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Kunstwerke des Monats

2022

Kupplerszene, Nachfolger Lucas Cranachs d. Ä., 16. Jahrhundert (?) (KMH: K. Gattner)
Kupplerszene, Nachfolger Lucas Cranachs d. Ä., 16. Jahrhundert (?) (KMH: K. Gattner)

Oktober 2022

Zwischen Belustigung und moralischem Zeigefinger: das „Ungleiche Paar“ nach Lucas Cranach dem Älteren

Das Bildthema des „Ungleichen Paares“ war seit dem Spätmittelalter in der Druck­graphik und dekorativen Kunst sehr beliebt. Nach 1500 wird es auch in der Malerei salonfähig, vor allem durch Lucas Cranach den Älteren, dessen Werkstatt über 40 Varianten produzierte. Wie populär seine Gemälde waren, zeigt die Tafel aus dem Depot des Kurpfälzischen Museums, deren Maler sich intensiv mit Cranach und seinen Darstellungen des Themas beschäftigte.

Schreitende Löwin, Entwurf: Gerhard Marcks, 1909 (KMH: K. Gattner)
Schreitende Löwin, Entwurf: Gerhard Marcks, 1909 (KMH: K. Gattner)

September 2022

Barlach und Marcks – Drei Porzellanfiguren aus den Schwarzburger Werkstätten

Die Schwarzburger Werkstätten unter der Leitung ihres Gründers Max Adolf Pfeiffer (1875 – 1957) setzten sich die künstlerische Erneuerung der Porzellanplastik zum Ziel. Namhafte Künstler wie Gerhard Marcks (1889-1981) und Ernst Barlach (1870 – 1938) konnten für die Lieferung von Modellen gewonnen werden, wodurch es zu einer ungewohnten Vielfalt an Stilen und Themen kam.

Guido Philipp Schmitt: Lilie (KMH: K. Gattner)
Guido Philipp Schmitt: Lilie (KMH: K. Gattner)

August 2022

Unvergänglich schön. Die Blumenmalerei des Heidelberger Künstlers Guido Philipp Schmitt

Im Gegensatz zu den flüchtigen Erscheinungen der Pflanzenwelt ist die Schönheit der Blumenmalereien von Guido Philipp Schmitt unvergänglich. Der Heidelberger Maler, dessen 100. Todestag sich am 8. August jährt, war wie sein Vater Georg Philipp ein erfolgreicher Bildnismaler; umso überraschender wirkt sein Gemälde einer Lilie, mit dem ein Schlaglicht auf einen wenig bekannten Bereich seines Schaffens fällt: das Studium der Natur und dessen künstlerische Verarbeitung, die eine Tradition der Malerfamilie Schmitt fortführt.

George Vertue, Bildnis Sir Thomas Roe, 1741 (KMH: K. Gattner)
George Vertue, Bildnis Sir Thomas Roe, 1741 (KMH: K. Gattner)

Juli 2022

Sir Thomas Roe, Spitzendiplomat im Dienste der englischen Krone

Weitgereist und gut vernetzt war der englische Diplomat Sir Thomas Roe, engster Vertrauter der an den Heidelberger Hof verheirateten Elizabeth Stuart und späteren Königin von Böhmen.

Sammlung historischer Stoff-Ellen (KMH: K. Gattner)
Sammlung historischer Stoff-Ellen (KMH: K. Gattner)

Juni 2022

Mit gleicher Elle messen?

Vor Einführung des metrischen Systems im Jahre 1872 war es gar nicht so einfach, die in den Städten, Regionen und Ländern differierenden Maßeinheiten miteinander zu vergleichen.

Christoph Jamnitzer, Ornamentstich, 1610 (KMH: K. Gattner)
Christoph Jamnitzer, Ornamentstich, 1610 (KMH: K. Gattner)

Mai 2022

Die bizarre Welt des Christoph Jamnitzer

Das „Neüw Grotteßken Buch“ aus dem Jahre 1610 gibt Einblick in eine bizarre Welt aus phantastischen Mischwesen und Ornamenten und wandte sich mit seinen hintergründigen und satirischen Bildfindungen vor allem an gebildete Betrachter.

