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Krieg und Frieden

Konfliktarchäologie an Rhein und Neckar

Keltische Reiterfigur von Unlingen, im Hintergrund die Zerstörung Heidelbergs durch französische Truppen, 1689 (Gemälde von 1868, Museum Stadt Weinheim)
Keltische Reiterfigur von Unlingen, im Hintergrund die Zerstörung Heidelbergs durch französische Truppen, 1689 (Gemälde von 1868, Museum Stadt Weinheim)

18. September 2022 bis 29. Januar 2023
 
„Krieg und Frieden“, so betitelt Leo Tolstoi sein bewegendes Sittengemälde des russischen Adels zur Zeit der Napoleonischen Kriege. Das Schicksal ganzer Generationen steht auch im Mittelpunkt der gleichnamigen Ausstellung, die im Kurpfälzischen Museum Heidelberg zu sehen sein wird.

Mit ihren modernen Methoden und Fragestellungen sucht die junge archäologische Fachrichtung der Konfliktarchäologie nach Spuren jener Momente der Geschichte, an denen Frieden in bewaffnete Auseinandersetzungen und Krieg kippte. Ausgewählte Fundstücke illustrieren, wie ökologische, ökonomische und politische Wandlungsprozesse das Leben Einzelner wie auch die Existenz ganzer Zivilisationen bedrohen können.
 
Im Jahr 2022 jährt sich ein solcher Wendepunkt zum 400sten Mal: die große Zerstörung Heidelbergs durch bayerische Truppen zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges nach einigen Jahren höfischer Prachtentfaltung. Archäologische Funde aus den Stellungen der Angreifer und aus der belagerten Altstadt dokumentieren den Alltag in einer Zeit des Schreckens.

Ein französischer Helm aus der Zeit des verheerenden Kriegsgeschehens in Heidelberg, 1975 gefunden am Heidelberger Schloss. Foto: KMH/Gattner
Ein französischer Helm aus der Zeit des verheerenden Kriegsgeschehens in Heidelberg, 1975 gefunden am Heidelberger Schloss. Foto: KMH/Gattner

Auch andere kriegerische Auseinandersetzungen sind Thema der Ausstellung. Archäologische Zeugnisse spannen einen inhaltlichen Bogen vom Menschen-, Vieh- und Landraub der Jungsteinzeit bis hin zum hochgerüsteten Maschinenkrieg der Moderne. Neben berührenden Relikten aus der Zeit der Weltkriege werden bedeutende archäologische Leihgaben, darunter die keltische Reiterfigur von Unlingen, Teile des Silberschatzes von Kaiseraugst und originale Zeichnungen und Schriftstücke aus der Heidelberger Universitätsbibliothek aufeinander treffen. 
  
Die Ausstellung "Krieg und Frieden" entsteht in Kooperation mit dem Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg und ist Partnerprogramm vom Netzwerk Museen 2022/23 "Der Rhein".
 
 

online-Vortragsreihe startet im Mai 2022

In Zusammenarbeit mit dem Förderkreis Archäologie in Baden e.V. veranstaltet das Kurpfälzische Museum eine sechsteilige Vortragsreihe. Dabei beleuchten Experten das Ausstellungsthema aus verschiedenen Perspektiven. Die Veranstaltungen finden jeweils mittwochs um 19 Uhr als Zoommeeting statt. Die Zugangsdaten erhalten Sie ab Mai nach Anmeldung zur Vortragsreihe unter kurpfaelzischesmuseum@heidelberg.de.

04.05.2022 Konfliktarchäologie an Rhein und Neckar Dr. Jonathan Scheschkewitz (Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg)
11.05.2022 Kriegereliten? Reiten, Fahren und Bewaffnung bei den Kelten Dr. Leif Hansen (Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg)
08.06.2022 Von Dieben, Räubern und Wegelagerern: (Alltags-)Kriminalität im Römischen Reich Prof. Dr. Christian Witschel (Alte Geschichte der Universität Heidelberg)
06.07.2022 Vom Kampf auf Leben und Tod zur triumphalen Prozession. Pfalzgraf Friedrich der Siegreiche, die Schlacht von Seckenheim (1462) und ihre Erinnerung Prof. Dr. Jörg Peltzer (Vergleichende Landesgeschichte Universität Heidelberg)
03.08.2021 Denkmäler der Unkultur: Bunker und Bomben in Südbaden Dr. Bertram Jenisch (Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg)
14.09.2022 Die Belagerung Heidelbergs 1622 – Historisches Ereignis und archäologischer Befund Dr. Tobias Schöneweis (Kurpfälzisches Museum Heidelberg)