unterschiedlich. Also es ist mal so und manchmal mit Pinsel.
Eva: Das sind die Profis, die dann einfach wechseln können. Und bei dir, Melanie?
Melanie: Ja, bei mir, wenn ich Sachen anfange zu machen oder zu zeichnen, dass ich erst einmal... Ich habe da auch so einen kleinen Trick, dass ich manche Sachen erst, die ich nicht mit der Farbe machen will, erst einmal umrande, erst einmal, dass die geschützt sind und dann kann ich dann die Fläche ausmalen. 
Eva: Und wie malst du sie aus, mit Buntstiften?
Melanie: Ja, ich male mit Holzstiften.
Eva: Welches davon würdet ihr euch zu Hause aufhängen?
Aleyna: Die Frau da.
Eva: Die Alice Trübner? Die auf der Parkbank sitzt. Und du, Melanie?
Melanie: Das Kind.
Eva: Dir gefällt das Mädchen gut? Wie malst du das Gesicht?
Aleyna: Mit Bleistift.
Eva: Und was für Sachen malst du da? 
Aleyna: Den Mund, perfekte Nase und Augen, Augenbrauen, Ohren.
Eva: Und haben die auch Schmuck an, so wie du?
Aleyna: Ja. Aber ich male auch manchmal Jungs. Ja, aber meistens Mädchen, Mädchen und Frauen.
Eva: Ein zwei Meter großes Bild hast du mal gemalt von einem Menschen?
Aleyna: Ja, nee, das bin ich, ich hab mich selber gemalt. Das war sehr anstrengend. 
Ja, dann habe ich den Kopf angefangen, Haare, Nase, Ohren und dann Kleid. Und an den Händen, habe ich dann gemalt, Füße und die Haare sind auch sehr lang, also die gehen bis hier hin.
Eva: Da hast du dich ein bisschen verändert auf dem Bild und es ist so groß wie du wirklich bist.
Aleyna: Ja…
Eva: Ich glaube, das haben nicht viele bis jetzt gemacht, sich selber gemalt in echter Größe. 
Aleyna: Ja…
Eva: Und wenn du dich hier umguckst, hier hängt auch keins. Und hast du auch schon so etwas Ähnliches gemacht, Melanie?
Melanie: Es war mal bei mir so ähnlich, aber ich bin noch in der Anfangsphase mit Gesichtern noch zu üben.
Eva: Das ist schon ganz schön schwer auch.
Die Bilder, die wir uns bisher angesehen haben, hängen in unserer Gemäldegalerie der Moderne. 
Weitere Bilder schauen wir zusammen in unserer Porträtgalerie an.
--- Musik ---
Eva: Hier sind wir vor dem Bild, das ein Mädchen mit einem Papagei zeigt. Was sagt ihr dazu? Was seht ihr?
Melanie: Also was mir auffällt, dass sie Tiere hat. Also einen Papageien und einen Hund.
Eva: Aleyna, was siehst du?
Aleyna: Also ich finde, die sieht sehr weiß aus.
Eva: Ihre Haut, meinst du?
Aleyna: Ja, also ich glaube, das war früher beliebt, oder? Haben die sich so früher geschminkt?
Eva: Genau. Man hat die Haut extra noch weißer gemacht. Also man hat so einen Puder genommen. Das kennt ihr vielleicht auch vom Schminken oder so. Und das haben die extra gemacht. Man wollte eine weiße Haut haben.
Melanie: Haben sie sich dann so drauf getupft?
Eva: Genau. Im Gesicht ganz bestimmt. Und…?
Aleyna: Haare…
Eva: Wahrscheinlich auch die Haare damit weiß gemacht. Man wollte zeigen, dass man nicht arbeiten muss wie alle anderen Menschen. Das heißt, ihre Haut war von der Sonne gebräunt. Und um zu zeigen, dass man das nicht machen musste, dass man eben reich war, hat man extra die Haut weiß gemacht. Fällt euch sonst noch was auf? 
Melanie: Die Farbe vom Kleid…
Aleyna: …ist sehr schön.
Melanie: Pink. Ja. Und mir gefällt auch am Kleid wie es aussieht als hätte sie irgendeinen Glitzer oder sowas.
Eva: Ah, meinst du den feinen Stoff, das Weiße?
Melanie: Ja.
Eva: Das ist so ein ganz dünner feiner Stoff ja, so ein Spitzenstoff. Also das hier ist wahrscheinlich was ganz Dünnes, was ganz Feines, ne? 
Melanie: Am Haar oben könnte sie sowas tragen, wie so eine Klammer oder so eine Spange.