Auf der Rückseite des Porträts des Dichters Alfred Mombert findet sich dieses aussagekräftige Etikett (Foto: KMH)
Auf der Rückseite des Porträts des Dichters Alfred Mombert findet sich dieses aussagekräftige Etikett (Foto: KMH)

April 2022

Was verbirgt Alfred Mombert? Eine Spurensuche

Noch einmal ist in diesem Jahr das von Karl Hofer 1933 gemalte Porträt des Dichters Alfred Mombert Gegenstand eines Beitrags. Diesmal geht es um die Geschichte und Substanz des Bildes. Die Gemälderestauratorin kommt zu erstaunlichen Ergebnissen.

Karl Friedrich von Baden, Pastell von Philipp Jakob Becker, 1803 (KMH: K. Gattner)
Karl Friedrich von Baden, Pastell von Philipp Jakob Becker, 1803 (Foto: KMH/Gattner)

März 2022

Karl Friedrich von Baden, 1803

Das Porträt  ist in zarter Pastelltechnik auf fein geschliffenem Pergament gemalt und zeigt Karl Friedrich als aufgeklärten Fürsten. Der Beitrag wirft einen Blick auf den sorgenden Landesvater und die Kunst der Pastellmalerei.

Bildnis des Dichters Alfred Mombert, Karl Hofer, 1933, Öl auf Leinwand, 128,5 x 80,5 cm, Inv.-Nr. G 2096, Foto KMH
Bildnis des Dichters Alfred Mombert, Karl Hofer, 1933, Öl auf Leinwand, 128,5 x 80,5 cm, Inv.-Nr. G 2096 (KMH)

Februar 2022

Alfred Mombert
Karlsruhe 6. Februar 1872 – 8. April 1942
Winterthur

Alfred Mombert galt seinerzeit als einer der größten, deutschsprachigen Dichter. Zum Gedenken an seinen 150. Geburtstag widmet ihm das Kurpfälzische Museum eine Matinee am 6. Februar sowie dieses Kunstwerk des Monats.

Taufbecher von Stephan Winkler, Nürnberg 1647, Foto © Privatbesitz
Taufbecher von Stephan Winkler, Nürnberg 1647 (Foto © Privatbesitz)

Januar 2022

Ein Taufbecher von dem „Meister mit dem Einhorn“

Wer diesen Goldschmied zum Paten hatte, wurde zur Taufe reich beschenkt. Dank einer Inschrift verhalf der kostbare Taufbecher jüngst zu neuen Erkenntnissen über die Nürnberger Meistermarke mit dem Einhorn.

Unbekannter Maler nach Lucas Cranach d.Ä., Venus und Amor, Mitte 16. Jh., Foto KMH/Gattner
Unbekannter Maler nach Lucas Cranach d.Ä., Venus und Amor, Mitte 16. Jh., Foto KMH/Gattner

Dezember 2021

Die Sommersprossen der Venus, eine Pigmentstörung?

Das frisch restaurierte Gemälde "Venus und Amor" eines unbekannten Malers nach Lucas Cranach d. Ä. offenbart derzeit in der Ausstellung "Frauenkörper" seine Geheimnisse.

Moulin près de Heppenheim dans la Grand Duché de Darmstadt (Mühle bei Heppenheim im Großherzogtum Darmstadt) von Franziska Rieger, 1811, Inv. Nr. ST 1., Foto: KMH: K. Gattner
Moulin près de Heppenheim dans la Grand Duché de Darmstadt (Mühle bei Heppenheim im Großherzogtum Darmstadt) von Franziska Rieger, 1811, Inv. Nr. ST 1., Foto: KMH: K. Gattner

November 2021

Gesticktes Landschaftsbild von Franziska Rieger, 1811 

Wie die Schneidmühle bei Heppenheim um 1800 ausgesehen haben mag, zeigt uns anschaulich ein ‚mit der Nadel gemaltes‘ Stickbild.

