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Kunstwerke des Monats

2020

Humpen von Nikolaus Trübner, um 1888, Foto: KMH/Gattner

August 2020

Ein Humpen von Nikolaus Trübner, Heidelberg, um 1888 

Nikolaus Trübner wurde 1849 als Sohn einer Goldschmiedefamilie in Heidelberg geboren. Nach seiner Ausbildung
zum Goldschmied besuchte er die Großherzoglich Badische Kunstgewerbeschule in Karlsruhe. Dort verbrachte er einige Jahre, bevor er 1885 das väterliche Geschäft in Heidelberg übernahm. 1893 war Trübner mit mehreren Arbeiten auf der Weltausstellung in Chicago vertreten, was für ihn ein großer Erfolg war.
Der hier vorgestellte Humpen ist eine außergewöhnliche Goldschmiedearbeit, die sicherlich vorrangig Repräsentationszwecken diente. Der Humpen vereint die charakteristischen Stilelementen des Historismus, in dessen Tradition Nikolaus Trübner zeitlebens stand.

Maurice Denis, Coucher de soleil, Foto: KMH/Gattner

Juli 2020

Maurice Denis, coucher de soleil (Sonnenuntergang), 1913

In trauter Zweisamkeit stehen zwei junge Mädchen am efeubewachsenen Geländer eines Balkons. Hinter ihnen liegt das Meer, von einem in spektakulären Gelb-, Orange- und Rosatönen leuchtenden Abendhimmel in gleißendes Licht getaucht. Das Motiv des Balkons mit Blick auf das Meer ist keine freie Erfindung. Vielmehr zeigt Denis hier den Ausblick aus seiner Villa Silencio im bretonischen Perros-Guirec.

Juni 2020

Jungen-Kimono, Japan, 1. Hälfte 20. Jahrhundert

Die Welt japanischer Kimonos ist für uns Westeuropäer exotisch und bunt. Selbst in der modernen Gesellschaft Japans verschwinden sie immer mehr aus dem Alltag. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts jedoch war das Tragen eines Kimonos eine Selbstverständlichkeit, auch für Kinder, und dies bereits ab der Geburt. Dennoch findet man in Museen und Privatsammlungen weltweit nur selten Kinderkimonos, und so ist dieser Hitotsumi eine Rarität..

Kaiser Domitian in Heidelberg

Mai 2020

Kaiser Domitian in Heidelberg
Eine römische Waage mit Kaiserporträt

Mit den römischen Münzen kam auch das auf ihnen dargestellte Bild der römischen Kaiser in die abgelegensten Orte des Imperium Romanum. Die klare Ausdrucksform der Münzabbildungen mit den Symbolen römischer Macht war auch den nicht alphabetisierten Gallorömern und Germanen verständlich. Für den kaiserlichen Hof waren die Geldstücke willkommenes Mittel der Propaganda und der Selbstdarstellung. So erfuhren die Münzporträts im Laufe der Jahrhunderte eine fortwährende religiöse, politische und juristische Bedeutungssteigerung.

Reiterbildnis des Friedrich von Schomberg (1615 – 1690) Mezzotinto von John Smith

April 2020

Friedrich von Schomberg (1615–1690)
Eine Karriere im 17. Jahrhundert

Scheinbar mühelos steigt das edle schwarze Pferd auf seine Hinterbeine. Der Reiter beherrscht die Levade und auch das Kriegsgeschehen, dass sich im Hintergrund ankündigt. Mit ruhiger Selbstgewissheit blickt uns ein erfahrener Feldherr an: Friedrich von Schomberg. Die europäischen Monarchen schätzen ihn. Unter Ludwig XIV. wird er zum Marschall von Frankreich und mit Wilhelm III. von Oranien erobert er den britischen Thron. Der 1615 in Heidelberg geborene Schomberg beeindruckt durch eine internationale Karriere.

Otto Herbert Hajek, ohne Titel, Pappschnitt / Karton, Lackfarbe, 1969 (Foto KMH)
Otto Herbert Hajek, ohne Titel, Pappschnitt / Karton, Lackfarbe, 1969, 64,8x50 cm, Inv. Nr. Z 5144 (Foto: KMH)

März 2020

Otto Herbert Hajek (Kaltenbach/Tschechoslowakei 1927 – 2005 Stuttgart)

Der Künstler Otto Herbert Hajek, von Haus aus Bildhauer, zeigt in seiner Papierarbeit von 1969, die er selbst als „Messerschnitt“ bezeichnet, eine weiße Kartonfläche im Hochformat. In einer zweiten Ebene hat er ein auf- und ausgeschnittenes Relief montiert, das er im unteren Bereich mit je einem blauen und gelben Farbstreifen übermalt hat. Die Farbstreifen, die Hajek „Farbwege“ nennt, ziehen sich unbeirrt von den ausgeschnittenen Vertiefungen über die Kartonfläche und durchdringen den Raum. Hajek behandelt hier die Fläche wie eine seiner Plastiken, in der die Positiv- und Negativformen den Betrachter herausfordern, diesen in einen Raum locken, in dem er sich „imaginativ bewegen und aufhalten soll“(Hajek).

Madonna, unbekannter Künstler, um 1708. (Foto.Renate J.Deckers-Matzko)

Februar 2020

Madonnen in Heidelberg

Die Errichtung der aus Spenden katholischer Bürger finanzierten Madonna auf dem Heidelberger Kornmarkt im Jahre 1718 gab dem Wiederaufbau Heidelbergs nach der katastrophalen Zerstörung im Pfälzischen Erbfolgekrieg eine neue Richtung. Dabei spielte der von den Neuburgern in die Stadt berufene Jesuitenorden eine wichtige Rolle. Zehn Hausmadonnen verdeutlichten in Heidelberg die konfessionelle Wende im 18. Jahrhundert. Leicht erhöht blickten sie von Hausecken herunter auf die Plätze und Straßen der Altstadt.

Willem van Honthorst (?), Elizabeth Stuart mit ihren Kindern, um 1636 (Foto: KMH/Gattner)

Januar 2020

Elizabeth Stuart mit ihren Kindern, (Willem van Honthorst ?, um 1636)

Das Familienporträt wirkt wie die Momentaufnahme aus einem Theaterstück. Rechts oben wird ein Vorhang von einem Zephir, dargestellt durch die jüngste Tochter Sophie, zur Seite gerafft. Auf einem Balkon sind die Winterkönigin und fünf weitere Kinder in Szene gesetzt. Elizabeth selbst thront in Witwentracht links auf einem Sessel. Hinter ihr stehen die älteren Töchter Elisabeth, Louise Hollandine und Henriette Marie. Im Vordergrund sind zwei der jüngeren Söhne, Eduard und Philipp, dargestellt. Irritierend ist die nach links gerichtete Dynamik der Abgebildeten.

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