Eva: Da hat sie irgendeinen Schmuck.
Melanie: Am Hals die Kette.
Eva: Ja, genau.
Melanie: Sieht aus wie ein Kreuz oder so.
Eva: Und wenn ihr jetzt an unsere Porträts, an die Menschenbilder von eben denkt, wo wir uns angeguckt haben, wie wurde sie jetzt hier gemalt? 
Melanie: Man sieht schon viel von ihr.
Eva: Nämlich was?
Melanie: Also das Gesicht, also hier vom Hals hier unten sieht man auch ein bisschen, sieht man mehr.
Eva: Wirkt das jetzt so richtig echt, dieses Bild, oder?
Aleyna: Ja, oder?
Eva: Könnt ihr euch vorstellen, dass der Maler, der das Bild gemalt hat, jetzt wirklich ihr gegenüberstand und sie stand jetzt so die ganze Zeit da? 
Also so entspannt sieht sie jetzt ja nicht aus auf dem Bild, oder?
Melanie: Nein.
Eva: Also ich glaube...
Aleyna: Sie sieht nervt aus.
Eva: Ja, ich glaube das war so ganz schön anstrengend für sie. Also der Maler, von dem wir gar nicht genau wissen, wer er war, der das Bild gemalt hat. Das gibt es nämlich auch manchmal, dass man gar nicht den Namen kennt vom Künstler oder der Künstlerin, dass der schon genau gesagt hat, stell dich mal so hin und so hin. 
Aber ob sie jetzt die ganze Zeit so dastand, weiß ich nicht. Aber guckt mal, was für eine Haltung macht sie? Steht ihr so da manchmal?
Melanie: Nein.
Eva: Nee, oder? Das sieht doch richtig unecht aus, richtig verkrampft aus. Also ich glaube nicht, dass sie so gemalt wurde, sondern da hat sich der Maler was einfallen lassen, seine Fantasie benutzt, wie er sie zeigen will. 
Was macht sie denn mit ihren Händen?
Aleyna: Ich kann das nicht so sehen. Was ist das?
Melanie: Man sieht in der einen Hand, hat sie am Finger, das muss wahrscheinlich die Kette sein, womit sie den Papageien hält.
Aleyna: Kann sein...
Eva: Ja, an ihrem kleinen Finger, da hängt so eine Kette und daran ist der Papagei. Genau, Melanie, so wie du sagst. 
Also die gucken uns richtig an, die beiden. Das war damals ganz beliebt, dass man versucht, die Leute, die dann vor dem Bild stehen, dass man die mit dem Blick so in das Bild reinsaugen will.
Aleyna: Hat sie auch in echt gelebt?
Eva: Sie hat auch in echt gelebt, genau. Ich kann euch mal ihren Namen sagen. Ihr ganzer Name war Maria Anna Josefa Charlotte Amalie. 
Aleyna: Gott, was ein langer Name.
Melanie: Viele Namen.
Eva: So viele Namen hatte sie, genau. Und sie war ein Mädchen, das in eine Familie geboren wurde, wo klar war, dass sie Irgendwann auch mal jemand Wichtigen heiraten wird.
Melanie: Also es durften andere Leute bestimmen, wen sie heiraten durften und wen nicht. Sie durften das selber nicht. 
Eva: Ja.
Aleyna: Und was ist mit ihr passiert?
Eva: Meistens waren das die Eltern, die bestimmt haben. Sie hat dann einen Mann geheiratet, der in Bayern gelebt hat. Und von ihr wissen wir, dass sie eine Schwester hatte, Elisabeth Augusta. Die ist auch ganz bekannt hier in Heidelberg. Und die beiden haben sogar ihre Hochzeit zusammen gefeiert. 
Im Schloss in Mannheim.
Aleyna: Wow.
Eva: Und die Hochzeit dauerte 13 Tage lang. Könnt euch das vorstellen?
Aleyna: Das ist so lang. Wow.
Eva: 13 Tage lang. Also sie hat ihren Mann geheiratet und ihre Schwester Elisabeth Augusta hat auch einen wichtigen Mann geheiratet nämlich Carl Theodor. Und man hat dann ein großes Hochzeitsfest gefeiert und es gab Theateraufführungen und große Tische, an denen man gegessen hat. Es gab Feuerwerk. Man hat sich maskiert verkleidet und es gab Schlittenfahrten, denn die haben im Winter geheiratet.
Aleyna: Das klingt so schön.
Eva: Melanie, du hast in eurem tollen Kalender, den ihr von der Kunstgruppe gemacht habt, auch Vögel gemalt. Stimmt's?