Gisela Hachmann – Ruch: Fabriktor, Farblinolschnitt (Unikat), 2016, 30 x 42 cm, S 10930, Foto KMH/Gattner
Gisela Hachmann – Ruch: Fabriktor, Farblinolschnitt (Unikat), 2016, 30 x 42 cm, S 10930, Foto KMH/Gattner

Oktober 2021

Gisela Hachmann – Ruch (*1947 in Lahr/B.)
ZEICHNEN | SCHNEIDEN | DRUCKEN

Gisela Hachmann – Ruch versteht ihr Handwerk: Verschiedene Tätigkeiten der „Schwarzen Kunst“ bestimmen den Lauf ihrer künstlerischen Arbeit seit vielen Jahrzehnten. Von ihr besitzt das KMH drei Arbeiten: eine Zeichnung, eine Lithographie, einen Linoldruck, die wir Ihnen hier vorstellen.

Sandkissen mit Ginkgo, um 2000; links: Vorderseite, rechts: Rückseite, Foto KMH/Gattner

September 2021

Sandkissen von Brigitte Schirren 

Die Weberin und Textilgestalterin Brigitte Schirren (*1932) beherrscht viele kunsthandwerkliche Techniken. Mit einer Reihe von kleinen Sandkissen widmete sie sich den Motiven der Weltreligionen.

Elizabeth Stuart (1596 – 1662) Willem Jacobsz. Delff nach Michiel Jansz van Miereveld, Kupferstich und Radierung, 1630 KMH, S 2462, Foto KMH/Gattner
Elizabeth Stuart (1596 – 1662), Willem Jacobsz. Delff nach Michiel Jansz van Miereveld, Kupferstich und Radierung, 1630, Foto KMH/Gattner

August 2021

Elizabeth Stuart und das Jahr 1630

Am 19. August 1596, vor 425 Jahren, wurde Elizabeth Stuart in Schottland geboren. Die englische Königstochter sollte ereignisreiche und turbulente Zeiten durchleben. Zahlreiche Porträts und eine umfängliche Korrespondenz stellen sie als außergewöhnliche Persönlichkeit dar. Yvonne Stoldt erläutert einen Kupferstich des Kurpfälzischen Museums und betrachtet Elizabeth Stuarts 34. Lebensjahr aus verschiedenen Blickwinkeln. 

Hanna Nagel, Der Städtebauer, 1934, Foto KMH/Gattner

Juli 2021

Hanna Nagel, Der Städtebauer, 1934

Während die Träumerin von unbefestigten Ufern und Wasserläufen umspült wird, gestaltet der „Städtebauer“ im Hintergrund ein hügeliges Nebeneinander von Kirchen, Häusern, Brücken und Mauern. Verbildlicht diese Tuschezeichnung eine leise Geschlechterspannung?

König David mit Harfe, um 1720, Foto KMH/Gattner

Juni 2021

König David mit Harfe

Diese Heiligenfigur um 1720 stammt wohl von der Orgelempore im katholischen Chor der Heiliggeistkirche. Sie stellt den biblischen Meistersänger König David dar, der an seinem Attribut Harfe zu erkennen ist und als Patron der Kirchenmusik gilt.

Tom Wesselmann - Seascape Dropout, 1982, Foto KMH/Gattner

Mai 2021

Tom Wesselmann - Seascape Dropout, 1982

Weitgehend befreit von europäischen Bildtraditionen fand der Künstler Tom Wesselmann zu einem neuen Repertoire der Darstellung nackter Frauenkörper. Ungewöhnliche Perspektiven und Bildausschnitte kennzeichnen sein Werk.

Beckenschlägerschüssel, Nürnberg um 1500, Foto KMH/Gattner

April 2021

In Messing geschlagen - Exportware aus Nürnberg

Es war der Berufsstand der Beckenschläger, die solchen großen Messingschüsseln ihren Namen gab. Die "Becken" gab es in schlichter Form, aber auch mittels Hammer und Punzen aufwändig verziert. Eingesetzt hat die umfangreiche Produktion der Beckenschlägerschüsseln in Nürnberg wohl im letzten Drittel des 15. Jahrhunderts. Darauf zurück geht auch die Schüssel mit einer Darstellung der Verkündigung Mariens aus der Sammlung des Kurpfälzischen Museums.

Passige Messingschale von Georg Mendelssohn, Foto KMH/Gattner

März 2021

Eine Messingschale aus der Werkstatt von Georg Mendelssohn

Mit seinen Messingarbeiten erwarb sich Georg Mendelssohn (1886 – 1955) einen hervorragenden Ruf. Werke von ihm fanden Eingang in das Warenbuch des Deutschen Werkbundes mit vorbildlichen Erzeugnissen. Ganz im Sinne des Werkbundes, dem Mendelssohn angehörte, setzte er der reichen Ornamentik des ausgehenden Jugendstils expressive Dekorationselemente und eine virtuose handwerkliche Ausführung entgegen.

Gemälde auf Zigarrenkistendeckel von Carl Happel, Foto KMH/Gattner

Februar 2021

Elizabeth Stuart, das Heidelberger Schloss und das Tabakrauchen

Die kleine ovale Hohlform aus feinem, gelblichweiß gebranntem Ton zählt zu den kulturgeschichtlich wertvollsten Fundobjekten, die bislang in der Altstadt ausgegraben wurden. Wozu diente dieses Model? Ist es etwa ein Halbfabrikat, das die Produktion von Tabakpfeifen in Heidelberg um 1620 beweist? Archäologin Dr. Renate Ludwig berichtet hier darüber.

Mehrteiliges Taufbesteck im Futteral, Nürnberg 1781-1784, Foto KMH/Gattner

Januar 2021

Happy Birthday - 300 Jahre Elisabeth Augusta (1721 – 1794) und ihr Erbe

Kurfürstin Elisabeth Augusta von der Pfalz blieb in ihrer Heimat, als Kurfürst Carl Theo¬dor 1778 an den Münchner Hof wechselte. Bevorzugt bewohnte sie das Oggersheimer Schloss bei Ludwigshafen, das Carl Theodor bereits 1767 als Sommerresidenz für sie erworben hatte. Die Kurfürstin richtete sich dort standesgemäß ein. Zur Ausstattung gehörte auch ein umfangreiches Tafelsilber, das sich seit 2002 im Kurpfälzischen Museum befindet.

Gemälde auf Zigarrenkistendeckel von Carl Happel, Foto KMH/Gattner

Dezember 2020

Gemälde auf Zigarrenkistendeckeln von Carl Happel

In der Geschichte der Kunst lassen sich zahlreiche Umwidmungen und Wiederverwendungen angefertigter Produkte finden. Ein nur wenig bekanntes Beispiel ist die Malerei auf Zigarrenkistendeckeln in den Jahrzehnten um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Im Bestand des Kurpfälzischen Museums ist vor allem ein Künstler mit mehreren Gemälden auf diesem Bildträger vertreten: Carl Happel, geboren am 02. August 1819 in Heidelberg, gestorben am 07. März 1914 in Stuttgart. Insgesamt 13 Gemälde auf Zigarrenkistendeckeln – Porträts, Landschaftsstudien sowie Entwürfe für historische Szenen – entstammen seiner Hand.

Mehrteiliges Taufbesteck im Futteral, Nürnberg 1781-1784, Foto KMH/Gattner

November 2020

Mehrteiliges Taufbesteck im Futteral, Nürnberg 1781-1784

Gebraucht wurde dieses kostbare Silberbesteck mit graviertem Wappen wahrscheinlich kaum. Aber die Familie Benkendorf, die in den 1780er Jahren dieses Patengeschenk entgegennahm, klappte das goldgeprägte Etui bestimmt mit Freude auf und zu.