Melanie: Ja.
Eva: Sind die frei oder haben die auch eine Kette? Wie hast du die gemalt? 
Melanie: Also meine Vögel sind, ich will es mal sagen, aus Zahlen entstanden.
Eva: Aus Zahlen?
Melanie: Aus Zweiern, aus lauter Zweiern.
Eva: Das musst du mir erklären.
Melanie: Ja, ich habe erst angefangen zwei Zweier zusammen zu machen, dann wieder, dasselbe, dann habe ich die unten miteinander verbunden, habe oben an der Zwei den Kopf gemacht, also die Köpfe, dann habe ich die andere Zwei geschlossen mit dem Flügel und den anderen habe ich offengelassen und dann unten noch die Federn. 
Eva: Wow, das ist ja eine coole Technik. Deine Vögel, die sitzen irgendwo, oder? Wenn ich das richtig geguckt habe vorhin.
Melanie: Ja, man kann sagen, auf dem Baum oder auf dem Ast, glaube ich kann man sagen.
Eva: Und wie ist es bei dem Vogel hier, bei dem Papagei?
Aleyna: Der ist halt fest gekettet. Der arme Vogel.
Eva: Also Vögel sind ja eigentlich immer Tiere, die gerne herumfliegen. 
Und der hier kann das leider nicht, weil er eben angekettet ist. Und so ein bisschen steht dieser Vogel mit der Kette wahrscheinlich auch für das Leben von diesem Mädchen. Könnt ihr euch das irgendwie erklären?
Aleyna: Ja…
Eva: Also, weil sie eben ein Mädchen war, was aus einem reichen Haus gekommen ist, konnte sie, glaube ich nicht so leben, wie sie wollte. Also sie hatte ganz bestimmte Regeln, die sie einhalten musste, so wie sie zum Beispiel auch den Mann heiraten musste, der für sie ausgesucht war. Also sie hatte keine Freiheit, wie ein Vogel eigentlich eine Freiheit hat.
Aleyna: Ja…
Eva: Solche Sachen werden auch ganz gerne auf Bildern, irgendwie so ein bisschen versteckt gezeigt, in dem Fall jetzt mit den Tieren. 
Würde hier ein Bild dir irgendwie jetzt eine Idee geben für ein Menschenbild, das du malen willst?
Aleyna: Das gefällt mir voll.
Eva: Das hinter uns, das Bild?
Aleyna: Ja, das ist eine Mutter, Töchter, sieht so aus.
Eva: Ja.
Aleyna: Von so einer großen Engel da oben. Ich glaube, das ist ein Bild, wo Mutter und Tochter, oder?
Eva: Ja.
Aleyna: So mit Töchtern.
Eva: Du hast es richtig erkannt ja. Das ist die Mutter.
Aleyna: Mutter mit Töchtern.
Eva: Ja. Sie ist auf ganz vielen Bildern auch bei uns hier im Museum zu sehen. Sie heißt Elizabeth Stewart. Sie war die Tochter des englischen Königs und sie hat einen Mann geheiratet, der hier auf dem Heidelberger Schloss war. Das war der Kurfürst Friedrich.
Aleyna: Hat sie da im Heidelberger Schloss gelebt? 
Eva: Genau.
Aleyna: Wie schön.
Eva: Sie hat eine Zeit lang zumindest auf dem Heidelberger Schloss gewohnt. Die Kinder, die hier zu sehen sind, waren damals noch nicht alle geboren.
Und eigentlich gehört zu dem Bild noch ein Bild dazu. Ein Teil, aber man weiß gar nicht genau, wo es ist. Es ist fast wie verloren gegangen.
Aleyna: Also das sind nicht ihre Töchter? 
Eva: Doch, es sind ihre Töchter. Und auch Söhne.
Aleyna: Söhne…
Eva: Insgesamt hatte sie aber noch viel mehr Kinder.
Aleyna: Oh Gott.
Eva: Was denkt ihr, was für eine Zahl hatte sie?
Aleyna: Zwölf?
Eva: Fast. Sie hatte 13 Kinder. Und da oben, das hast du auch schon gesehen…
Aleyna: Ein Engel.
Eva: Genau, der Engel, das zeigt ein Kind, was eben dann schon gestorben war. 
Aber das hat man auch mit auf das Bild gebracht. Also der Rest der Kinder war eben auf dem anderen Bild.
Aleyna: Welche Zeit war das?
Eva: Das ist jetzt schon fast 400 Jahre her.
Aleyna: Ja, und das andere Kind guckt in den Himmel.
Eva: Gute Beobachtung genau. Die eine hier. Was macht die?