Max Klinger: Alte Liebe (Blatt 2 aus der Brahms-Phantasie), Foto KMH/Gattner

Oktober 2020

Max Klingers Brahms-Phantasie: ein Gesamtkunstwerk

Mit seiner „Brahms-Phantasie“ schuf Max Klinger ein Hauptwerk der europäischen Graphik des späten 19. Jahrhunderts. Das Buch versammelt sechs Lieder von Johannes Brahms, die Klinger mit surreal anmutenden Graphiken illustriert hat. Max Klinger wurde 1857 in Leipzig geboren und studierte an der Großherzoglich Badischen Kunstschule in Karlsruhe. Er zählt zu den bedeutendsten deutschen Symbolisten und arbeitete als Zeichner, Druckgraphiker, Maler und Bildhauer.

Astrid Klein, Schriftbild 1, Film auf Glas. Foto: KMH/Gattner

September 2020

Astrid Klein, Schriftbild 1 (poet to poet), 1998

Als junge Stipendiatin lebte Astrid Klein (geb. 1951 in Köln) in Paris. In einem Keller unter einem Zeitungskiosk in der Rue de Rivoli drang sie tief in die Grabkammer des kollektiven Gedächtnisses ein: Zahllose Stapel an Kinomagazinen, Fotoromanen und Sudelblättchen bildeten einen schier unerschöpflichen Fundus an Bildmaterial. „Am dritten Tag brachte mir der Kioskbesitzer Kaffee herunter“, berichtet sie. „Ich habe da Tonnen an Material hinausgeschleppt.“

Humpen von Nikolaus Trübner, um 1888, Foto: KMH/Gattner

August 2020

Ein Humpen von Nikolaus Trübner, Heidelberg, um 1888 

Nikolaus Trübner wurde 1849 als Sohn einer Goldschmiedefamilie in Heidelberg geboren. Nach seiner Ausbildung
zum Goldschmied besuchte er die Großherzoglich Badische Kunstgewerbeschule in Karlsruhe. Dort verbrachte er einige Jahre, bevor er 1885 das väterliche Geschäft in Heidelberg übernahm. 1893 war Trübner mit mehreren Arbeiten auf der Weltausstellung in Chicago vertreten, was für ihn ein großer Erfolg war.
Der hier vorgestellte Humpen ist eine außergewöhnliche Goldschmiedearbeit, die sicherlich vorrangig Repräsentationszwecken diente. Der Humpen vereint die charakteristischen Stilelementen des Historismus, in dessen Tradition Nikolaus Trübner zeitlebens stand.

Maurice Denis, Coucher de soleil, Foto: KMH/Gattner

Juli 2020

Maurice Denis, coucher de soleil (Sonnenuntergang), 1913

In trauter Zweisamkeit stehen zwei junge Mädchen am efeubewachsenen Geländer eines Balkons. Hinter ihnen liegt das Meer, von einem in spektakulären Gelb-, Orange- und Rosatönen leuchtenden Abendhimmel in gleißendes Licht getaucht. Das Motiv des Balkons mit Blick auf das Meer ist keine freie Erfindung. Vielmehr zeigt Denis hier den Ausblick aus seiner Villa Silencio im bretonischen Perros-Guirec.

Juni 2020

Jungen-Kimono, Japan, 1. Hälfte 20. Jahrhundert

Die Welt japanischer Kimonos ist für uns Westeuropäer exotisch und bunt. Selbst in der modernen Gesellschaft Japans verschwinden sie immer mehr aus dem Alltag. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts jedoch war das Tragen eines Kimonos eine Selbstverständlichkeit, auch für Kinder, und dies bereits ab der Geburt. Dennoch findet man in Museen und Privatsammlungen weltweit nur selten Kinderkimonos, und so ist dieser Hitotsumi eine Rarität..

Kaiser Domitian in Heidelberg

Mai 2020

Kaiser Domitian in Heidelberg
Eine römische Waage mit Kaiserporträt

Mit den römischen Münzen kam auch das auf ihnen dargestellte Bild der römischen Kaiser in die abgelegensten Orte des Imperium Romanum. Die klare Ausdrucksform der Münzabbildungen mit den Symbolen römischer Macht war auch den nicht alphabetisierten Gallorömern und Germanen verständlich. Für den kaiserlichen Hof waren die Geldstücke willkommenes Mittel der Propaganda und der Selbstdarstellung. So erfuhren die Münzporträts im Laufe der Jahrhunderte eine fortwährende religiöse, politische und juristische Bedeutungssteigerung.

Reiterbildnis des Friedrich von Schomberg (1615 – 1690) Mezzotinto von John Smith

April 2020

Friedrich von Schomberg (1615–1690)
Eine Karriere im 17. Jahrhundert

Scheinbar mühelos steigt das edle schwarze Pferd auf seine Hinterbeine. Der Reiter beherrscht die Levade und auch das Kriegsgeschehen, dass sich im Hintergrund ankündigt. Mit ruhiger Selbstgewissheit blickt uns ein erfahrener Feldherr an: Friedrich von Schomberg. Die europäischen Monarchen schätzen ihn. Unter Ludwig XIV. wird er zum Marschall von Frankreich und mit Wilhelm III. von Oranien erobert er den britischen Thron. Der 1615 in Heidelberg geborene Schomberg beeindruckt durch eine internationale Karriere.

Otto Herbert Hajek, ohne Titel, Pappschnitt / Karton, Lackfarbe, 1969 (Foto KMH)
Otto Herbert Hajek, ohne Titel, Pappschnitt / Karton, Lackfarbe, 1969, 64,8x50 cm, Inv. Nr. Z 5144 (Foto: KMH)

März 2020

Otto Herbert Hajek (Kaltenbach/Tschechoslowakei 1927 – 2005 Stuttgart)

Der Künstler Otto Herbert Hajek, von Haus aus Bildhauer, zeigt in seiner Papierarbeit von 1969, die er selbst als „Messerschnitt“ bezeichnet, eine weiße Kartonfläche im Hochformat. In einer zweiten Ebene hat er ein auf- und ausgeschnittenes Relief montiert, das er im unteren Bereich mit je einem blauen und gelben Farbstreifen übermalt hat. Die Farbstreifen, die Hajek „Farbwege“ nennt, ziehen sich unbeirrt von den ausgeschnittenen Vertiefungen über die Kartonfläche und durchdringen den Raum. Hajek behandelt hier die Fläche wie eine seiner Plastiken, in der die Positiv- und Negativformen den Betrachter herausfordern, diesen in einen Raum locken, in dem er sich „imaginativ bewegen und aufhalten soll“(Hajek).

Madonna, unbekannter Künstler, um 1708. (Foto.Renate J.Deckers-Matzko)

Februar 2020

Madonnen in Heidelberg

Die Errichtung der aus Spenden katholischer Bürger finanzierten Madonna auf dem Heidelberger Kornmarkt im Jahre 1718 gab dem Wiederaufbau Heidelbergs nach der katastrophalen Zerstörung im Pfälzischen Erbfolgekrieg eine neue Richtung. Dabei spielte der von den Neuburgern in die Stadt berufene Jesuitenorden eine wichtige Rolle. Zehn Hausmadonnen verdeutlichten in Heidelberg die konfessionelle Wende im 18. Jahrhundert. Leicht erhöht blickten sie von Hausecken herunter auf die Plätze und Straßen der Altstadt.

Willem van Honthorst (?), Elizabeth Stuart mit ihren Kindern, um 1636 (Foto: KMH/Gattner)

Januar 2020

Elizabeth Stuart mit ihren Kindern, (Willem van Honthorst ?, um 1636)

Das Familienporträt wirkt wie die Momentaufnahme aus einem Theaterstück. Rechts oben wird ein Vorhang von einem Zephir, dargestellt durch die jüngste Tochter Sophie, zur Seite gerafft. Auf einem Balkon sind die Winterkönigin und fünf weitere Kinder in Szene gesetzt. Elizabeth selbst thront in Witwentracht links auf einem Sessel. Hinter ihr stehen die älteren Töchter Elisabeth, Louise Hollandine und Henriette Marie. Im Vordergrund sind zwei der jüngeren Söhne, Eduard und Philipp, dargestellt. Irritierend ist die nach links gerichtete Dynamik der Abgebildeten.

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