Aleyna: Die im weiß-gelben Kleid.
Eva: Die mit dem grünen Kleid?
Aleyna: Ja, die guckt in die Mitte. 
Melanie: Ich glaube, die guckt in unsere Richtung.
Eva: Genau, die guckt wieder auf uns. Also wieder dieser Trick, den auch der andere Künstler hier verwendet hat, dass die uns so direkt anschauen. Das macht’s irgendwie, dass wir von dem Bild auch angezogen werden.
Aleyna: Haben die alle in Heidelbergs Schloss gelebt? Also die Kinder auch? Oder nur die Frau?
Eva: Also die Frau hat so fünf Jahre auf dem Schloss gelebt und dann wurde ihr Mann König. König von Böhmen und die Familie ist nach Prag gezogen und dann mussten sie nochmal umziehen, weil Friedrich leider einen wichtigen Kampf verloren hat und dann ziehen sie in die Niederlande…
Aleyna: Auch auf ein Schloss?
Eva: …und dort hatten sie auch zumindest ein sehr großes Haus. 
Aleyna: Das ist schon krass wie alt das Bild ist, das kann man nicht vorstellen.
Eva:  Ja. Und sieht noch richtig toll aus, oder? Und bei den Menschen jetzt auf dem Bild mit den Kindern und Elizabeth kann man sich auch wirklich vorstellen, wie sie fast vor einem stehen, weil sie auch so groß sind wie in echt. So ein bisschen wie vielleicht dein Bild. 
Wenn man das aufhängt, dann sieht es doch bestimmt auch fast aus, als würdest du vor einem stehen.
Aleyna: Ja.
Eva: Und hier ist es auch so gewollt, dass sie wirklich fast so groß sind wie in echt.
Aleyna: Also die Kleidung finde ich sehr schön. Ich hätte auch so etwas angezogen. Aber ich glaube, die Frauen hatten da damals Probleme gehabt, weil die Kleider auch sehr schwer waren. Und da muss man auch sehr dünn sein, glaube ich...
Eva: Also man hat es extra so gemacht, das kann man bei ihr jetzt gar nicht so gut erkennen. Aber man hat es hier an der Hüfte dann so eng geschnürt sogar.
Aleyna: Das habe ich mal gesehen.
Eva: Und dann war das, glaube ich, teilweise mit dem Luft kriegen auch ziemlich schwer. 
Melanie: Ich würde mich mit so einem Korsett nicht wohlfühlen. Ich würde keine Luft mehr kriegen.
Aleyna: Die Frage ist, ob das uns passt.
Melanie: Es würde uns ja eher die Luft aufdrücken.
Eva: Ja, ich glaube, das war damals dann einfach so. Und bei den Porträts, die wir als erstes angeguckt haben, da haben die Maler eben wirklich versucht, zu zeigen, wie die Menschen in echt sind und so ein bisschen auch ihre Art zu zeigen. 
Wir haben ja auch alle irgendwie so unsere eigene Art.
Melanie: Du hast auch uns gemacht, Aleyna, dich und mich. Weißt du noch?
Aleyna: Als wir beide was gemacht haben.
Melanie: Oder im Urlaub waren.
Aleyna: Ah ja. Da waren wir an der Nordsee.
Eva: Und da hast du ein Bild von euch beiden gemalt?
Aleyna: Ja, also ins Tagebuch habe ich es gemalt.
Eva: Und was sieht man da? Was macht ihr da?
Aleyna: Da sind wir ins Meer gegangen. Und dann habe ich mit meinem Handy Fotos gemacht. Und dann habe ich das ins Tagebuch gemalt.
Eva: Dann wart ihr baden?
Aleyna: Nein es war zu kalt.
Eva: Achso…
Melanie: Wir sind nur am Strand rumgelaufen und haben uns auch mal irgendwo hingesetzt.
Eva: Schön, dass ihr heute bei uns wart im Museum und wir uns ganz viele Bilder zusammen angeguckt haben. Ganz viele verschiedene Menschen und toll, dass ihr auch über euch und eure Kunst gesprochen habt, wie ihr das macht. Das war richtig spannend. Vielen Dank.
Melanie: Wir fanden es auch toll und interessant und sagen Tschüss Eva.
Eva: Tschüss.
Sprecher: Die Fotos zum Podcast kann man sich übrigens auf der Website des Museums anschauen. 
Den Link dazu gibt es im Begleittext. Hier geht das hörbare Museumserlebnis nun weiter. Den Podcast Museum lauschen gibt es in vier Folgen. Viel Spaß beim Reinhören ins Kurpfälzische Museum.